26.11.2021
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Handel von Lockdown kalt erwischt

Der neuerliche Lockdown sorgt für einen Riesenschock auch im Bezirk.  Von einer Katastrophe spricht Dieter Unterberger, Obmann des Tiroler Handels, in der Kammer.

Kitzbühel, St. Johann | „Wir bangen ja schon jetzt um die kommende Wintersaison“ – auch Patrick Unterberger, Obmann des Wirtschaftsforums St. Johann und Funktionär in der Wirtschaftskammer, zeigte sich schockiert, als am vergangenen Freitag die Hiobsbotschaft des neuerlichen Lockdowns eintraf.Aber natürlich hoffe er, wenn der Lockdown wie versprochen am 12. Dezember ende, das Weihnachtsgeschäft noch halbwegs retten zu können. Er zeigt sich auch kritisch, dass der Lockdown, wenn er denn schon notwendig sei, so spät käme und nicht schon früher, Anfang November etwa, verordnet worden ist. Seiner Ansicht nach sei da zu spät reagiert worden.

Entsetzt über die Entwicklung auf Bundesebene zeigt sich auch Dieter Unterberger (Auto Unterberger), Obmann des Tiroler Handels in der Wirtschaftskammer. „Dass nun der Lockdown für alle kommt, ist für den Handel gerade jetzt eine veritable Katastrophe!“ Schon im Vorjahr  sei das Weihnachtsgeschäft, das für viele stationäre Handelsbetriebe existenziell wichtig sei, massiv durch einen Lockdown beeinträchtigt worden. „Entgegen allen politischen Versprechen stehen wir nun vor der gleichen, wenn nicht sogar schlimmeren Situation. Vor allem, wenn der fixe zehntägige Lockdown bis 13. Dezember verlängert werden sollte, wäre das ein Super-Gau“, hält Unterberger mit Kritik nicht hinter dem Berg. Denn dann würde für viele Händler mehr als die Hälfte des Weihnachtsgeschäfts samt dem stärksten Einkaufstag des Jahres, dem 8. Dezember, wegbrechen.

Unterberger: Handel war nie Infektionstreiber
Unterberger ist vor allem ein Dorn im Auge, dass die Bundespolitik einmal mehr alles über einen Kamm schere, anstatt auf regionalisierte, spezifische Maßnahmen zu setzen. „Der Handel war erwiesenermaßen nie Infektionstreiber. Laut Clusteranalyse der AGES sind in den vergangenen Wochen nur 0,1 bis 0,4 Prozent der Ansteckungen im Handel passiert. Daher schießt ein Lockdown in dieser Form voll am Ziel vorbei und ist, was den Handel betrifft, ein reines Placebo“, betont der Unternehmer.

Als noch der Lockdown für Ungeimpfte aktuell war, rechneten die Funktionäre schon mit einem Umsatzverlust von 20 Prozent für das Weihnachtsgeschäft im Vergleich zu 2019. Dieser Schaden dürfte jetzt weit höher werden. Eine Umfrage hatte ergeben, dass heuer in Tirol mehr Weihnachtsgeschenke eingekauft und dafür auch etwas mehr Geld ausgegeben würde: 90 Prozent planen demnach, Präsente zu besorgen. „Pro Käufer ist mit Ausgaben von durchschnittlich 340 Euro zu rechnen“, klärte Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria auf. Das entspräche einem Plus von 20 Euro. Jetzt dürfte sich die Situation massiv ändern.

Kurzarbeit und Verlustersatz gefordert
„Umso wichtiger ist es, dass augenblicklich entsprechende Hilfsmaßnahmen wie Kurzarbeit, Härtefallfonds, Ausfallbonus und Verlustersatz neu aufgestellt werden“, betont Dieter Unterberger. Diese Unterstützungen müssten rasch greifen und unbedingt besondere regionale Gegebenheiten berücksichtigen. „Vor allem in Hinblick auf die Handelsbetriebe in den Tourismusregionen und auf alle Zulieferbetriebe, die durch diesen Lockdown einmal mehr extra stark betroffen sind. Auf sie darf keinesfalls vergessen werden“, so der Spartenobmann, der ergänzt: „Wir kommen aus einem Krisenjahr und schlittern gerade in einen weiteren Totalausfall. Wenn nicht sofort Hilfsgelder ausbezahlt werden, hat das fatale Folgen für die Handelslandschaft.“

Das sieht auch Patrick Unterberger so. Er weist vor allem auch auf Betriebe wie die örtlichen Skiverleiher und den Sportartikelhandel hin, die vor allem auch auf Urlaubsgäste, u.a. aus Deutschland, angewiesen sind. Hier müsse man auch die Einreisemodalitäten, etwa die Quarantäne, im Auge haben. Margret Klausner

Bild: In der Speckbacherstraße war am Sonntag noch einiges los – für die Händler im ganzen Bezirk war schon der Lockdown der Ungeimpften eine schwierige Sitution. Jetzt herrscht zum Teil totale Verzweiflung. Foto: Klausner

 
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