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Kitzbüheler Anzeiger
22.01.2022
News  
 

Hotel bleibt in der Warteschleife

Kein Ende in Sicht beim Hotelansiedelungsprojekt am Tragstätt-Areal: Die Gemeinde Fieberbrunn verlängert die Fristen erneut. Die Grünen hinterfragen die Entscheidung und fordern eine Nachdenkpause.

Fieberbrunn | Die Causa um die Mladenov Group, die am Tragstätt-Areal ein Hotel mit über 300 Betten errichten möchte, geht nun ins vierte Jahr. Die Marktgemeinde Fieberbrunn, der das Grundstück gehört, verlängerte die Fristen für Projektplanung, Finanzierungsbestätigung etc. erneut. Die Abstimmung über einen neuen Kaufvertrag mit einer neu gegründeten GmbH erfolgte im Gemeinderat einstimmig. „Herr Mladenov und die Vertreter der Odyseey Hotel Gruppe/Marriott konnten uns nachvollziehbar darlegen, dass der Großteil der bisherigen Zeitverzögerungen auf diverse Umstände rund um die Covid-Pandemie zurückzuführen ist“, erklärt Bürgermeister Walter Astner (Liste Fieberbrunn).

1,25 Mio. Euro Strafe
Die Gemeinde hat sich eine Konventionalstrafe von 1,25 Mio. Euro ausverhandelt, falls der neue Vertrag wieder nicht erfüllt wird, erklärt Bgm. Astner: „Die Konventionalstrafe wurde in Anbetracht der bisherigen Projektverzögerung vom Gemeinderat gefordert, um sicherzustellen, dass die Projektentwicklung nun zügig voranschreitet.“
Kein zügiges Voranschreiten, sondern ein Nachdenkpause fordern indes die neugegründeten Grünen in Fieberbrunn. „Es wurden die Hotels ‚All Suite Resort‘ mit 150 Betten und ‚Vaya‘ mit 450 Betten errichtet. Mit diesen und anderen Projekten sollen in den nächsten Jahren über 1.675 Betten entstehen. Das entspricht laut Tiroler Landesstatistik einer Erhöhung der Bettenanzahl um über 50 Prozent in wenigen Jahren. Diese Entwicklung hat nichts mit einem nachhaltigen Weg des Tiroler Tourismus zu tun. Das sind reine Bettenburgen, die den Fieberbrunnern wenig bringen,“ kritisiert der Grüne Listenführer Hannes Fleckl.

Besser Wohnraum, statt Großhotel?
Die Grünen würden am Tragstätt-Areal lieber Wohnraum für Einheimische haben oder es als Naherholungsgebiet belassen. „Wir sehen es nicht als Aufgabe einer Gemeinde, Hotels für ausländische Investoren zu ermöglichen. Für leistbares Wohnen haben wir kaum Platz“, so Fleckl.
Verärgert sind die Grünen auch über den Verkaufspreis von 3,9 Millionen Euro für das 3,8 Hektar große Grundstück. „Die Gemeinde hat hier kostbaren Grund um knapp 100 Euro/m2 an ausländische Investoren verkauft – so einen Grundstückspreis würden sich auch Häuslbauer wünschen.“

“Die hohe Konventionalstrafe von 1,25 Mio. Euro war Bedingung des Gemeinderates.“ Bgm. Walter Astner

Bürgermeister Astner erklärt, dass am Tragstätt-Areal Wohnraum immer wieder ein Thema war: „Allerdings wird dieser Standort von Seiten des Landes für eine Wohngebietswidmung derzeit raumordnungsfachlich negativ beurteilt. Vor einer Wohngebietswidmung müsste der Gemeinderat voraussichtlich alle Anstrengungen ausschöpfen, um durch Grundtauschvereinbarungen andere Wohngebietsflächen zu sichern, die von der infrastrukturellen Anbindung besser dafür geeignet sind.“

Das ist der letzte Anlauf
Was passiert, wenn das Hotel nicht zu Stande kommt? „Ich persönlich würde bei einer Nichtrealisierung keinen weiteren Anlauf mehr mit einem anderen Interessenten starten“, so Bgm. Astner.

“Knapp 100 Euro pro Quadratmeter – das würden sich auch Häuslbauer wünschen.“ Hannes Fleckl

Zeit bis 2022/2023
Im Jahr 2009 kaufte die Marktgemeinde das Areal beim ehemaligen Tragstätthof. Jahrelang wurden Verhandlungen mit der Hotelgruppe Hilton geführt, die ebenfalls im Sande verliefen. Die Mladenov Group hat bis Ende 2022 bzw. 2023 Zeit, die neuen Vertragsinhalte zu erfüllen. Johanna Monitzer

Bild: 2018 kaufte die bulgarische Investorengruppe Mladenov Group das Grundstück von der Gemeinde, um dort ein Luxushotel zu errichten. Als Betreiber wurde die
Marriott-Gruppe genannt.  Der Kaufpreis wurde überwiesen, alle anderen Vereinbarungen wurden bislang nicht eingehalten. Foto: Wörgötter

Daten & Fakten - 6.135 Betten hat Fieberbrunn
Die touristische Bettenentwicklung von Fieberbrunn (4.400 Einwohner) zeigt steil nach oben. Derzeit verfügt die Marktgemeinde über 6.135 Betten.
Beim Zusammenschluss mit dem Skigebiet Saalbach im Jahr 2015 waren es 5.507 Betten.
Im Jahr 2000 waren es 3.741 Betten. Quelle: TVB

 
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