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Kitzbüheler Anzeiger
12.02.2021
News  
 

Kommt Testpflicht für Skifahrer?

Mit einem Maßnahmenpaket und umfangreichen Kontrollen will das Land Tirol die Pandemie und die Mutationsvarianten eindämmen. Unter anderem steht eine mögliche Testpflicht für die Nutzung der Skigebiete im Raum.

Innsbruck, Wien | Mit Spannung wurde am Sonntag eine Entscheidung über eine mögliche Abriegelung Tirols seitens des Gesundheitsministeriums abgewartet. Doch das Warten war vergebens: Bund und Land konnten sich nicht einigen. Am Montag legte dann das Land Tirol ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Pandemie sowie der Mutationsvarianten vor. „Die aktuelle Lage in Tirol ist zweigeteilt: Einerseits sinken derzeit die Infektionszahlen, wodurch Tirol bei der 7-Tages-Inzidenz aktuell besser liegt als der Österreich-Schnitt. Andererseits sind wir österreichweit mit einer zunehmenden Häufung an Mutationsfällen konfrontiert. Im Osten Österreichs breitet sich aktuell die britische Mutationsvariante aus, bei uns in Tirol sind es größtenteils südafrikanische Mutationsfälle“, so Tirols Landeshauptmann Günther Platter.

Tirol ist beim Sequenzieren Vorreiter
Tirol habe seit dem ersten Auftreten von Mutationsfällen zu Jahresbeginn als erstes Bundesland damit begonnen, diesen Fällen im großen Stil mit Laboranalysen auf den Grund zu gehen. „Wir sind beim Sequenzieren Vorreiter in Österreich, weshalb uns im Moment auch die vollständigste und umfassendste Datenlage zur Verfügung steht. Auf dieser Basis und auf Empfehlung der ExpertInnen können wir nun gezielt Schritte gegen eine weitere Ausbreitung der Mutationen setzen“, erklärt der Landeshauptmann.

Bei den Beratungen wiesen die Fachleute darauf hin, dass die derzeitige internationale Lage bezüglich der Mutationen sehr diffus sei. Auch wenn es aktuell etwa Hinweise auf einen Cluster mit der südafrikanischen Virus-Mutation in Köln geben würde, gebe es international erst wenige Zahlen und Sequenzierungsdaten zu dieser Virus-Mutation. VertreterInnen des in Tirol ansässigen Labors, das für das Land Tirol den überwiegenden Teil der Auswertungen vornimmt, wiesen einmal mehr auf die im Vergleich sehr gute Datenlage in Tirol hin, da im Auftrag des Landes Tirol jede positive PCR-Testung vorsequenziert wird. So kann umfassend festgestellt werden, ob und wo Mutationen vorliegen.

Reisewarnung für Tirol vom Bund verhängt
Kurz nachdem Tirol ein eigenes Maßnahmenpaket präsentiert hatte, sprach die Regierung eine Reisewarnung aus, die Juristen als überhaupt nicht verbindlich bezeichneten. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) begründete dies in der ZIB2 damit, dass es rechtlich nicht so leicht sei, beispielsweise Quarantänemaßnahmen zu verordnen. Laut Anschober sind die Tiroler Maßnahmen nicht ausreichend genug.

Testpflicht für Skifahren steht im Raum
In der ZIB2 erklärte Anschober auch, dass es die rechtlichen Grundlagen für eine Testregelung für den Zutritt zu den Skigebieten bald geben wird. In Tirol sieht man die freilich anders. „Der Tiroler Landesregierung war und ist es ein großes Anliegen, dass das Skifahren für Einheimische weiterhin möglich ist. Auf dezidierten Wunsch der Bundesregierung soll die Benützung von Seilbahnen künftig an einen negativen Corona-Test gekoppelt sein. Das Land Tirol prüft gerade, wie dieser Wunsch rechtlich umzusetzen ist. Bis das Ergebnis dieser rechtlichen Abklärung vorliegt, gelten jene Bestimmungen, die schon bisher gegolten haben wie das Tragen einer FFP2-Maske in Seilbahnen (geschlossene und abdeckbare Fahrbetriebsmittel) sowie das Einhalten der vorgeschriebenen Mindestabstände. Eine Verpflichtung für einen negativen Corona-Test besteht derzeit und bis zur rechtlichen Klärung nicht. Die Bevölkerung wird jedenfalls rechtzeitig informiert. Insgesamt ruft das Land die Tirolerinnen und Tiroler auf, sich so oft wie möglich testen zu lassen,“ teilt das Land Tirol mit. Elisabeth M. Pöll

Bild: Die Skigebiete sorgen wiederum für Diskussionen zwischen dem Bund und dem Land Tirol. Nach FFP2-Masken soll nun auch eine Testpflicht kommen. Foto: Pöll

 
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