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10.12.2021
News  
 

„Franz trainierte am härtesten“

„Als die schönste Zeit seines Lebens“, bezeichnet Peter Obernauer seine Jahre als Trainer des österreichischen Jugend- und Schülerskikaders. Er trainierte auch Franz Klammer, Anton „Jimmy“ Steiner, Werner Grissmann, Klaus Eberhard  und Sepp Walcher – die Stars im neuen Film „Chasing the Line“.
 
Kitzbühel | Erinnerungen an „seine Buben“ wurden bei Peter Obernauer wach, als er sich den neuen Kinofilm über Franz Klammer „Chasing the Line“ anschaute. Der Kitzbüheler trainierte die wilden Hunde vom Film in Echt. „Im Alter von 14 bis 18 waren die fünf Burschen bei mir im Jugend-und Schülerskikader“, blickt Obernauer zurück.

Streng, aber fair
Fünf Jahre trainierte der Kitzbüheler den österreichischen Ski-Alpin-Nachwuchs. „Ich war streng, aber immer fair. Wer Weltklasse sein wollte, musste hart arbeiten. Wir haben einiges erlebt. Es war die schönste Zeit meines Lebens.“ Dabei war Franz Klammer gar nicht der Beste in der jungen Truppe von Obernauer. „Nein, der Franz hatte nicht das größte Talent, aber er war derjenige, der am härtesten trainierte. Im Gegensatz zu Werner Grissmann, der ein unglaubliches Talent hatte, aber es mit dem Training nicht allzu ernst nahm“, schmunzelt Obernauer. Für Franz Klammer nahm der Skisport schon in jungen Jahren einen sehr hohen Stellenwert ein – neben dem perfekten Material ein Grundstein für Klammers Erfolge, so Obernauer.

Kunstschnee gab es nicht
Trainiert wurde etwa am Kitzsteinhorn, in Schladming oder am Ötztaler Gletscher. „Kunstschnee gab es ja damals keinen. Wenn es viel Schnee hatte, sind wir auch mal tagelang nur Tiefschnee fahren gegangen – dafür musste man früher sehr gut skifahren.  Mit den langen Latten war das nicht so einfach“, schildert Obernauer. Auf jeden jungen Athleten schnitt Obernauer ein individuelles Trainingsprogramm zu.
Das Training von damals, ist mit dem heutigen nicht zu vergleichen. „Heute fängt man meiner Meinung nach teilweise zu früh an, sich zu spezialisieren. Damals musste im Jugendkader jeder alles können“, erzählt Obernauer. Auch war es früher noch etwas „gemütlicher“ – was aber nicht die Leistung betrifft. „Die Leistung war sicher gleich bedeutend wie die heutige, aber danach ist man halt auch mal auf ein Bier gegangen.“

Direkter Weg ins Nationalteam
Franz Klammer und Co. wurden direkt aus den Händen von Obernauer von Trainer Charly Kahr übernommen. „Charly hat immer nach den Besten und Härtesten Ausschau gehalten, die hat er dann in der Abfahrts-Mannschaft starten lassen. Damals war das die Elite-Truppe“, schildert Obernauer.
Dieser Elite-Truppe wird nun  nun im Film „Chasing the Line“ Tribut gezollt. Obernauer, der dem Skisport in vielen Funktionen immer in Verbindung geblieben ist, trifft„seine Buben“ immer wieder einmal: „Der Kontakt brach nie ab. Wenn wir uns sehen rennt der Schmäh. Es gibt noch immer eine Verbundenheit.“ Johanna Monitzer

Bilder: Peter Obernauer trifft Franz Klammer und Co. heute noch öfter. Das Bild oben entstand während der Hahnenkamm-Rennen Anfang der 2000er Jahre. Fotos: Monitzer, privat

Zur Person Peter Obernauer
Peter Obernauer, ehemaliger Hahnenkamm-Rennleiter, gehört zu den Aushängeschildern des Kitzbüheler  Skisports. In den sechziger Jahren war er Kader-Rennläufer und gemeinsam mit Rudi Sailer, Herbert Huber, Michael Schwaiger und Fritz und Peter Feyrsinger Teil des Kitzbüheler „Nachwuchswunderteams“. Nach einem Sturz beendete er seine Rennkarriere mit 20 Jahren.

Anfang der Siebziger Jahre war Obernauer Trainer der österreichischen Jugend- und Juniorenauswahl. Er war jahrelang Rennleiter und Pistenchef des Hahnenkamm-Rennes, Delegierter der FIS, Rennleiter der Ski WM in St. Moritz und u.a Jurymitglied bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Im Kitzbüheler Ski Club war er im Vorstand und fungierte jahrelang als Vizepräsident.

 
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