21.05.2022
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Eine besondere Kapelle in der Au

Die Idee, eine Kapelle im Weiler Au in St. Ulrich am Pillersee zu errichten, kam ihm bereits 2014 und ist mit der Zeit gereift. 2017 wurde der Architekt Werner Aschaber mit der Entwurfplanung beauftragt und es folgten weitere Jahre mit intensiver Ideensammlung und Planung bevor im April 2021 der Spatenstich für diesen besonderen Bau erfolgte.

Der Standort war schnell gefunden:  gleich hinter jener Stelle in der Au, an der vor vielen Jahren Tante Dora Wörgötter mit ihrer Schwester Theresia ein Marterl errichtet hatte. Die Christusfigur aus dem Marterl war seinerzeit von Bartl Wagstätter, alias Lederstubn Bascht, geschnitzt und nun von der St. Ulricherin Angelika Wurzenrainer liebevoll restauriert worden. Jetzt ziert sie das Fenster über der Eingangstür der Kapelle.

In der Ausrichtung der Kapelle steckt eine Besonderheit. „Sie liegt in einer Achse mit dem Rothhörndl (Gipfel der Loferer Steinberge) und dem Jakobskreuz auf der Buchensteinwand. Vom Inneren der Kapelle hat mandurch die Fenster freie Sicht auf diese zwei Punkte.“ erklärt Bernadette Wörgötter, die beim Kapellenprojekt ihres Mannes Markus tatkräftig mitarbeitete. So beschenkte sie ihn zum Geburtstag mit dem Logo für die Kapelle, kümmert sich um den Facebookauftritt, die Bepflanzung auf dem Vorplatz und von Anfang an um tausend andere kleinere und größere Handgriffe.

Die Kapelle soll für alle offen stehen
Das außergewöhnliche Bauwerk ist aus Lärchenholz gefertigt und die Verbindungen zwischen den einzelnen Balken im „Tiroler Schloss“-Stil in traditioneller Handarbeit. Eine zentrale Position in der kompletten Entstehungsphase nahm Zimmermeister Fritz Hauser ein. Er beaufsichtigte den Bau von Anfang bis Ende und stand sowohl bei der Planung, als auch bei der Ausführung innen und außen mit Rat und Tat zur Seite. Die beauftragten Firmen, die Familie und zahlreiche freiwillige Helfer haben insgesamt etwa 5.200 Arbeitsstunden geleistet  bis Ende April 2022, nach genau einem Jahr Bauzeit, das Kleinod, umrahmt von der traumhaften Kulisse der Loferer Steinberge,  fertig gestellt werden konnte.

„Die Kapelle soll für alle offen stehen – auch unabhängig von der Religion. Sie soll ein Ort der Ruhe und Zuflucht sein für jeden, der sich gerade danach sehnt“ erklärt der Bauherr. Auf dem Vorhof laden drei Bänke zum Verweilen ein. Im Inneren der etwa 7 m2 großen Kapelle sieht man in jedem Eck die Liebe für Details: In der Mitte zieht das Herz-Jesu Relief aus Bronze, kreiert vom Wildschönauer Künstler Hubert J. Flörl, die Blicke auf sich. Wunderschön in Leder gebunden und mit dem Kapellenlogo geprägt liegen die Bibel, Gotteslob und ein Buch für Gedanken der Besucher bereit. Für diese besteht auch die Möglichkeit, eine Kerze zu entzünden. Auf dem Kerzentresor erinnert ein Bergkristall an den verstorbenen Nachbar Christian Bucher.

Eigene Glocke gegossen
Ein besonderes Geschenk steuerten die Eltern von Markus Wörgötter bei: Sie  ließen bei der Glockengießerei Lugmair eigens eine Glocke mit individueller Gravur gießen. Sie ziert das Herz Jesu, der Tiroler Adler, IHS, der heilige Josef und die Namen der Spender und sie kann vom Kapelleninneren mit einem Strick zum Erklingen gebracht werden. Das machen mit Vorliebe die beiden Enkel Lorenz und Quirin.

Einweihung mit Bischof am Herz-Jesu-Sonntag
Die Kapelle wird zu Ehren des Herz-Jesu geweiht und der Termin dafür steht mit dem 26. Juni schon fest. Die Weihe vollzieht Bischof Dr. Hansjörg Hofer und die Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen. Außerdem plant der eigens gegründete Verein jährlich eine Mai- und eine Adventandacht und möchte damit den sozialen Stellenwert der Stätte noch stärken.

„Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns mit ihrer tatkräftigen Hilfe, ihren großzügigen Spenden und ihren Ideen unterstützt haben“, sind Markus und Bernadette dankbar und weisen darauf hin, dass die Kapelle tagsüber immer offen sein wird und Besucher herzlich willkommen sind. Text/Fotos: Claudia Egger - aus "Kitzbüheler Anzeiger - Das Magazin" Sonderausgabe Frühling/Sommer 2022

 
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