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Kitzbüheler Anzeiger
08.10.2021
News  
 

Lebensqualität trotz Bundesstraße

Die Loferer Straße (B178) ist eine der meistbefahrenen Straßen Österreichs. Anrainer, die mit dem Verkehr leben, wollen Verbesserungen und fordern: „Lebensqualität trotz Bundesstraße“.

Kirchdorf, Bezirk | Früher gab es kein Limit. Als Kind war Markus Nothegger öfters Zeuge von schweren Unfällen auf der Loferer Straße. Seit 41 Jahren lebt der Kirchdorfer neben der B178. Sie wurde mittlerweile zwar umfangreich ausgebaut  und damit sicherer, die Lebensqualität der Anrainer entlang der 65 Kilometer langen Verkehrsader hat sich jedoch zusehends verschlechtert. „Die Straße ist zwar breit genug und kann das Verkehrsaufkommen von rund sieben Millionen Fahrzeugen im Jahr mehr oder weniger stemmen – aber das große Ganze wird außer Acht gelassen“, sagt Nothegger.

Weiter Aktivisten gesucht
Zusammen mit Oliver Schwaiger und anderen Bürgern hat er sich dem Transitforum Tirol von Fritz Gurgisser  angeschlossen. „Wir sind vorher von den Behörden regelrecht im Kreis geschickt worden, wenn es um Verbesserungen für die Anrainer ging“, schildert Nothegger Das geht vielen so, meint der Kirchdorfer: „Wir suchen nach Anrainern an der B178, die sich ebenfalls engagieren und auf die Situation hinweisen möchten – damit die Politik merkt, dass sich viele Menschen Verbesserungen wünschen.“ (Informationen für Interessierte unter b178verkehr@gmx.at).

Dass das Verkehrsaufkommen stetig wächst, belegen die Zählungen des Landes Tirol. Im Juli (jüngere Daten sind noch nicht vorhanden) wurden auf der B178 (Zählstelle Bocking)  im Schnitt 21.822 Fahrzeuge verzeichnet.

Derzeitige Situation ist unzufriedenstellend
Ja, sollen denn keine Autos mehr fahren? „Natürlich sollen Autos fahren. Mobilität ist ein Grundrecht. Der Verkehr stellt auch eine Lebensader dar. Verkehr werden wir immer haben – und wir brauchen ihn auch.  Es geht darum, Maßnahmen zu setzen, um ihn erträglicher zu machen.“ Finanzielle Zuschüsse zu Lärmschutzwänden und -fenstern für die Anrainer seien zu wenig.

“Man kommt sich vor, wie ein Bittsteller, wenn man auf Verkehrsbelastungen hinweist“ M. Nothegger, Kirchdorf

„Man sollte sich endlich breiter Gedanken machen. Es gibt sicher keine Patentlösung, sondern es ist ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen, die Verbesserungen bringen“, so Nothegger.
Die Anrainer vermissen eine Zusammenarbeit mit den Behörden. „Man kommt sich vor, als sei man ein Bittsteller oder Querulant, wenn man auf die Verkehrsbelastung hinweist“, erzählt Nothegger, „dabei belegen, nur um ein Beispiel zu nennen, zahlreiche Studien, welche gesundheitlichen Schäden durch die dauerhafte Beschallung durch Verkehr auftreten können.“
Die Regionsgruppe B178 des Transitforum Tirol will in Zukunft verschiedene Verkehrsprobleme ansprechen. Johanna Monitzer

Bild: „Verkehr werden wir immer haben. Uns geht es darum, dass Maßnahmen  gesetzt werden, um ihn erträglicher zu machen“, sagt Markus Nothegger. Zusammen mit anderen hat sich der Kirchdorfer dem Transitforum Tirol von Fritz Gurgisser angeschlossen. Foto: Monitzer

Daten & Fakten - Über 20.000 Fahrzeuge/Tag
Bezirk | Die Loferer Straße B178 mit einer Länge von 65,1 Kilometern beginnt am Autobahnzubringer Wörgl-Ost und führt vorbei am Wilden Kaiser durch das Sölllandl nach St. Johann. Ab dort folgt sie der Großache durch das Leukental bis Erpfendorf und verläuft anschließend vorbei an Waidring, über den Pass Strub und Lofer ins Tal der Saalach. Die B 178 ist eine der meistbefahrenen Straßen Österreichs und verbindet Tirol mit Salzburg.

Im Juli 2021 wurden an der Messtation Bocking im Schnitt 21.822 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Das meiste Verkehrsaufkommen in diesem Jahr war am 31. Juli mit 26.573 Fahrzeugen gemessen worden. Vergleich Juli 2020: 22.123 Fahrzeuge pro Tag. Im Jahr 2019 (vor Corona) fuhren im Schnitt 22.004 Fahrzeuge. Quelle: Land Tirol

 
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