11.07.2022
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Mit Vollgas in den (Un-)Ruhestand

44 Jahre lang war Christian Foidl für Steinbacher Dämmstoffe tätig. In diesem Zeitraum erklomm er eine steile Karriereleiter - vom jungen Buchhalter zum Finanz- und Personalchef sowie zum Leiter des Rechnungswesens.

Erpfendorf, Waidring | Der 30. Juni 2022  markiert ein besonderes Datum - nicht nur für Christian Foidl, der sich in den Ruhestand verabschiedete, sondern auch für die Firma Steinbacher, in der mit Foidls Pensionierung eine Ära zu Ende ging. Als Finanz- und Personalchef sowie als Leiter des Rechnungswesens bekleidete der rührige Waidringer in dem international tätigen Erpfendorfer Unternehmen über viele Jahre die Schlüsselpositionen. „Ich bin keiner, der gerne im Vordergrund steht“, betont Christian Foidl, „sondern ein Mensch, der im Hintergrund die Fäden zieht und eben regelt, was im Sinne des Betriebes geregelt werden muss.“

1978: Ein Sprung ins kalte Wasser
Der Waidringer Glockengießerfamilie Lugmayr entstammend, begann Foidls Berufsweg in einer Kitzbüheler Bank. Nach zwei Jahren sattelte er um und bewarb sich für die ausgeschriebene freie Stelle als Buchhalter bei Steinbacher. 20-jährig stieg er am 1. Februar 1978 in den damals vergleichsweise noch kleinen Betrieb ein - mit der Personalnummer 28. Für ihn war es der berühmte Sprung ins kalte Wasser: „Plötzlich bin ich vor einer riesigen Buchungsmaschine gesessen und wusste nichts. Nicht einmal, dass es so eine Kist‘n überhaupt gibt“, erinnert sich Foidl schmunzelnd zurück.

Doch er blieb, „biss sich durch“, lernte kontinuierlich dazu und fand in Chefin Christine Steinbacher eine prägende Lehrmeisterin. „Sie war mein großes Vorbild. Auch in ihrem sozialen Denken, weil sie die Menschen immer in den Mittelpunkt stellte.“ Das Verhältnis zu Unternehmensgründer Edi Steinbacher ist bis heute von hoher Wertschätzung geprägt. Foidl: „Dessen natürliches Charisma und Pioniergeist sowie seine Risikobereitschaft und der Mut zum Unternehmertum haben mich vom ersten Tag an regelrecht begeistert.“

Mit den Jahren ist nicht nur der Betrieb auf beachtliche 460 Mitarbeiter an drei Standorten angewachsen, auch Christian Foidls berufliches Spektrum hat sich kontinuierlich erweitert. Die größte Aufgabe in seiner Laufbahn sieht er allerdings darin, den Mitarbeitern Sinnhaftigkeit und Wertschätzung mitzugeben. „Teamgeist und offene Kommunikation stelle ich in den Vordergrund. Sachliche, konstruktive Kritik schätze ich sehr und es freut mich, wenn ich um Rat gefragt werde.“
Umso erstaunlicher erscheint es daher, dass mit steigenden Herausforderungen und wachsender Verantwortung im Berufsleben auch die Freizeit dicht ausgefüllt war.

Dicht gedrängtes Freizeitprogramm
20 Jahre war der glühende Waidringer in der Gemeindepolitik seines Heimatortes verwurzelt, davon 12 Jahre als Vizebürgermeister. Dem Raiffeisenverband St. Ulrich-Waidring steht er noch immer als Obmann vor, mittlerweile seit mehr als 25 Jahren. Mit viel Herzblut, wie er sagt, weil er das Genossenschaftswesen als „genial“ erachte.
Die Musik spielte für den  ehemaligen Klarinettisten der Militärmusik Tirol bis heute eine gewichtige Rolle. Ein Vierteljahrhundert war Christian Foidl Saxophonist in der Musikkapelle Waidring und fand darüber hinaus auch noch Zeit für die Bigband der Landesmusikschule St. Johann. Jetzt spielt er immer mehr auf der „Steirischen“ auf, die er nach eigenen Angaben „schon ganz gut beherrsche“. Lediglich seine Künste auf dem Klavier seien als „bescheiden“ einzustufen.

Dann gibt es auch noch den Sport, für den er brennt: In jüngeren Jahren bereicherte der talentierte Kicker die Waidringer „Erste“ und, weitum bekannt als „Bomben-Skifahrer“, dominiert er bis heute diverse Vereinsmeisterschaften. Noch mehr als der Skisport reizt ihn hingegen das Langlaufen - 25 Teilnahmen am Koasalauf zeugen davon. „Manchmal wundere ich mich selbst, wie ich das alles unter einen Hut gebracht habe“, sagt Christian Foidl offen. Denn auch die Geselligkeit dürfe nicht zu kurz kommen. Nicht auf exklusiven Galaabenden, sondern bevorzugt bodenständig - am Waidringer Stammtisch beim „Hoagaschten“.

Neuer Lebensabschnitt mit neuen „Projekten“
Fällt der Abschied vom Berufsleben angesichts dieses außerordentlich regen Lebens schwer? Eigentlich nicht, sagt Foidl. „Ich freue mich jetzt auf meine neue Freiheit und werde es genießen, in den Tag hinein zu leben.“ Wobei er dem Begriff „in den Tag hinein zu leben“ variabel auslegt - am Plan stehen schon jetzt Mountainbiken und Laufen, mit der Harley zu cruisen, dann Relaxen am Waidringer Badesee und endlich viel lesen.  „25 Bücher hab ich mir schon vorbereitet“, schildert Foidl. Diese selbst ernannte „Auszeit“ soll allerdings von kurzer Dauer sein: Ein paar Projekte hat er für seinen (Un-)Ruhestand im Kopf. „Ganz zurücklehnen kann ich mich einfach nicht.“ Alexandra Fusser

Bild: Auf der Harley will Christian Foidl die neue Freiheit genießen. Doch er schmiedet schon zahlreiche weitere Pläne für den neuen Lebensabschnitt. Foto: Privat; Steinbacher

 
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