16.12.2018
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Eine Charta für den Wohlfühlfaktor

Am Wilden Kaiser wurde vergangene Woche die „Charta des Clubs der attraktivsten Arbeitgeber“ unterzeichnet. Ein Appell für wertschätzenden Umgang mit dem Personal.

Going  | Es gibt Branchen, die haben einfach ihren Ruf weg. Der Tourismus ist so eine. Mit dem Projekt „Personal Regional“ und dem „Club der attraktivsten Arbeitgeber“ wollen 15 Vermieter rund um den Wilden Kaiser ein Zeichen setzen und ein Umdenken einleiten.  Außerdem sollen verstärkt wieder Einheimische für die Arbeit im Tourismus gewonnen werden. „Das ist ein tolles und wichtiges Thema“, unterstreicht TVB-Obmann Johannes Adelsberger. Auch für Projektleiterin Katie Tropper ist es ein „Herzensanliegen, das Arbeiten im Tourismus zu verbessern.“
Schon während der heurigen Sommersaison startete die Region Wilder Kaiser wie berichtet ein Programm, das den Mitarbeitern zugute kommt. Das kostenlose Angebot wartete mit insgesamt 32 Aktivitäten auf. „Am beliebtesten waren die Yoga- und Deutschkurse. Insgesamt ist alles sehr gut angenommen worden“, berichtet Tropper. Eine eigene „StaffCard“ ermöglicht zusätzlich vergünstigte Leistungen bei Ausflugszielen oder Betrieben in der Region.

Acht Punkte auf der Charta
Um einen weiteren Meilenstein in der Mitarbeiterbindung zu setzen, bekräftigte der „Club der attraktivsten Arbeitgeber“ mit einer eigenen Charta sein Bekenntnis zum positiven Umgang mit den Angestellten. In insgesamt acht Punkten werden die wichtigsten Aspekte zusammengefasst. Schon Punkt eins stellt „Fairness und Verantwortungsbewusstsein“ im Unternehmen in den Mittelpunkt. Auch offene Kommunikation ist den bislang 15 Unterzeichnern ein Anliegen. Chancengleichheit soll nicht nur ein Schlagwort sein. Die persönliche Entwicklung der einzelnen Mitarbeiter soll gewährleistet werden, die Arbeitsplätze langfristig gesichert sein. Stetige Weiterbildung der Arbeitgeber in Sachen Personalmanagement und Führungsqualität steht ebenfalls auf der ehrgeizigen Agenda – damit einhergehend auch, das Feedback der Mitarbeiter proaktiv einzuholen. Zu den größten Herausforderungen im Arbeitsalltag zählt Punkt 7 – „Faire Aufteilung der Arbeitszeiten“: „Wir halten uns an vereinbarte Urlaubs- und Dienstzeiten sowie -pläne.“ Bereits weit gediehen ist das regionale Mitarbeiterprogramm, das zusätzlich noch ausgebaut wird.

Vision: Kinderbetreuung und Mobilität
Auch im Winter ist der Kalender der Aktivitäten für Mitarbeiter wieder prall gefüllt. Das Gästeprogramm wird für die Angestellten der Region geöffnet. Ganz wichtig ist es den Akteuren auch, Feedback von den Mitarbeitern zu bekommen. Wie geht es ihnen? Was kann man noch verbessern? Zu diesem Zweck geht der Tourismusverband mit gutem Beispiel voran und startet ein digitales Mitarbeiterbefragungssystem.  „Das ergibt ein Stimmungsbarometer – wir wollen den Herzschlag im Unternehmen sehen“, erläutert Katie Tropper.
Weitere Ausbaustufen sind denkbar: Etwa, dass Mitarbeiter das Kinderbetreuungsprogramm für Gäste mitnützen können. Möglich ist auch eine Lösung im Bereich Mobilität – sprich Shuttleservices für Mitarbeiter aus dem Inntal. Langfristiges Ziel ist es, eine gemeinsam gelebte Arbeitgebermarke am Wilden Kaiser einzuführen. „Nun geht die Speerspitze der Betriebe in der Region voran und nimmt die anderen in ihrem Sog mit“, unterstreicht auch GF Lukas Krösslhuber die Bedeutung des Pilotprojektes, das bereits in anderen Regionen für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Natürlich ist die Charta nicht auf die 15 Unterzeichner beschränkt: Jeder Betrieb, der die Kriterien erfüllt, kann einsteigen. Die Mitglieder sollen in einem weiteren Schritt mit einem besonderen Siegel gekennzeichnet werden – auch als Signal an den Gast. Konsequente Weiterbildung der Unternehmer soll die Ziele der Charta nachhaltig sicherstellen.
Mit dem Club der attraktivsten Arbeitgeber will der Wilde Kaiser mit seinen Vermietern ein Leuchtfeuer über die Branche hinaus darstellen. Das Image des Tourismus als prekäres Arbeitsumfeld soll so mit überzeugenden Argumenten überwunden werden. Das Projekt wird zu 100 Prozent vom Tourismusverband finanziert. Die Organisationskosten belaufen sich auf rund 25.000 Euro pro Jahr. Elisabeth Galehr

Der „Club der attraktivsten Arbeitgeber“ am Wilden Kaiser verpflichtet sich in einer gemeinsamen Charta zu festen Werten, die ein positives Arbeitsumfeld schaffen sollen. Kürzlich erfolgte die Unterzeichnung. Foto: Galehr

 
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