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Kitzbüheler Anzeiger
29.01.2024
News  
 

„Plane schon Gondelübergaben “

Die 84. Hahnenkamm-Rennen sind Geschichte. Bis auf einen verspäteten Start für die Freitag-Abfahrt gingen die drei Bewerbe planmäßig über die Bühne. Entsprechend glücklich war OK-Chef Michael Huber am Tag danach.

Die Hahnenkamm-Rennen einmal ohne Wetter-Krimi, ohne gravierende Stürze. Wie geht es einem OK-Chef nach einem  reibungslosen Verlauf?
Mir geht es schlichtweg blendend, vor allem, wenn ich die schlechten Wetter-Prognosen für das kommende Wochenende sehe. Wir haben in der Rennwoche ein Riesenwetterglück gehabt. Was will ich also noch mehr vom Leben?

Das Wetter machte Kitzbühel heuer trotzdem kurz zu schaffen. Musste in der Nacht auf Freitag viel Schnee aus der Piste geschafft werden?
Ja, das war eine lange und heftige Nacht, auf der Streif haben zwischen 200 und 250 Helfer gearbeitet. Für unsere Pistenkommandos war dieser Einsatz heikel, denn nach dem Regen setzte der Schneefall ein. Die  Präparierung wird damit schwieriger, als wenn nur Neuschnee aus der Piste geräumt werden muss. Normalerweise ist es nach diesen Bedingungen unmöglich, überhaupt ein Rennen zu fahren. Die Luftfeuchtigkeit war am Vormittag hoch und die Sicht für die Rennläufer eingeschränkt. Wir hatten schon Plan B im Visier – die Startverlegung zur Alten Schneise. Aber wir hatten wiederum Glück: Kurz vor dem Jury-Entscheid hat sich der Nebel im oberen Bereich gelichtet und das Rennen wurde von ganz oben gestartet.  

Cyprien Sarrazin hat sich in Kitzbühel zum neuen Ski-Gott gekrönt. Bei der Siegerehrung hast du den Hut vor ihm gezogen. War dieser Doppeltriumph für dich historisch vergleichbar mit Stephan Eberharters Sieg von 2004?
Ja, unbedingt. Sarrazin hat auf der Streif Skigeschichte geschrieben. Ich hätte es zuvor selbst nicht geglaubt, dass er das Double möglich macht.

Am Samstag hat Odermatt einen Wahnsinnslauf hingelegt, dann setzte der Franzose noch einen drauf. Wir waren alle geflasht, es war großartig. Der einzige Unterschied zu Stephan Eberharters Sieg – er ging damals mit Startnummer 30, nach der 30er-Regel also als Letzter der ersten Gruppe, ins Rennen. Das war an Dramaturgie nicht zu überbieten. Solche Drehbücher kann nur der Sport schreiben.  

Sarrazins Doppelsieg binnen 24 Stunden hat Kitzbühel nicht nur eine Sensation beschert, sondern auch den wahren und spannenderen Charakter der Doppelabfahrt –  schafft ein  Rennläufer das Double? – hervorgebracht. Dürfen wir uns 2025 neuerlich auf zwei Abfahrtsrennen freuen?
Die Doppelabfahrt in Kitzbühel ist im Rennkalender der FIS bis 2026 fixiert. Es ist kein Geheimnis, dass wir sie gerne beibehalten würden. Im Februar wird die FIS die November- und Dezember-Rennen evaluieren. Heuer wurden alle Rennen, die am Anfang der Weltcup-
saison ausgefallen sind, im Jänner nachgeholt. Das ist zu viel für die Athleten. Eine FIS-Entscheidung wird im Frühsommer fallen,  dann wissen wir mehr. Derzeit beschäftige ich mich ohnehin schon mit den Gondelübergaben im Sommer.

Was steht auf dem Plan? Immerhin haben sich mit Linus Straßer und Cyprien Sarrazin zwei neue Hahnenkamm-Sieger dazugesellt.
Eines steht jetzt schon fest: Es wird zwei Monsterpartys auf dem Hahnenkamm geben. Für Linus, der ja eh in der Gegend wohnt und dessen Sieg uns zu Tränen gerührt hat, lassen wir uns etwas gescheites Bodenständiges einfallen, mehr wird dazu noch nicht verraten. Um die Leistungen von Sarrazin zu würdigen, werden wir unser Starthaus am Hahnenkamm in Klein-Frankreich verwandeln, vielleicht sogar mit Champagner und echt französischem Essen – also ähnlich, wie wir das Fest der Gondelübergabe für Dave Ryding organisiert haben. Damals war alles echt britisch. Das Londoner hab ich schon für die Partys reserviert. Ich freu mich schon jetzt unfassbar darauf. So etwas gibt es eben nur in Kitzbühel.

Du warst in der vergangenen Woche beinahe schon  ein Medienstar, stets präsent in Fernsehen und Radio sowie in den Print- und Onlinemedien. Wie gehst du damit um? Und wie fällt dein persönliches Fazit für 2024 aus?
Mein Resümee lässt sich mit dem Wort „geschmeidig“ beschreiben. Damit gemeint ist, dass alles reibungslos abgelaufen ist, es hat so richtig geflutscht. Journalisten haben mich mehrmals zu den Leistungen der Österreichern befragt. Dazu kann ich nur sagen: Die Hahnenkamm-Rennen haben heuer internationale Sieger hervorgebracht, dafür stehen wir auch.   Ich weiß, dass die heimischen Athleten stark nach Kitzbühel zurückkehren werden.

Mit 20.000 Besuchern ist der Freitag wie die Jahre zuvor verlaufen. Am Samstag waren wir restlos ausverkauft, 45.000 Fans haben ein großes Volksfest gefeiert. Zum Slalom haben wir heuer sogar 22.000 Besucher gezählt, das sind um 2.000 mehr als in den Jahren zuvor. Es waren Tiroler Skifans, die wegen Manuel Feller nach Kitzbühel kamen. Jetzt liegt der Fokus des K.S.C. auf dem Nachwuchs: dem Kitzbüheler Schülerskitag sowie der österreichischen Schülerskimeisterschaft, beides wird im März ausgetragen.
Das Gespräch führte Alexandra Fusser

 
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