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18.03.2021
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„Grenzschließungen sind fatal“

Die Grenzschließung zwischen Tirol und Bayern ist für die Wirtschaft im Grenzraum fatal: Darauf machten Wirtschaftsvertreter vor Kurzem im Rahmen eines „Euregio“-Pressegesprächs aufmerksam.

Bezirk, Tirol | Georg Dettendorfer, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern und selbst Speditions- und Frachtunternehmer schilderte die Probleme in der täglichen Arbeit. „Die Bürokratie ist mittlerweile unüberwindbar, um alle Regeln in Österreich und Deutschland einhalten zu können, müsste man 47 Seiten an Vorschriften täglich durcharbeiten!“ Er fordert daher die sofortige Aufhebung der Grenzkontrollen und zumindest die Wiederherstellung des Grenzregimes wie vor dem 14. Februar dieses Jahres. Auch der Abbau der bürokratischen Hürden auf ein Mindestmaß und die Einrichtung von zentralen Melderegistern muss sofort in Angriff genommen werden. „

Unsere Region ist so eng miteinander verbandelt. Es kann doch nicht das Ziel der Politik sein, dass Arbeitsplätze verbrannt werden“, heißt es auch von Seiten der Wirtschaftskammer. Sie berichtet auch über unzählige Beschwerden von Unternehmen, die aufgrund der Grenzschließung nicht mehr nach Bayern können. „Der Berufsverkehr ist beinahe zum Erliegen gekommen, es gibt fast keine Möglichkeit mehr für Handwerker beidseits der Grenze Aufträge auszuführen bzw. angefangene Aufträge fertig zu stellen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind fatal, es drohen Wertschöpfungsverluste in schwindelerregender Höhe, wenn die Vernunft bei der Politik nicht bald zurückkehrt.“

Grenzmanagement vereinfachen
Auch Dettendorfer kritisiert die mangelnde Abstimmung zwischen München, Innsbruck, Berlin und Wien. „Die Verantwortlichkeiten werden hin und her geschoben. Die Landratsämter wissen oft gar nicht Bescheid“, sagt er. Fast jeder zweite Unternehmer in Bayern und 85 Prozent der Tiroler Unternehmen sind negativ von den Auswirkungen der Grenzschließung betroffen– zeigen Blitzumfragen der IHK und der Wirtschaftskammer Tirol.

Prof. Walter Mayr, Präsident der Euregio Inntal verwies darauf, dass allein 6.000 Arbeitnehmer täglich nach Bayern pendeln. Für ihn wäre es wichtig, einen Grenzbezirk zu definieren, in dem man sich frei bewegen kann. „Wir fordern von der Politik mehr Empathie der Wirtschaft gegenüber“, so die Wirtschaftskammer.

Bild: Wirtschaftsvertreter aus Tirol und Bayern kämpfen Seite an Seite um Lockerungen im Grenzverkehr. Im Bild: Georg Dettendorfer, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Foto: Eberharter

 
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