04.10.2022
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Farbenmeer über dem Brixental

Nach anfänglichem Wetterpech konnten die letzten Tage der Ballonwoche noch trocken und begleitet von herrlichem Herbstpanorama abgehalten werden.

Brixental | Irmgard Moser, die seit 13 Jahren die Organisation innehat, spricht von einer gelungenen Veranstaltung. Die 59-jährige Mariazellerin ist selber leidenschaftliche Pilotin mit einer eigenen Ballonfirma. „Wenn dich das Ballonvirus infiziert hat, dann hilft auch keine Tablette oder Impfung“, so die quirlige Steirerin. Im Brotberuf Küchenleiterin in einem Pflegeheim zählt das Ballonfahren zu ihrer großen Leidenschaft.

Eines der wenigen noch verbleibenden Treffen
Auf die Frage warum es eigentlich Fahren und nicht Fliegen heißt, hat die Steirerin eine recht einleuchtende Erklärung: „Laut historischer Überlieferung und verständlicher Erklärung heißt es, dass nach einem ausgedehnten Abendessen mit Schweinsbraten und einem Glas Bier der Körper seine Gase auch „fahren“ und nicht fliegen lässt, so lässt sich das am besten erklären“, so die Pilotin schmunzelnd.

Kirchberg zählt zu einem der renommiertesten Treffen in Europa, früher waren solche Veranstaltungen vermehrt zu finden: „Doch aufgrund der schwierigen Sponsorensuche und des Aufwandes für die Teams ist es umso erfreulicher, dass sich der Balloncup schon so viele Jahre in Kirchberg hält.“

Von den heuer 30 startenden Teams waren sechs aus England und zwei aus Belgien angereist, um dem Event und der Region Tribut zu zollen.

Und was macht den Balloncup in Kirchberg aus? „Das ist zum einen sicherlich die wunderschöne Region mit ihren sanften Grasbergen und zum anderen sind es die signifikanten Winde des Brixentals, z.B. der Wind aus Aschau in der Früh. Das findet man in dieser Form nirgends“, weiß die erfahrene Pilotin zu berichten.

Aber auch das familiäre Miteinander und die gute Zusammenarbeit mit den Grundstücksbesitzern machen den speziellen Charme dieses Treffens aus.

Wer sich auf so eine Fahrt einlässt und in einen bis zu 70.000 Euro teuren Ballon steigt, der darf sich aber nicht nur über unvergessliche Ausblicke freuen, sondern wird auch in den Adelsstand erhoben. Nach einer erfolgreichen Ballonfahrt erfolgt eine „Taufe“ wie schon zu Zeiten des französischen Königs Ludwig des 16. „Die Ländereien, die damals mit dem ersten Fluggerät, dem Ballon, überfahren wurden, gingen nach erfolgreicher Überfahrt an den Piloten über – schade, dass das heute nicht mehr so ist, ich hätte da schon eine Freude an dem ein oder anderen Platzerl in Kirchberg“, plaudert Moser aus dem Nähkästchen.

Aus den vielen Jahren dieser faszinierenden und wunderschön anzusehenden Veranstaltung gibt es natürlich das ein oder andere Kuriosum zu berichten: „Ein Spanier ist einmal ganz am äußersten Zipfel des Sonnbergs gelandet. Wer den Rauhen Kopf mit all seinen unzähligen Wegen und Abzweigungen kennt, der weiß, dass sich die Suche nach dem Ballon mehr als schwierig gestaltet hat. Auch die Berglandung am Hahnenkamm oder die feuchte Ankunft am Schwarzsee sind mir noch gut in Erinnerung.“

Für die Fortführung dieser schönen Anekdoten ist bereits gesorgt: Vom 15. bis 23. September 2023 ist die 34. Auflage des Balloncups in Kirchberg fixiert und Gäste wie auch Einheimische dürfen sich wieder über einen Himmel voller Farbenpracht freuen. Elisabeth Schill

Bild: V.l.: Thomas Schaller Wettkampfleitung, Peter Pöschl-Meteorologe, Irmgard Moser – Organisationsleitung, Heinz Reiter - Organisation.

 
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