10.08.2021
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Freizeitwohnsitz-Stopp gefordert

Das Thema „Freizeitwohnsitze“ brennt den Abgeordneten der Liste Fritz nach wie vor unter den Nägeln. Auch beim Besuch im Bezirk stand dies im Vordergrund.

Kitzbühel | Sie hat Tradition, die alljährliche Bezirkstour der Abgeordneten der Liste Fritz. Vergangene Woche waren daher Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sowie LA Markus Sint zu Gast in Kitzbühel. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bezirkssprecher, dem Fieberbrunner Harald Weidacher, tourten sie durch den Bezirk.
Bei ihrem Stopp in Kitzbühel stand das Thema „Freizeitwohnsitze“ ganz oben auf der Agenda und LAbg. Markus Sint klärte auf: „Die Situation ist und bleibt dramatisch. Wir merken deutlich, dass der Druck auf die Gemeinden, Widmungen durchzuführen aber auch Freizeitwohnsitze zu genehmigen steigt.“ Tirolweit gibt es derzeit 16.306 genehmigte Freizeitwohnsitze, die Dunkelziffer dürfe in die Tausenden gehen, so die Liste Fritz.  Sint und Haselwanter-Schneider sind überzeugt, „dass wir mit unseren Anträgen, Anfragen und Vorschlägen eine Lawine losgetreten haben. Das Thema gewann an Brisanz und sogar Regierungsmitglieder wie LR Johannes Tratter wollen mittlerweile schärfer gegen illegale Freizeitwohnsitzler vorgehen.“  

Vier Orte überschreiten Acht-Prozent-Quote
Nur vier Orte (St. Johann, Going, Fieberbrunn und Hochfilzen) liegen derzeit unter der erlaubten Acht-Prozent-Quote für genehmigte Freizeitwohnsitze, informiert die Liste Fritz. Spitzenreiter sind übrigens Westendorf mit 26 Prozent sowie Aurach und Reith mit jeweils 24 Prozent an genehmigten Freizeitwohnsitzen. Die Stadt Kitzbühel liegt bei 18 Prozent.
Die Liste Fritz wäre in jedem Fall dafür, eine „Task Force“ einzusetzen. Das Land soll Personen anstellen, die hier kontrollieren und so den Gemeinden die Arbeit erleichtern. Inzwischen hätten sich die Meldungen eingespielt, wenn illegale Freizeitwohnsitze vermutet werden, sagt Sint.

258 Meldungen in fünf Gemeinden
Von 258 Meldungen in fünf Gemeinden spricht Sint. Mittlerweile würde nicht nur an die Gemeinde, sondern auch an die Bezirkshauptmannschaft gemeldet werden. Erste Entscheidungen des Landesverwaltungsgerichts, die in Strafen oder Rückbauten endeten, liegen ebenfalls schon vor. Die Bezirkshauptmannschaften dürfen jetzt in Deutschland nachfragen. So könne unter anderem eruiert werden, ob es sich wirklich um den angegebenen Hauptwohnsitz handelt. Aber auch die Finanzpolizei sei aktiv. Nicht nur hinsichtlich der Freizeitwohnsitze, sondern auch wegen der vielen Pkw mit ausländischem Kennzeichen.
„Es ist für uns auch ein völlig falsches Signal, Freizeitwohnsitze auf Bauernhöfen zu genehmigen. Sonst kommt es zu Situationen wie in Fieberbrunn, wenn ein Bauer einen Radwegbau nur ermöglicht, wenn er einen Freizeitwohnsitz genehmigt bekommt. Wir sind allgemein für ein völliges neuer Freizeitwohnsitze und nicht wie derzeit nur ein teilweises Verbot“, stellt Sint klar.

Kritik an geplantem Chaletdorf in St. Johann
Kritik kommt auch vom stellvertretenden Bezirkssprecher Harald Weidacher: „Ich bin nicht gegen den Tourismus, ganz im Gegenteil. Aber wir müssen auch wohnen können, auch jene, die eben im Tourismus arbeiten. Ein Negativbeispiel für mich ist hier  St. Johann. Bei der sogenannten „Löwengrube“ rührt sich nichts, aber in Berglehen neben der Bergbahn will man Grund für ein Chaletdorf aufreißen.“ Man baue im Bezirk Kitzbühel seiner Ansicht nach am Bedarf der Einheimischen vorbei. Margret Klausner

Bild: Der Bezirkssprecher-Stellvertretreter Harald Weidacher, Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und LA Markus Sint (v.l.) auf Bezirkstour. Foto: Klausner

 
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