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Kitzbüheler Anzeiger
31.05.2021
News  
 

Preis bei Kindergarten stark erhöht

Die Erhöhung der Kindergartengebühren verärgert in St. Ulrich die Eltern. Mit 86,20 Euro muss man dabei besonders tief in die Tasche greifen. Eltern fordern nun eine Anpassung und verweisen auf andere Gemeinden.

St. Ulrich | Die Aufregung in St. Ulrich ist groß, nachdem bekannt wurde, dass die Kindergartengebühren im kommenden Jahr um mehr als 80 Prozent steigen: Liegen die derzeitigen Betreuungskosten bei 47,30 Euro, so gilt es im Herbst für Eltern von dreijährigen Kindern tiefer in die Tasche zu greifen, es sind 86,20 Euro monatlich zu berappen. In einem Brief wandte sich eine Mutter, stellvertretend für mehrere Eltern, an den Kitzbüheler Anzeiger und wollte diese Ungerechtigkeit aufzeigen, denn es fehlt ihnen die Nachvollziehbarkeit für die Steigerung: „Der Kindergarten platzt aus allen Nähten und wir haben zu wenig Pädagogen. Leider hat die Gemeinde keine klare Aussage getätigt, warum der Preis so steigt“, heißt es in dem Brief. Der Name ist der Redaktion bekannt, um die Kinder zu schützen will die Mutter anonym bleiben.

Zwei Faktoren begründen Erhöhung
Von Seiten der Gemeinde ist die Sachlage klar und man hat mit dem Preisanstieg auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre reagiert. „Besonders viele Dreijährige wurden im Kindergarten im September für zwei und drei Tage angemeldet, im Dezember wollten dann die Eltern ihre Kinder fünf Tage lang schicken und wir von der Gemeinde standen vor einem großen Problem“, erklärt Amtsleiter Christoph Wörgötter. Denn somit gibt es zu wenig Räume sowie Betreuungspersonal. Mit der Gebührenanhebung wollte man die Eltern verpflichten, die Tage einzuhalten. Geht ein dreijähriges Kind nur drei Tage in den Kindergarten, dann sinkt auch die Kindergartengebühr. Eine Ummeldung wäre bei Platzbedarf laut Wörgötter im Semester möglich.

Außerdem gab es vor der Anhebung Gespräche mit dem Kinderkrippenpersonal, wo hervorgehoben wurde, dass dreijährige Kinder einen höheren Betreuungsbedarf als 5-Jährige haben. „Zahlt man in der Kinderkrippe für fünf Tage 184 Euro, so haben wir dies nun auf den Kindergarten halbiert und noch einmal Prozente abgezogen“, erklärt Wörgötter, wie man bei 86,20 Euro landet.

Ausbau noch in weiter Ferne
Ein Zukunftsprojekt für den nächsten Gemeinderat ist auf jeden Fall die Kinderbetreuung. Vorerst haben aber die Trinkwasserversorgung, der Bau des Rettungszentrums sowie der Hochwasserschutz Priorität, wie Wörgötter erklärt. Bürgermeisterin Brigitte Lackner versichert, dass fertige Pläne für einen Neubau schon in der Schublade sind: „Ich bin bemüht, aber ich kann es nicht alleine umsetzen.“ Am Donnerstag wird über die Kindergartengebühren im Gemeinderat abgestimmt, nach Redaktionsschluss.

Undurchsichtiger Kostendschungel
Das Land Tirol zahlt seit einigen Jahren die Kindergartengebühr für alle 4-jährigen Kinder, das verpflichtende Kindergartenjahr für alle 5-Jährigen übernimmt der Bund. Pro Kind wird ein Pauschalbetrag an die Gemeinde überwiesen, dieser beinhaltet 20 Betreuungsstunden halbtags. Das heißt, werden die Kinder länger betreut, dann müssen die Eltern selbst draufzahlen. Zu den Kosten hinzu kommt auch noch das Mittagessen.

In einem wahren Zahlendschungel befindet man sich, wenn man die Kindergartengebühren in den Gemeinden vergleichen will. Grund dafür sind unterschiedliche Öffnungszeiten sowie verschiedene Träger von Gemeinden bis hin zu gemeinnützige Organisationen.

Monatlich muss man in St. Johann für den Vormittag 53,76 Euro bezahlen, so sind es in Kitzbühel 45 Euro. In Westendorf bezahlt man für Dreijährige 62 Euro, in Kirchberg 63 Euro und in Reith 43,10 Euro. In Oberndorf hat der Gemeinderat eine Anhebung der Gebühren bereits beschlossen, Eltern beschwerten sich – über den Kitzbüheler Anzeiger – jedoch ohne Erfolg: dort werden ab Herbst 67 Euro fällig.

Kleinkindbetreuung ist teurer
Ein Trostpflaster für viele Eltern: Da eine Vielzahl von Kindern bereits eine Kinderkrippe oder Krabbelstube besucht, gibt es wohl bei den meisten eine Ersparnis, sobald das Kind in den Kindergarten kommt. Grund dafür: die Krippenbetreuung ist um ein Vielfaches teurer. So auch in St. Ulrich. Verena Mühlbacher, Foto: Adobestock

 
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