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Kitzbüheler Anzeiger
19.11.2023
News  
 

Fichtenwald durch Moor ersetzt

Schwentlingbauer Johannes Rass leistete einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz: Er stellte einen Hektar Fläche für die Wiederherstellung des ursprünglichen Hochmoores zur Verfügung. Zuvor wurde allerdings gerodet.  

St. Johann | Für Naturschutz-Landesrat René Zumtobel ist Schwentlingbauer Johannes Rass der „Held des Tages“: Es sei einzigartig, dass ein Grundeigentümer in Eigeninitiative eine Fläche für die Renaturierung eines Moores zur Verfügung stelle, freute sich Zumtobel bei einem Lokalaugenschein im St. Johanner Ortsteil Hinterkaiser.

Dort, wo sich bis vor zwei Jahren ein monotoner Fichtenwald befand, ist im Zeitraum von zwei Jahren wieder ein Feuchtgebiet entstanden. Das ursprüngliche Hochmoor war in den 1960er-Jahren trockengelegt und der forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt worden. Mit Hilfe des Landes Tirol wurde das ehemalige Moorgebiet, rund 10.000 Quadratmeter Fläche, renaturiert: „Bäume wurden entfernt, die vorhandenen Entwässerungsgräben geschlossen und die Fläche dadurch wieder mit Nässe versorgt“, schildert Felix Lassacher von der Landes-Umweltabteilung.  

Seit dem Start der Tiroler Moorschutzstrategie im Jahr 2022 wurden landesweit bereits rund 7,5 Hektar Moorfläche revitalisiert. In den kommenden Jahren sollen weitere Flächen hinzukommen. Intakte Moorlandschaften haben eine große Bedeutung für den Klimaschutz und die Artenvielfalt. „30 Prozent des weltweit erdgebundenen Kohlenstoffs werden in Mooren gespeichert – und das obwohl sie nur rund drei Prozent der Erdoberfläche bedecken. Somit binden Moore doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammen“, erläutert Lassacher.

Die Wirkung und Bedeutung von Moorlandschaften ist lange unterschätzt worden. Um so größer ist nun die Freude, dass im Hinterkaiser wieder ein Hochmoor im Entstehen ist. „Ich wollte der Natur wieder etwas zurückgeben, erklärte Johannes Rass. Alexandra Fusser

Bild: Lokalaugenschein mit Felix Lassacher (Abteilung Umweltschutz/Land Tirol), Grundeigentümer Johannes Rass, SP-Landtagsabgeordnete Claudia Hagsteiner und SP-Naturschutzlandesrat René Zumtobel (von links). Foto: Fusser

 
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