10.07.2021
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Lösung für „forKIDS“ gefunden

Die drohende Schließung des Therapiezentrums „forKIDS“ in Kitzbühel schlägt nach wie vor hohe Wellen. Das Land Tirol führt jetzt Gespräche mit dem Diakoniewerk, das zukünftig auch die „Eule“ betreiben sollen.

Kitzbühel, Innsbruck | Dass im November im Therapiezentrum „forKIDS“ in Kitzbühel, aber auch in den Standorten der „Eule“ die Lichter ausgehen sollen, sorgte nicht nur bei den betroffenen Eltern für Aufregung. Beide Einrichtungen – jene in Kitzbühel wird vom Diakoniewerk betrieben, die Eule von der Lebenshilfe – betreuen Kinder mit Entwicklungsstörungen.
Susanne Tollinger als betroffene Mutter wollte das so nicht stehen lassen – sie sammelte 8.500 Unterschriften für den Erhalt der beiden Einrichtungen und will diese so schnell als möglich übergeben.

Harsche Kritik an den von Sozial-Landesrätin Gabriele Fischer bisher vorgelegten Lösungsansätzen übten vor allem die Oppositionsparteien. SPÖ, FPÖ, Liste Fritz und die NEOS lassen an Fischer kein gutes Haar. „Die Corona-Krise hat die psychischen Belastungen für Kinder noch einmal dramatisch erhöht. Es ist ein fatales Zeichen in Richtung der jungen Menschen, sie gerade jetzt im Stich zu lassen und die Therapiezentren zu schließen. In Zeiten wie diesen braucht es keine Experimente. Halten wir an den gut funktionierenden Kindertherapiezentren fest, statt die Therapeuten in die Scheinselbstständigkeit und die Eltern und ihre Kinder ins Ungewisse zu schicken“, appellierte Claudia Hagsteiner, die Kirchberger SPÖ-Pflegesprecherin, an die Landesregierung, die Pläne zukünftig gänzlich auf den niedergelassenen Bereich zu setzen, zu überdenken. „Schaffen wir die finanziellen Rahmenbedingungen, dass die Therapiezentren endlich kostendeckend arbeiten können“, fordert Hagsteiner. Allein in Kitzbühel hätten bereits vier Mitarbeiter gekündigt. FPÖ-LAbg. Patrick Hasl­wanter erklärte, „dass könne man nicht oft genug sagen. Es geht nicht nur um 1.300 Kinder, die betreut werden. Es geht auch um 104 Arbeitsplätze, um 104 Existenzen. Dass alleinerziehende Mütter, die als Therapeuten arbeiten, sich nicht selbständig machen können, sei doch wohl jedem klar.“

Kein Verständnis für Vorgangsweise
„Diesen Anschlag der schwarz-grünen Platter-Regierung auf die Therapiezentren für Kinder- und Jugendliche lehnen wir entschieden ab. Er ist unsozial, unsinnig und unwirtschaftlich“, erklärt Liste Fritz-LAbg. Markus Sint, der ebenfalls kein Verständnis dafür aufbringt, dass die Therapeuten in die Selbständigkeit gedrängt werden sollen. Ähnlich argumentierte auch NEOS-Klub­obmann Dominik Oberhofer: „Die Landesrätin Fischer agiert nicht nur völlig überfordert, sondern auch brutal lebensfremd, wenn sie tatsächlich davon ausgeht, dass sie das Therapieangebot in Tirol bis Herbst 2021 von den Zentren in den niedergelassenen Bereich überführen kann!“

Am Wochenende allerdings wendete sich das Blatt. So informierte LRin Fischer darüber, dass eine Lösung für „forKIDS“ sowie die „Eule“ im Raum steht. Demnach soll das Diakoniewerk, das im Auftrag des Landes und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bereits das Kinderzentrum „forKIDS“ in Kitzbühel geführt hat, nun in ganz Tirol als Betreiber der Therapiezentren aktiv werden will. Die Tirol Kliniken sollen basierend auf ihrem medizinischen Know-How die Diagnostik in komplexen Fällen übernehmen und die medizinische Qualitätssicherung anbieten. Derzeit laufen intensive Gespräche, um die neue Struktur zu konkretisieren, so Fischer. Margret Klausner

Bild: Susanne Tollinger hat 8.500 Unterschriften für den Erhalt der Therapiezentren „Eule“ sowie „forKIDS“ gesammelt. Foto:  Tollinger

 
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