18.10.2021
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Jede zehnte Stelle ist unbesetzt

Der Mangel an Fach- und Arbeitskräften nimmt dramatische Ausmaße an, beklagen die Funktionäre der Wirtschaftskammer. Sie fordern eine Anpassung der Rahmenbedingungen und die Erhöhung des Saisonnierskontingents.

Kitzbühel | Heiß begehrt und kaum zu bekommen – Saisonniers für die Hotelerie und Gastronomie. Vergangene Woche stand bei der Wirtschaftskammer das Thema Arbeitskräfte auf der Agenda ganz oben. „Die aktuelle Lage hat zwei Seiten. Auf der einen Seite dokumentieren die Zahlen eine starke Erholung nach dem Einbruch durch Corona“, erklärt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, „ auf der anderen Seite finden Unternehmen kaum Arbeitnehmer. Das ist für viele existenzbedrohend.“

Im Bezirk sind derzeit 724 Arbeitslose registriert – immerhin um 40,3 Prozent weniger als noch im Vormonat. Demgegenüber stehen 1.508 offene Stellen, wie Bezirksobmann Peter Seiwald ausführt: „Man kann aber davon ausgehen, dass der tatsächliche Bedarf rund das Doppelte ist.“Oft werden die Stellen beim AMS gar nicht gemeldet. „Aus diesen  Zahlen kann man ableiten, dass jeder  zehnte Arbeitsplatz im Bezirk nicht besetzt ist bzw. werden kann,“ klärt er auf. Seiwald befürwortet in jedem Fall eine qualifizierte Zuwanderung, im IT-Bereich etwa. „Bei der Rot-Weiß-Rot-Card braucht es schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und Erleichterungen etwa bei den strengen Ausbildungsnachweisen. Mit anderen Worten: Die Card muss die neue Arbeitswelt berücksichtigen“, sagt Seiwald.

Von einer katastrophalen Stimmung im Tourismus berichtet Kufsteins WK-Obmann Manfred Hautz: „.Wir laufen trotz guter Buchungslage Gefahr, unser Angebot nicht halten zu können,“ betont er. Im Klartext heißt das, dass Hoteliere Teile ihrer Betriebe, etwa Restaurants, gar nicht aufsperren können. Hautz steht hinter der Forderung Walsers nach einer raschen Verzehnfachung des Saisonnierskontingents. Er schlägt vor, dass Betriebe ein freies Kontingent zur Verfügung stellen sollten, wenn eine Stelle nicht innerhalb von 14 Tagen besetzt werden kann.

Sputnik muss anerkannt werden
Auch für langjährige Saisonniers brauche es einen leichteren Zugang, betont Hautz. Zudem sollten ausbildungswillige Menschen bei entsprechenden Voraussetzungen eine Lehre machen können. Dass die Impfung mit Sputnik weder für Mitarbeiter noch für Gäste anerkannt wird, sehen die Verantwortlichen ebenfalls als Problem an. mak

Bild: WK-Obmann Peter Seiwald beklagt Lage am Arbeitsmarkt. Foto: WK

 
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