17.11.2022
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Eine erfolgreiche Spurensuche

Im Kulturhaus Hochfilzen werden Bilder aus mehreren Jahrhunderten ausgestellt.

Hochfilzen | Zwei Jahre waren Kurator Sebastian Eder, Kustos Hans Bachler und Obmann Wolfgang Schwaiger beschäftigt, um die umfassendste und interessante Ausstellung zusammen zu tragen, die vom 19. bis 27. November im Kulturhaus Hochfilzen (täglich von 16 bis 20 Uhr) bei freiem Eintritt zu sehen ist. Ausgangspunkt für „Bildnis Pillersee“ waren einige Kostbarkeiten im Besitz des Heimatvereins Pillersee, die Thomas Ender (1793 – 1875) als Kammermaler im Dienst von Erzherzog Johann geschaffen hat.

Nach Aufenthalten in Brasilien und Südrussland schuf Ender ganze Serien von Landschaftsbildern in den österreichischen Alpen, die durch frische Farb- und Lichtwirkung beeindrucken. Bei seinem Aufenthalt 1842 schenkte Ender der Fieberbrunner Fraktion Hütten mit Schloss Rosenegg und dem Pillersee besondere Aufmerksamkeit. Die Frage, wer denn vor oder nach Ender in der Pillerseeregion (Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus, St. Ulrich am Pillersee) gemalt hat, kann nun erschöpfend mit 110 Bildern, Gemälden, Radierungen, Holzschnitten und Grafiken beantwortet werden.
Fündig wurde der Heimatverein vor allem bei Privaten, er kann aber auch Werke aus Innsbrucker Museen, dem Museum Kitzbühel, dem Gotikmuseum Leogang und vom Museum des Deutschen Alpenvereins in München präsentieren.

Pillerseetal: ein Tiroler Malerwinkel
Voraussetzung für die Aufnahme aller Werke ist der thematische Bezug zur Hofmark Pillersee.
In Privatbesitz fanden sich auch einzelne ältere Werke ab 1655. Aber über Jahrhunderte blieb der Raum ein interessanter Platz für Künstler, die entweder durchreisten oder einige Zeit blieben. So sind auch einige Werke von August Frech, Franz Lex und Heinrich Mueller, der sich in Pfaffenschwendt ein Atelier schuf, aus der Nachkriegszeit entstanden.

Alte und jüngste Künstler vereint
Der aus Kitzbühel stammende Michael Hofer oder der fleißige englische Maler E. Th. Compton, Friedensreich Hundertwasser oder Ernst Insam werden ausgestellt. Auch Reiner Schiestl, Patricia Karg, Siegfried Goldberger, Robert Siorpaes und Wolfgang Capellari haben sich mit Pillersee-Themen beschäftigt.
Eine Besonderheit der mit Unterstützung des Planungsverbandes Pillersee und der Raiffeisenbank Kitzbühel – St. Johann möglich gewordenen Ausstellung sind kostenlose Führungen kleinerer oder größerer Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten. Für Nachhaltigkeit sorgt ein 120 Seiten starker Bildband, der nicht nur das Bemühen des Heimatvereins dokumentiert, sondern auch eine kunsthistorische und heimatkundliche Rarität darstellt. H.W.

Bild: Pillersee gegen die Waidringer Steinplatte (Thomas Ender, 1842)

 
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