01.02.2021
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Gemeinde pocht auf Restaurant

Das Hotel „Hoch Tirol“ am Fuße der Fieberbrunner Bergbahn wird neu errichtet. Finanziert wird das Vorhaben durch das „Buy to let“-Investorenmodell. Die Gemeinde will einen Restaurantbetrieb mittels Vertrag absichern.

Fieberbrunn | Die besten Zeiten hat das „Hoch Tirol“ hinter sich. Das Hotel am Fuße der Bergbahn Fieberbrunn ist schon länger geschlossen. Nun wird es abgerissen. Die Gemeindeführung beschloss dafür in ihrer letzten Sitzung einstimmig den neuen Bebauungsplan.

34 Suiten mit maximal 150 Betten geplant
Die derzeit noch in Gründung befindliche Schi- und Sonnenresort Fieberbrunn GmbH errichtet auf dem Grundstück ein Apartment-Hotel mit 34 Suiten (max. 150 Betten). Die Finanzierung erfolgt  durch das Investorenmodell „Buy to let“ - die einzelnen Einheiten werden verkauft, der Käufer bzw. neue Eigentümer überlässt die Suiten dem Apartment-Hotelbetreiber zur Vermietung und erhält dafür im Gegenzug eine Rendite.

Dieses nicht unumstrittene Investorenmodell, um Apartmenthotels zu finanzieren, ist keine Seltenheit in Fieberbrunn. Zuletzt berichtete der Kitzbüheler Anzeiger über das im Bau befindliche „All Suite Resort“ im Dorfzentrum. Für dieses Apartment-Hotel mit 36 Suiten hätte sich die Gemeinde einen Restaurantbetrieb gewünscht bzw. war es vorab so vereinbart– es ließ sich aber laut den Verantwortlichen kein Betreiber finden. Nun ist eine lokale Bäckerei im Gespräch, die zumindest ein Café mit kleinen Speisen im „All Suite Resort“ betreiben würde.

Gemeinde beschließt umfangreichen Vertrag
Damit beim Projekt „Hoch Tirol“ nun nicht das selbe passiert, will sich die Gemeindeführung mit einem umfassenden Vertragswerk absichern.  „Die Eigentümer und Hotelbetreiber werden zu der Restaurantführung verpflichtet. Ein Verkauf durch den Eigentümer benötigt die Zustimmung des Gemeinderates“, erklärte Bürgermeister Walter Astner. Zudem habe man sich abgesichert, dass keine Hauptwohnsitze oder verschleierte Freizeitwohnsitze entstehen. „Die Suiten dürfen nur kurzfristig vermietet werden“, betont Bürgermeister Astner.

Hotelzugang über Gemeindegrund
Der Hotelzugang erfolgt über den Parkplatz, welcher der Gemeinde gehört. Die Gemeinde verpachtet 309 Quadratmeter an die Schi- und Sonnenresort Fieberbrunn GmbH zu einem jährlichen Pachtzins von 6.000 Euro. Hier will man sich vertraglich gegen mögliche Dauerparker am Parkplatz absichern. „Bei der Buchung eines Appartements muss ein zugewiesener Tiefgaragenplatz dabei sein“, erklärt Astner.

Strafen drohen – Exekutierbarkeit?
Bei Zuwiderhandeln gegen die Vertragsinhalte drohen hohe Strafzahlungen. Die Gemeinderäte stimmten dem Vertrag einstimmig zu. Vize-Bürgermeister Wolfgang Schweiger merkte aber an: „Ich finde es richtig, dass man hier reagiert hat. Wir haben unser Möglichstes getan – die Exekutierbarkeit ist jedoch eine andere Frage.“

Wer errichtet und betreibt das Hotel
Hinter der derzeit noch in Gründung befindlichen Schi -und Sonnenresort Fieberbrunn GmbH steht der dänische Unternehmer Christophersen Soren Jelstrup als Hotelerrichter. Betrieben werden soll das Apartment-Hotel von der Alpen Travel GmbH mit Sitz in Bad Gastein und Dänemark, der ebenfalls Christophersen Soren Jelstrup als Geschäftsführer vorsteht.

Keine Flächenwidmung notwendig
Für den Neubau des Hotel „Hoch Tirol“ bedurfte es keiner neuen Widmung, weshalb es für die Gemeinde schwer war, Einfluss zunehmen, betont Amtsleiter Kaspar Danzl: „Wir haben uns den Errichter und Betreiber genau angeschaut. Er errichtet in Fieberbrunn auch ein Personalhaus.“ Zudem sei der Grundstückspreis so hoch gewesen, dass ein klassischer Hotelbetreiber nicht gefunden werden konnte, heißt es aus der Gemeindestube. Johanna Monitzer 

Bild: Der alte Schriftzug „Restaurant“ ist auf dem ehemaligen Hotel Hoch Tirol noch zu lesen. Das Gebäude wird abgerissen. Im neuen Apartment-Hotel soll es aber ein Restaurant geben – die Gemeindeführung sicherte sich mittels umfangreichen Vertragswerks ab. Foto: Lutzmann

 
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