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05.12.2021
News  
 

Festhalten an der Routine

Eine Pandemie, die seit Monaten das Leben von vielen Menschen auf den Kopf gestellt hat. Ein Lockdown, der das eigentliche Arbeiten vor große Herausforderungen stellt . Speziell für Menschen mit Behinderung, die sich an immer neue Gegebenheiten anpassen müssen.

Kitzbühel, Hopfgarten | Die vergangenen Lockdowns hat die Lebenshilfe im Bezirk genutzt, um ihre Arbeit in Kleingruppen fortzusetzen. Insgesamt sind 110 Mitarbeiter im Bezirk angestellt, um 260 Klienten mit ihren Familien zu unterstützen. Am internationalen Tag der Menschen mit Behinderung gilt es eine Frage zu klären - Werden die Menschen behindert oder ist es die Behinderung, die im Weg steht? Für Markus Themel, Regionalleiter von der Lebenshilfe ist die Antwort klar: „Man wird eindeutig noch behindert“.
Ein Beispiel für ihn ist, dass noch nicht in allen Gemeinden Barrierefreiheit gegeben ist. Er zeigt dies anhand  der Mittelschule in Kitzbühel auf. „Es gibt vorne keinen barrierefreien Eingang. Rollstuhlfahrer müssen überlegen, wie sie in den Musiksaal kommen“, erklärt Themel und findet, dass die Lösung des Zugangs über den Hintereingang, welches Klingeln erfordert ein Hindernis darstellt.

Gewohnte Strukturen aufrecht erhalten
Seit mehr als einem Jahr ist auch das regionale Geschäft Naturtalent in St. Johann in Betrieb, in der Aquarena kochen die Klienten auf. Der Lockdown ist für niemanden leicht, von Seiten der Lebenshilfe wird versucht, an den bisherigen Strukturen weiterhin festzuhalten. Obwohl das Restaurant geschlossen hat, wird für andere Klienten weitergekocht. „Der sichere Anker ist in diesen Zeiten sehr wichtig“, erklärt Themel.
Als großes Ziel will man noch mehr Kooperationen eingehen und mehr gemeinsame Tätigkeiten umsetzen. „Nicht nur als separate Gruppe, sondern als aktive Mitarbeiter beispielsweise im Bauhof-Team“, sagt Themel. Die neue Selbstständigkeit im Verkaufs- und Restaurantteam zeigt positive Auswirkungen. „Die Leute blühen auf, weil sie Kontakt nach außen haben“. Etabliert hat sich die eigene Imkerei. „Der Käufer und auch Verkäufer freut sich über den Honig und daher hat man einen anderen Bezug.“

Finanzierung ist eine Herausforderung
Vor besonderen Herausforderungen steht auch der Verein „Schritt für Schritt“, der vormals in der Schule in Hopfgarten und nunmehr in Schwoich beheimatet ist. „Wir haben unsere Therapieräume nun in einem Bauernhaus und dies ist ein großer Vorteil“, erklärt Obfrau Susi Schöllenberger. Nachdem man im ersten Lockdown komplett geschlossen hatte, arbeitet man nun in Kleingruppen. „Damals mussten wir mit dem Therapieangebot wieder von vorne beginnen“, erklärt Schöllenberger die erneute Aufbauarbeit. Betreut werden Kinder mit geistigen bzw. körperlichen Einschränkungen von zwei bis über 20 Jahre. Unterstützung erhalten sie von zehn Mitarbeitern, die Ausbildungen als Therapeuten, Pädagogen und Helfer vorweisen. Schwierig ist die Finanzierung, da das ganzheitliche Therapieangebot in Tirol nicht gefördert wird.

„Wir müssen sieben Mitarbeiter durch Spenden finanzieren“, erklärt Schöllenberger und hofft weiterhin auf finanzielle Unterstützung. Aber auch dort macht die Pandemie nicht halt, viele Spendenaktionen konnten zuletzt nicht durchgeführt werden.
Und wird der Mensch behindert oder steht die Behinderung im Weg? „Es ist oft schwierig, so zu tun als ob alles normal wäre. Für die körperliche Behinderung gibt es Hilfsmittel, während die geistige Behinderung schwieriger ist.“ Verena Mühlbacher

Bild: Ein positives Fazit zieht die Lebenshilfe mit dem Geschäft „Naturtalent“, in Kleingruppen wird in Schwoich gearbeitet.

 
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