04.04.2022
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Große Aufgaben für neue Gremien

Gewählt wurde bereits am Sonntag, 20. März, doch mit dem Endergebnis ist erst in wenigen Tagen zu rechnen. Die Erzdiözese Salzburg legt schon jetzt ein erstes Resümee vor.

Salzburg | Die Pfarrgemeinderatswahlen zählen zu den größten Wahlen des Landes: Immerhin 4,3 Millionen Katholiken waren am 20. März aufgerufen, ihre Vertretungen in den 3.000 Pfarren Österreichs zu bestimmen. Österreichweit gehörten zuletzt rund 45.000 Personen den Pfarrgemeinderäten an, davon 28.000 als gewählte Mitglieder. In der Erzdiözese Salzburg waren insgesamt 382.158 Menschen wahlberechtigt; 275.720 davon im Bundesland Salzburg und 106.438 im Tiroler Teil. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 14 Prozent, was einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Jahr 2017 entspricht.  

Pandemie wirkte sich auf kirchliches Leben aus
Klaudia Achleitner, Pfarrgemeinderatsreferentin im Seelsorgeamt der Erzdiözese und zugleich Sprecherin der Pfarrgemeinderatsreferenten in Österreich, führt die sinkende Wahlbeteiligung auf die Pandemie samt ihren Auswirkungen zurück:  „Allein die Gottesdienstbesucherzahlen sind seit März 2020 um etwa die Hälfte eingebrochen." Gelitten haben in den vergangenen zwei Jahren weitere Fixpunkte im kirchlichen Leben, wie etwa die Pfarrcafés und auch die Pfarrfeste - allesamt beliebte Veranstaltungen, für die sich die Pfarrgemeinderäte in „Normalzeiten"  verstärkt einbringen. Die Pandemie habe dies  nicht zugelassen und das habe sich wiederum auch auf den Urnengang ausgewirkt.

Zufrieden sei man mit dem Ergebnis aber trotzdem. Derzeit zeichnet sich in der Erzdiözese Salzburg im Österreich-Vergleich der höchste „Erneuerungsgrad“ ab. Etliche Jugendliche, Frauen und Männer hätten die Möglichkeit der Briefwahl genutzt, sagt Achleitner. Rund 72.000 Kuverts wurden in der gesamten Erzdiözese Salzburg verteilt. Ein starker Anstieg der Briefwahl habe dazu geführt, dass dieses Mal rund jede fünfte abgegebene Stimme eine Briefstimme war. Die PGR-Wahl habe auch eine personelle Erneuerung mit sich gebracht: „Viele neue Kandidaten haben den Sprung in ihren Pfarrgemeinderat  geschafft", erläutert Achleitner. Dieser Anteil liege beí etwa 45 Prozent.

Große Chance für zeitgemäße Kirche
„Die Wahl ist auch eine große Chance für das Gewinnen neuer Talente, Sichtweisen und Fähigkeiten. Dieses Potenzial ist der Motor für die Transformation zu einer zeitgemäßen Kirche", zeigt sich die Pfarrgemeinderatsreferentin überzeugt. Dieser Prozess habe schon länger begonnen und die PGR-Wahl befördere diesen Transformationsprozess. Unverändert wichtig bleibe es, junge Menschen für die ehrenamtliche Funktion innerhalb der Kirche  anzusprechen und zu gewinnen.

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine
Salzburgs Erzbischof Franz Lackner sieht in einer ersten Stellungsnahme durch den Ukraine-Krieg große Aufgaben auf die neu gewählten Gremien zukommen.  „Der Pfarrgemeinderat ist das stabile Element vor Ort, dem immer wieder große Verantwortung zukommt." Dies sei gerade im Hinblick auf die ständig steigende Flüchtlingszahl aus der Ukraine von Bedeutung:  „Es kommt jetzt eine große Aufgabe auf die Pfarren zu - mit der Aufnahme von geflüchteten Menschen", so Lackner. Das Soziale und die tätige Nächstenliebe, so die Bedeutung des Wortes Caritas, sei eine der Kernaufgaben der Pfarren.

61 Pfarren der Diözese im Tiroler Unterland
Die Erzdiözese Salzburg zählt insgesamt 210 Pfarren, 61 davon sind im Tiroler Unterland angesiedelt. Von den insgesamt 16 Dekanaten befinden sich mit Brixen im Thale, Kufstein, Reith im Alpbachtal, St. Johann und Zell am Ziller fünf im Tiroler Teil.  
Die neue Periode der Pfarrgemeinderäte wird mit einem Starttreffen mit Klaudia Achleitner und ihrem Team eingeläutet. Die Mitglieder des Dekanats Brixen im Thale sind am 13. Mai, jene aus dem Dekant St. Johann am 14 Mai in das BRG Wörgl geladen. Alexandra Fusser

Bild: Generalvikar Roland Rasser (l.) und Erzbischof Franz Lackner (r.) wählten in der Salzburger Dompfarre. Foto: EDS

 
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