19.06.2021
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Perspektivenwechsel mit dem „Tiroler Weg“

Im Rahmen der „Lebensraum Tirol Perspektivenwoche“ standen „Perspektiven für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung“ im Mittelpunkt. Die neue Tourismusstrategie „Tiroler Weg“ schreibt betriebliche Wachstumsgrenzen ebenso fest wie die „Nachhaltigkeit“ als zentrale Leitlinie. Exzessiven Entwicklungen wird eine klare Absage erteilt.

Innsbruck | „Die vergangenen Monate waren eine enorme Herausforderung – gerade für den Tourismus. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Tourismuswirtschaft wieder voll durchstarten kann. Unser Land braucht diesen Neustart und wir alle freuen uns, dass dies jetzt auch gelingt“, stellt Tirols Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter zu Beginn der Präsentation der neuen Tourismusstrategie klar.

Die Anziehungskraft Tirols sei ungebrochen und – wie aktuelle Umfragen zum Image, aber auch zu den Reiseabsichten etwa im wichtigsten Markt Deutschland zeigen – sogar noch gestiegen. Das noch verhaltene Tourismusbarometer zeigt: Knapp die Hälfte der Tiroler Unterkunftsbetriebe ist derzeit mit der Buchungslage für die Monate Juli, August und September zufrieden bzw. sehr zufrieden. Am besten wird die Buchungslage dabei für den deutschen und österreichischen Markt bezeichnet.

Tiroler Weg hat starke Signalwirkung
Als führendes Urlaubsland der Alpen habe Tirol in seiner Entwicklung eine Signalwirkung, betont Platter: „Mit dem ‚Tiroler Weg‘ wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Tirol will vorangehen, will Modellregion sein. Und mit dieser neuen Tourismusstrategie einen Prozess starten.“ Den Tiroler Tourismus müsse man nicht neu erfinden, – aber an gewissen Stellen neu denken. Im neuen Leitbild seien daher zentrale Perspektiven für eine verantwortungsvolle Tourismus­entwicklung festgelegt worden.

Neue Kriterien für die Tourismusentwicklung
Der Tourismus wurde von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung jahrzehntelang als Leitbranche betrachtet, die die Lebensqualität für die Bürger verbessert. Ein funktionierender Tourismus und dessen Akzeptanz bestimmen das Wohl des Landes. In diesem Sinne strebt der Tiroler Tourismus einen Perspektivenwechsel an, der mit diesem Tiroler Weg eingeleitet wird: Früher wurde der Erfolg allein an Nächtigungen bzw. Ankünften festgemacht – ganz unter dem Motto „weiter, schneller, höher“. Dann rückten die Bettenauslastung und die Wertschöpfung als wirtschaftliche Kennzahlen in den Mittelpunkt.

Platter: „Künftig wollen wir die gesunde Entwicklung unseres Tourismus neben diesen wirtschaftlichen Kennzahlen auch an gesellschaftlichen, ökologischen oder Zufriedenheits-Kennzahlen messen.“ Ein neuer Tiroler Tourismus-Index soll diesen ganzheitlichen Blick auf die touristische Entwicklung schaffen. Nicht die wirtschaftlichen Kennzahlen allein, sondern gesellschaftliche Messgrößen wie Tourismuswahrnehmung oder soziale Faktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit oder Wiederbesuchsabsichten und ökologische Messgrößen wie Anteile regenerativer Energien stehen im Vordergrund.
Die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe – insbesondere das Zusammenspiel mit der Landwirtschaft – ist ebenfalls als Bekenntnis im Tiroler Weg verankert. Dazu zählt auch, dass die Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln in der Gastronomie ab sofort empfohlen wird.

Exzessive Entwicklung nicht mehr erwünscht
Der „Tiroler Weg“ sei auch eine Standortanalyse und biete die Möglichkeit vereinzelt aufgetretene Phänomene kritisch zu hinterfragen. Platter: „In unserem gemeinsam entwickelten Verständnis sehen wir den Tiroler Tourismus im Dienst der Lebensqualität der hier lebenden Menschen und im Einklang mit der Umwelt. Das schließt exzessive Entwicklungen und Handlungen, die diesem Verständnis zuwiderlaufen, aus. Mancherorts ausufernde Tendenzen und Entwicklungen im Bereich des Partytourismus passen nicht in das angestrebte Qualitätsverständnis.

Der „Tiroler Weg“ ist ein Prozess
Mit dem „Tiroler Weg“ liege kein geduldiger Papiertiger auf dem Tisch, sondern eine Momentaufnahme, die kontinuierlicher Anstrengungen und Maßnahmen bedarf. „Wir haben klare Verantwortlichkeiten festgelegt, damit die Umsetzung Schritt für Schritt als verbindlicher Prozess stattfinden kann. Das Tyrol Tourism Board wird hier eine ganz wesentliche Rolle einnehmen“, so Platter. E. M. Pöll

Bild: Mit dem ‚Tiroler Weg‘ wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. v.l.: Hubert Siller (Leiter des MCI), Martina Entner (Vizepräsidentin der WK), Mario Gerber (Spartenobmann der WK und Vorsitzender des Tyrol Tourism Board), Günther Platter (Landeshauptmann und Tourismusreferent), Florian Phleps (GF Tirol Werbung).

 
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