18.07.2021
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Gemeinden fordern Handeln ein

„Wolf gefährdet Almwirtschaft“ – mit einer Resolution fordern Gemeinden das Land Tirol zum Handeln auf. Acht Gemeinden im Bezirk haben die Unterstützung dieser Resolution bis Redaktionsschluss beschlossen.

Bezirk | Der Tiroler Gemeindeverband ruft dazu auf, die Resolution „Wolf gefährdet Almwirtschaft – Gemeinden fordern Land Tirol zum Handeln auf“ zu unterzeichnen. Ende letzter Woche waren es acht Gemeinden im Bezirk, welche die Resolution unterzeichnet haben, tirolweit waren es fünfzig, informiert die Pressestelle des Landes Tirol.
Mit dem zweiseitigen Schreiben fordern die Gemeinden ein klares Bekenntnis zur Erhaltung der Alm- und Weidewirtschaft, die behördliche Festlegung von Gebieten wo Herdenschutzmaßnahmen nicht möglich sind, eine mögliche Entnahme von Wölfen, finanzielle Entschädigung bei Rissen sowie finanzielle und ideelle Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen.

Diskussion in den Gemeinderäten
In den meisten Gemeinden, wie etwa in Going oder in Kirchdorf, fiel der Beschluss für die Unterstützung der Resolution einstimmig aus. Der Kirchdorfer Gemeindevorstand und Landwirt Josef Heim (Liste Koasa Kraft) appellierte eindringlich darauf, dass der Wolf keinen Platz hat: „Wir haben im Bezirk Kitzbühel 400 Almen, wenn ich eine abzäune, dann wandert er einfach zur nächsten weiter. Die Behirtung mit Hund ist bei unseren touristischen Almen auch schwer vorstellbar.“
Heim warnt davor, dass die Wölfe in Zukunft noch mehr Probleme machen werden, sofern man jetzt nicht handle. „Irgendwann wird er den Menschen nicht mehr als Feindbild sehen“, sagt Heim.

Uneinigkeit in St. Ulrich
In St. Ulrich herrschte zum Thema Wolf keine einhellige Meinung im Gemeinderat. Jürgen Wolf (Gemeinsam für St. Ulrich), Katharina Würtl und Gemeindevorstand Norbert Eller (beide Wir Nuaracher für St. Ulrich) sprachen sich gegen eine Unterstützung der Resolution aus. „Wenn man einen Wolf entnimmt, wird das Revier wieder frei, der nächste kommt nach. Es macht keinen Sinn, wenn nur Tirol Wölfe abschießt, das muss EU-weit geregelt werden“, so GR Jürgen Wolf.
GV Norbert Eller wies darauf hin, dass es früher Schäfer gab. „Die Almwirtschaft in den französischen oder schweizer Alpen funktioniert, denn dort gibt es diese noch. Ich bin nicht für diese Resolution, weil wir in Tirol nicht alle Möglichkeiten ausnützen, um eine Co-Existenz mit dem Wolf zu ermöglichen.“ Johanna Monitzer

Bild: An alle Tiroler Gemeinden ging das Schreiben des Tiroler Gemeindeverbandes und der Landwirtschaftskammer mit der Bitte um Unterstützung. Foto: Monitzer

Außerdem - Nächtlicher Wolfs-Besuch
St. Ulrich | Von einem Wolfs-Erlebnis berichtete Bergrettungschef Sebastian Widmoser im St. Ulricher Gemeinderat. Letzten Sommer wurde er um Mitternacht von der Landesleitstelle alarmiert. „Ein junges Pärchen war beim Zeltteln, hörte Tiergeräusche, vermutete einen Wolf und geriet in Panik.“

Zunächst eine unklare Situation
Widmoser nahm daraufhin Kontakt mit dem Pärchen via Handy auf und riet ihnen bis zur nächstgelegenen Hütte zu gehen, um dort mit dem Zelt zu übernachten. „Die Situation war zunächst nicht klar, denn bei uns war zuvor kein Wolf gesichtet worden und auch die Wolfs-Risse waren noch kein großes Thema im Bezirk“, erinnert sich Widmoser.
Kurze Zeit später bekam der Bergrettungschef vom zuständigen Jäger die Meldung, dass genau in diesem Bereich eine Gams von einem Wolf gerissen wurde. „Das war für uns selber überraschend und man sieht auch wie nahe die Tiere kommen können“, so Widmoser. jomo

 
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