01.03.2022
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Hotelplan sorgte für volle Ränge

Das geplante 350-Betten-Luxushotel am gemeindeeigenen Tragstätt-Areal ist weiter auf  Schiene. Der Tagesordnungspunkt sorgte für volle Ränge bei der Gemeinderatssitzung.

Fieberbrunn | „So viele Zuhörer habe ich ja in zwölf Jahren bei noch keiner Gemeinderatssitzung gesehen“, stellte Erich Schwaiger, Obmann des Bau- und Raumordnungsausschusses, am Montagabend schmunzelnd fest. Ein Großteil der Zuhörer war wohl aufgrund des Tagesordnungspunktes zum geplanten Luxushotel am gemeindeeigenen Tragstätt-Areal gekommen.

Keine Mehrheit für eine Verschiebung der Causa
Es war die letzte Sitzung vor den Gemeinderatswahlen. Die SPÖ/Gemeinsam für Fieberbrunn wollte den Tagesordnungspunkt dann auch gleich mittels Antrag auf die neue Gemeinderatsperiode verschieben, was von den anderen Fraktionen aber abgelehnt wurde. Bürgermeister Walter Astner (Liste Fieberbrunn) erklärte, dass es sich bei dem Tagesordnungspunkt zum Tragstätt-Areal um keine neuen, sondern nur um Abänderungen bestehender Beschlüsse handle: „Ich glaube, die meisten sind heute wegen des Hotelprojektes hier und ich möchte mit etwaigen Missverständnissen aufräumen.“

Auflage: Personalhaus
Rückblick: Am 30. September 2021 fasste der Gemeinderat bereits die erforderlichen Beschlüsse zugunsten des Hotelprojektes (1 Enthaltung). „Es gab dann auch die Auflage, dass wir das Personalhaus textlich in den Widmungswortlaut aufzunehmen haben – dies holen wir nun heute nach“, erklärte der Bürgermeister. Zudem erließ die Gemeindeführung einen neuen Bebauungsplan, denn der bestehende aus dem Jahr 2018 entspricht nicht mehr aktuellen Gegebenheiten. „Es war uns wichtig, dass diese Abänderungs-Beschlüsse noch vom ‚alten‘ Gemeinderat gefasst werden, denn dieser ist seit sechs Jahren involviert“, betonte Astner.

SPÖ stimmt nicht zu: „Es ist zu vieles noch offen“
Dass nicht jeder in Fieberbrunn eine Freude mit dem geplanten 350-Betten-Hotel am Tragstätt-Areal hat, ist kein Geheimnis. Zuletzt machten die neugegründeten Grünen dagegen mobil. Auch die SPÖ/Gemeinsam für Fieberbrunn scheint nun plötzlich ihre Meinung zu ändern. Die zwei anwesenden Mandatare stimmten dagegen bzw. enthielten sich ihrer Stimme. „Es ist noch so vieles offen, wie z.B. die Zufahrt, da kann ich nicht zustimmen“, sagt GR Michael Wörgetter.

Widmung besteht seit dem Jahr 2011
Seit 2011 besteht die Widmung für das 350-Betten-Hotel am Tragstätt-Areal. Die Gemeinde kaufte das 15,8 Hektar große Grundstück 2009 um 2,3 Mio. Euro. „Damals ist es der Gemeinde gelungen, einen Ankauf durch eine deutsche Immobiliengesellschaft zu verhindern“, weist Astner hin. Seitdem versucht die Gemeinde, dort ein Hotel anzusiedeln. Seit 2018 ist die Mladenov GmbH, eine bulgarische Investmentfirma, im Gespräch. „Wenn der aktuelle Käufer die Fristen und Vereinbarungen nicht einhält, ist die weitere Entwicklung des Areals offen“, so Bürgermeister Astner. Ein plötzlicher Ausstieg aus den mit dem Gemeinderat getroffenen Vereinbarungen ist nicht möglich. „Auch die Gemeinde muss sich ihrerseits an die Vereinbarungen halten.“

Tragstätt beschäftigte Gemeinderat intensiv
Offen ist noch, wie die Zufahrtssituation sowie die Gestaltung und Sicherstellung des umliegenden Naherholungsgebietes beim Tragstätt-Areal aussehen wird. In 77 öffentlichen Gemeinderatssitzungen war das Hotelprojekt bisher Thema – nur immer mit kaum  Zuhörern. Johanna Monitzer

Plan: Der Einreichplan des Luxushotels am Tragstätt-Areal. Neben einem Haupthaus entstehen zehn kleinere Chalets und ein Personalhaus. Insgesamt darf das Hotel bis zu 350 Betten umfassen. Foto: Einreichplan

 
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