Kitzbüheler Anzeiger
17.01.2022
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Ein Revolutionär des Turnsports

Als städtischer Sportlehrer und als Pädagoge an der Knabenhauptschule, aber auch in der evangelischen Gemeinde und als einsatzbereiter Fotograf  erwarb er sich große Verdienste.

Kitzbühel | Manchmal gehen Träume in Erfüllung. Mehr als vierzig Jahre nach dem Tod des weit über die berufliche Arbeit hinaus geschätzten städtischen Sportlehrers Lorenz Zessinger suchte die Stadt einen Nachfolger für den Turnverein. Gefunden wurde ein vergleichbar einsatzfreudiger junger Absolvent der Bundesanstalt für Leibesübungen, der auch Turnlehrer an der Knabenhauptschule wurde und über Jahrzehnte in Kitzbühel und für den Turnsport tätig blieb. Werner Nessizius revolutionierte den Turnunterricht und brachte Leben in den Turnverein. Er holte aus seinem ersten Dienstort St. Pölten eine ebenso einsatzbereite Frau. Mag. Nora, Professorin in St. Johann und Kitzbühel, und Werner Nessizius prägen seit 50 Jahren den Turnverein – und das über die aktive berufliche Tätigkeit hinaus.

33 Wochenstunden plus Turnvereinsbetrieb
Mit dem Bau der Doppelhauptschule verfügte Kitzbühel über drei Turnsäle. Werner Nessizius leitete anfangs den kompletten Turnunterricht mit 33 Wochenstunden an der Knabenhauptschule, baute aber auch die Riegen im Turnverein neu auf, installierte Gruppen für Kleinkinder und Eltern oder für Gerätturner.
Nach eineinhalb Jahren wagte er sich an ein „Schauturnen“, für das er Jung und Alt begeisterte, das aber auch viele Zuschauer anzog und laufend ausgebaut wurde. Der ÖTB- Turngau Tirol gewann ihn als Gauturnwart und seine Gattin als ebenso engagierte Funktionärin. Die Kinder  Stefan und Karin wuchsen am Turnboden auf und wurden erfolgreiche Turner.
In vielen Bereichen innerhalb des Turngaues wurde der TV Kitzbühel 1869 beispielgebend, etwa bei Meisterschaften, Turnfesten, Wandertagen und Bundesturnfesten. Das bestätigen Ehrungen und Auszeichnungen. Als erster Turnlehrer wurde Werner Nessizius mit dem Auszeichnungstitel Schulrat gewürdigt. Der TV Kitzbühel 1869 ernannte ihn zum   Ehrenmitglied.

Umfassendes Fotoarchiv aufgebaut
Werner Nessizius brachte sich auch außerhalb des Turnvereins und der Schule ein. Er besitzt ein umfassendes, über Jahrzehnte aufgebautes und geordnetes Fotoarchiv zu sportlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Schwerpunkten. Das nützen der Kitzbüheler Anzeiger, der Kitzbüheler Ski Club, die Kitzbüheler Heimatblätter und die Weinritterschaft, wo der Gourmet schon lange auch als Chronist tätig ist. Aktive Mitarbeit leistete er auch als Presbyter der evangelischen Gemeinde, der er auch als geschickter Handwerker dienlich war.
Seit 2008 ist Nessizius im beruflichen Ruhestand, betreut aber nach wie vor Senioren- und Konditionsturner, eine Frauenturngruppe und die Leistungsturner.

Noch immer sportlich aktiv
Der Meister des Zeitengagements hat sein Interesse am örtlichen Geschehen und am Sport nicht verloren, er reist gerne und kommt den Großvaterpflichten bei den vier Enkeln in der Steiermark und im Tiroler Oberland begeistert nach. Die Aufgabe des Gauturnwarts hat er im Vorjahr in jüngere Hände gelegt.
Nun hat der Sportler und Funktionär das 75. Lebensjahr vollendet. Möge das Ehepaar, das den „Fünfziger“ einer glücklichen Gemeinschaft feiern kann, weiter gesund und aktiv bleiben. H.W.

Bild: Schulrat Werner Nessizius ist seit 52 Jahren in Kitzbühel aktiv. Foto: Land Tirol/Frischauf

 
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