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Kitzbüheler Anzeiger
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15.05.2023
News  
 

Eisschwimmer fanden ersten Falter

Als sich die Familie Kaaserer am Nachmittag des 22. März 2023 zum Eisschwimmen am Schwarzsee befand, gelang ihr eine ungewöhnliche Beobachtung. Am Holzsteg saß auf einem Pfosten in der Sonne ein wunderschöner Falter, der auf ein Weibchen wartete. Der Birkenspinner konnte im Bild festgehalten werden.

Der Birkenspinner (Endromis versicolora) ist eine eigene Familie Enromidae bei den Nachtfaltern und weltweit die einzige Art „Endromis versicolora“. Er gehört damit nicht zu den „Echten Augenspinnern“, den Saturniidae.
Der Birkenspinner schlüpft mit dem Aufblühen des Huflattichs und der Weiden. Er fliegt als eine der ersten Arten, meist noch vor dem Kleinen Tagpfauenauge und dem Nagelfleck, zwei echten Augenspinnern.

Tagfliegender Nachtfalter
Der Birkenspinner gehört zu den sogenannten „tagfliegenden Nachtfaltern“, bei denen die Männchen tagsüber fliegen, die Weibchen“ nur nachts nach der Paarung. Vorher können Weibchen schlecht fliegen, denn sie haben hunderte Eier im Körper und sind recht schwerfällig. Die Weibchen locken die Männchen aus größerer Entfernung mittels Duftstoffen an und paaren sich. Danach legen sie Eier und verteilen diese in einem größeren Gebiet an Triebspitzen der Birken und in lichten Laubwäldern mit Birkenbestand.
Die Falter nehmen keine Nahrung zu sich. Sie zehren von den Fettreserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Nach ein paar Tagen Lebensdauer sterben sie.

Geschützt durch Fett und dicken Pelz
Die Raupe vergräbt sich in der Erde bzw. unter Wurzeln, Steinen oder Moos. Dort verpuppt sie sich in einem lockeren Kokon. Der Falter schlüpft erst im kommenden Frühjahr zeitig vor der Rückkunft der Singvögel und dem Erwachen der Raubinsekten, Spinnen und Reptilien.
So zahlt sich das frühe Schlüpfen teils noch im Schnee aus, denn die Feinde sind noch nicht da. Vor Kälte sind die Birkenspinner durch Fett und einen dicken Pelz geschützt.
Besonders bemerkenswert ist das Schreck- und Abwehrverhalten der Birkenspinner. Sie leben in Gruppen und nehmen bei Störung synchron eine abspreizende Sitzhaltung ein. Dabei wippen sie leicht und gleichen abstehenden Blättern.
Die Raupe wird gut fingerdick und frisst an der Birke. Sie schlüpft im April und verpuppt sich bis Mitte Juni.

In Österreich ist der Birkenspinner lokal, aber in allen Bundesländern verbreitet. Die Art geht tendenziell wegen Biotopgefährdung zurück.
Ralph Sturm beobachtet „alles, was kreucht und fleucht“, ganz besonders Schmetterlinge. Er ist als Fotograf für Fernsehsendungen und für „Universum“ tätig.
Schwerpunkt von Gertraud Ritter, langjährige Mitarbeiterin von Bird Life, ist die Vogelbeobachtung. Sie konnte am Schwarzsee 112 durchziehende, rastende und brütende Vogelarten nachweisen, registriert aber den Rückgang der Vogelwelt durch Veranstaltungen und Landschaftsveränderung. Von Ralph Sturm und Gertraud Ritter

Bilder: Birkenspinnerraupen in Abwehrhaltung. Foto: Ralph Sturm 2) Birkenspinner am Schwarzsee (22.März 2023). Foto: Kaaserer

 
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