15.03.2021
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Fünf Gemeinden und eine Vision

Die Gemeinden St. Johann, Going, Kirchdorf, Reith und Oberndorf wollen ein gemeinsames Gewerbegebiet entwickeln. Es ist ein Vorreiterprojekt im Bezirk Kitzbühel – noch ist jedoch vieles offen.

St. Johann | Gemeinsam, statt einsam – es geht um die rund sieben Hektar große Grundfläche im Bereich Hof Unterbürg, verkehrstechnisch gut gelegen neben der Loferer Bundesstraße. Die Gemeinden St. Johann, Going, Kirchdorf, Reith und Oberndorf wollen dort zusammen ein Gewerbeprojekt entwickeln und verwirklichen.

Bedingung des Landes wird zum Ideenmotor
Das Grundstück liegt auf St. Johanner Gemeindegebiet und ist derzeit noch als „Vorbehaltsfläche Landwirtschaft“ im Raumordnungskonzept ausgewiesen. Der Tiroler Bodenfond erwarb die Fläche im Auftrag der Marktgemeinde. „Bedingung oder besser gesagt der sehr gute Vorschlag des Landes Tirol war dabei, dass wir ein gemeindeübergreifendes Gewerbegebiet entwickeln“, erklärt Bürgermeister Hubert Almberger (VP).
Die Gemeinden betreten mit dem Gewerbeansiedelungs-Projekt Neuland.

Oberösterreich macht es vor
In Oberösterreich ist eine Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden bei Gewerbegebieten schon weiter fortgeschritten. Eine Exkursion ist, sobald es die Pandemie erlaubt, geplant. „Zusammen mit der GemNova haben wir uns drei Gewerbe-Projekte in Oberösterreich ausgesucht, die auch für uns interessant sein könnten. Wir werden uns die Verträge, die Aufteilung und Entwicklung anschauen“, berichtet der Oberndorfer Bürgermeister Hans Schweigkofler (SP).

Gewerbeflächen sind Mangelware
Für Oberndorf wäre das Projekt sehr wichtig, denn es gibt derzeit de facto keine Gewerbeflächen mehr, wie Schweigkofler veranschaulicht. Das selbe Bild in Going und Reith – auch hier erklären die Bürgermeister, dass es innerhalb der Ortsgrenzen keine Gewerbeflächen mehr gibt. „Vor allem junge Unternehmer fragen bei uns oft im Gemeindeamt nach. Das wäre ein sehr gutes Projekt und wir sind sehr interessiert, hier dabei zu sein“, sagt der Reither Bürgermeister Stefan Jöchl (VP).
In Kirchdorf gibt es zwar noch Gewerbegründe und einige Projekte sind in Ausarbeitung, jedoch sieht Bürgermeister Gerhard Obermüller (VP)in der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit die Zukunft: „Die Anfragen nach Gewerbeflächen werden nicht abreißen.Es ist sinnvoll, dass wir uns da jetzt dranhängen.“

St. Johann könnte die Fläche auch allein füllen
Geht es nach der Zahl der Bewerber, könnte die Marktgemeinde St. Johann die sieben Hektar Fläche wohl alleine bespielen. Im Gemeindeamt haben sich schon 26 Interessenten gemeldet, bevor die Planungen konkretere Züge angenommen haben. „Herausforderung ist sicher, die Grundfläche perfekt und raumsparend auszunützen. Hier werden wir uns Hilfe von einem Städteplaner holen“, erklärt Bürgermeister Hubert Almberger.

Wie wird das Gebiet erschlossen?
Fast fix und fertig geplant ist schon die Neugestaltung der Kreuzung, um eine sichere Anbindung in das Gewerbegebiet zu ermöglichen. „Hier hat das Baubezirksamt Kufstein schon sehr gute Arbeit geleistet“, informiert der St. Johanner Bürgermeister.

Viele Fragen sind noch offen
Die Hauptarbeit steht den Gemeinden aber erst bevor. Wie werden die Gewerbeflächen aufgeteilt? Wie werden die Kommunalsteuer-Einnahmen aufgeschlüsselt? Das und vieles andere soll sich in den nächsten Wochen konkretisieren.

„Weg vom Kirchturm-Denken“
Die Vision von weniger Kirchturm-Denken sehen die beteiligten Gemeinden als das Gebot der Stunde. „Die heutige Generation kennt keine Gemeindegrenzen mehr. Jede Gemeinde hat andere Vorzüge oder Gegebenheiten. Hier gilt es, sich gegenseitig zu stärken“, betont der Kirchdorfer Bürgermeister Gerhard Obermüller.
Standort-Bürgermeister Almberger hofft, dass sich in spätestens zwei Jahren die Vision zu einer erste Baustelle entwickelt hat. Zudem könnte im Bereich Unterbürg auch noch ein gemeindeübergreifender Recyclinghof entstehen – viel zu tun für die fünf visionären Bürgermeister. Johanna Monitzer

Bild: Das Grundstück für das geplante Gewerbegebiet liegt am Ortsrand von St. Johann beim Hof Unterbürg. In Oberösterreich gibt es schon einige gemeindeübergreifende Gewerbegebiete. Im Bezirk Kitzbühel betritt man damit Neuland.  Foto: Monitzer/Montage Anzeiger

 
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