03.02.2021
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Forderung nach Handwerkerbonus

„Uns geht langsam die Puste aus“, fasst der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, Franz Jirka, den Stand der Branche zusammen. Während der Bau und das Baunebengewerbe vergleichsweise bislang glimpflich durch die Krise kamen, sind die Vertreter der körpernahen Dienstleistungen oder der Eventveranstaltung schwer getroffen.
 
Bezirk, Tirol | Dennoch: der Rückblick auf das vierte Quartal 2020 weist auch für den Bau ein Minus von 5,8 Prozent aus. Quer über die ganze Sparte schlägt der Rückgang mit Minus 12,8 Prozent zu Buche. „Das ist um rund eineinhalb Prozent mehr als im Österreichschnitt und liegt daran, dass auch das Gewerbe und Handwerk in Tirol viele Aufträge aus dem Tourismus erhält, der von den Lockdowns am härtesten betroffen ist“, erklärt Franz Jirka.

Auftragsstand von 20 Wochen
Besonders schwer sind in der Sparte Gewerbe und Handwerk  zudem die Gesundheitsberufe mit einem Minus von 21,6 Prozent gezeichnet.
Ein Blick auf die aktuellen Auftragsbestände verdeutlicht nochmals die Lage der Sparte: „Vier Prozent der Betriebe haben keinerlei Polster und können neue Aufträge sofort abarbeiten, 26 Prozent verfügen über einen Auftragsbestand für die kommenden ein bis vier Wochen, 50 Prozent für die kommenden fünf bis neun Wochen, 14 Prozent für die kommenden zehn bis neunzehn Wochen und sechs Prozent haben die Auftragsbücher über die nächsten zwanzig Wochen hinaus gefüllt“, heißt es dazu.

Das Marktforschungsunternehmen IMAD erhob darüber hinaus noch die Zufriedenheit der Unternehmer aus Handwerk und Gewerbe mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation. In Summe gibt sich die Branche recht kämpferisch. Blickt man beispielsweise auf das Unterland, sind 12 Prozent sehr zufrieden mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage ihres Betriebes, weitere 35 Prozent immerhin noch zufrieden. „Gar nicht zufrieden“ sind 15 Prozent der Unternehmer.

Unterland zeigt sich optimistischer
Die Unterländer sind tirolweit übrigens am optimistischsten, was die Finanzlage betrifft. Berechnet man nämlich den Mittelwert (1 bedeutet sehr zufrieden und 5 überhaupt nicht), ergibt sich für das Unterland ein Wert von 2,92. Am meisten hadern die Betriebe in Innsbruck-Stadt und Osttirol mit der aktuellen Situation. Auch Unternehmerinnen und Ein-Personen-Unternehmen beurteilen den Ist-Stand deutlich schlechter als andere.  Die KMU-Forschung Austria warf auch einen Blick auf die tatsächlichen Nachteile durch Corona. So erhob sie die Zahl an Stornierungen und Kundenterminen sowie die erwarteten Umsatzeinbußen der befragten Betriebe. Von entsprechenden Stornos waren 27 Prozent der Befragten zu 50 Prozent und mehr betroffen. Aber immerhin 21 Prozent erfreuen sich keines Rückganges. Die Umsatzeinbußen machen einmal mehr die Spannungsbreite der Sparte deutlich: 30 Prozent erwarten Umsatzeinbußen von 50 Prozent und mehr, während 17 Prozent mit keinerlei entsprechenden Einbußen rechnen.  Der unternehmerische Ausblick der Branche auf 2021 gestaltet sich überwiegend neutral, die Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage. Rund ein Drittel der Befragten gibt an, auch ohne staatliche Unterstützung sicher bestehen zu können. Sieben Prozent schaffen es sicher nicht ohne diese Hilfestellung.

Jirka: „Bürokratie-Hürden abbauen“
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Spartenobmann Franz Jirka auf weniger Bürokratie-Hürden in diesem Bereich drängt. „Das Geld muss jetzt schnell fließen, viele Betriebe sind nach fast einem Jahr Corona am Limit“, erklärt Jirka.  Eine wichtige Forderung ist auch jene nach Wiedereinführung des Handwerkerbonus für Arbeitsleistungen und Fahrtkosten, jedoch nicht für Materialkosten. „Wir haben bereits in den Jahren 2014 bis 2017 gesehen, dass ein derart ausgestalteter Handwerkerbonus einen wichtigen Impuls für die Betriebe leistet und dem Pfusch entgegenwirkt“, so der Spartenobmann. Jirka fordert die Wiedereinführung des Handwerkerbonus ab 1. April 2021. Elisabeth Galehr

Bild: Franz Jirka. Foto: WKT/Die Fotografen

 
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