29.01.2021
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Entscheidungen für den Sport

Im Nachhinein betrachtet blieb bei den heurigen Hahnenkammrennen fast gar nichts so wie es ursprünglich geplant war. Das OK-Team rund um Michael Huber war täglich gefordert. Am Ende gab es drei Rennen, die auf ihre Weise in die Geschichte eingehen werden.

Kitzbühel | Die Absage für das Rennen am Samstag war relativ früh klar. „Um drei Uhr morgens startete Pistenchef Herbert Hauser auf die Strecke, um vier Uhr folgte ihm die Jury. Es war eigentlich schnell klar, dass sich die Situation nicht verbessern, sondern eher verschlechtern wird“, gibt KSC-Präsident und OK-Chef Michael Huber einen Einblick in die Stunden vor der Absage.
Das OK-Team war durch denWetterbericht für Samstag schon vorgewarnt, man hoffte jedoch auf ein wenig Wetterglück, doch dies traf heuer nicht zu. Eine Verlegung des Start- oder Zielbereiches ist zu Pandemiezeiten nicht möglich, denn es gilt, die Kontrolle zu wahren und niemanden zu gefährden. „Heuer war nicht so viel Flexibilität wie in den anderen Jahren möglich“, erzählt Huber.

Es folgten Gespräche mit dem ORF und der Marketingagentur, welcher Programmpunkt am Sonntag durchgeführt werden soll: Abfahrt oder Super-G? Die Tendenz ging zur Abfahrt, bis FIS-Renndirektor Hannes Trinkl die Option mit Montag ins Spiel brachte. Nach dem Sieg von Hermann Maier 2005 stand der Montag als Alternative nicht mehr zum Thema, da das Rennen von Schladming dadurch zu sehr beeinträchtigt wurde. „Es folgten viele Telefonate, alle beteiligten Hauptpartner wurden kontaktiert und von allen Seiten gab es grünes Licht“, erzählt Michael Huber. Um elf Uhr stand dann fest: es gibt noch zwei Rennen in Kitzbühel. Somit wurde wieder eine Entscheidung für den Sport gefällt.

Alte Clubziele stehen im Vordergrund
„Es steht ja in unseren Statuten. In Paragraph eins wird festgehalten, dass der Club für die Ermöglichung des Sports da ist und nicht zur Gewinnoptimierung“, sagt KSC-Präsident Michael Huber und spricht damit die Einnahmensituation an, die sich heuer auf Werbe- und Fernsehgelder beschränkt. „Alles war vorher fix, kam dann doch anders und jetzt muss man alles neu justieren“, sagt Huber, der aber versichert, dass der Bestand des Kitzbüheler Ski Clubs nicht für die Hahnenkammrennen riskiert wird.  Durch die Verlegung der Rennen auf Sonntag und Montag ist auch der Wert für die Fernsehgelder am Ersatztag gesunken.

Hoffen auf ein Sportfest im nächsten Jahr
„Es war beeindruckend wie es mit den Freihalteflächen und auch in der Stadt funktioniert hat. Dazu hat uns, dem Kitzbüheler Ski Club und dem OK-Team, auch Landeshauptmann Günther Platter gratuliert“, erzählt Huber. Die über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen bei den Zugängen haben heuer gezeigt, dass es fast keine Schlupflöcher gibt. Michael Huber hofft, dass sich die Situation bis zu den nächsten Hahnenkammrennen bessert und wieder ein wenig Stimmung im Zielraum vorhanden sein kann. „Ich wünsche mir einen Sportfestcharakter, bei dem vom einfachen Skifan bis zum Promi wieder alle die Athleten anfeuern“, sagt Huber. Einen bitteren Beigeschmack haben die Rennen von 2021 für Huber: „Ich bin der erste Präsident, der keinen Slalom bei den Hahnenkammrennen hatte, sofern welche stattfanden.“

Verbesserungen werden schon jetzt geplant
Die Erfahrungen von heuer werden auf jeden Fall in die Planung für die nächsten Hahnenkammrennen, die vom 17. bis 23. Jänner 2022 stattfinden, einfließen. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen – diese Devise des KSC trägt auch FIS-Renndirektor Hannes Trinkl in sich. Nach dem Super-G besichtigte er gemeinsam mit Rennleiter Mario Mittermayer-Weinhandl und Streckenchef Herbert Hauser nochmals die Strecke, um bereits jetzt für die nächsten Rennen Verbesserungen und Änderungen zu planen. Für den Zielsprung gibt es Überlegungen seitens des OK-Chefs, wie man diese Gefahrenstelle entschärfen kann. Elisabeth M. Pöll

Bild: Die Skifans befolgten die Appelle der Verantwortlichen und blieben heuer dem Zielgelände fern. KSC-Präsident Michael Huber hofft, dass im nächsten Jahr wieder Zuschauer dabei sein können. Foto: Pöll

 
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