17.08.2021
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Ein Ja für mehr Platz beim Klärwerk

Die Gemeinde Kirchdorf schaut in die Zukunft und nützt das Angebot, um die Flächen rund um das Klärwerk zu vergrößern. Rund 45.000 Quadratmeter sind angeboten, ein Optionsvertrag ist bereits unterschrieben.

Kirchdorf | Eine strategische Fläche direkt bei der Kläranlage in Erpfendorf ist der Gemeinde Kirchdorf zum Kauf angeboten worden. Eine Gelegenheit, die man sich als Gemeinde nicht entgehen lassen will. Die Idee ist, dass die Gemeinde Kirchdorf den Grund kauft und diesen dann gemeinsam mit St. Johann und Oberndorf, dem Abwasserverband Großache Nord, nutzt. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stand nun die Projekterklärung sowie die Änderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes auf der Tagesordnung.

Erweiterung ist Zukunftsprojekt
Die großen Freilandflächen befinden sich in einem sensiblen Bereich – neben der Großache aber auch im Landschaftsschutzgebiet Hefferthorn - Fellhorn - Sonnenberg. „Wir haben alle Unterlagen genauestens ausgearbeitet und wenn Bedarf besteht, dann können wir spontan reagieren“, informiert Bauamtsleiter Thomas Obwaller.
Das Zukunftsprojekt und die Gründe dafür hat Geschäftsführer Hans Seiwald den Mandataren vorgestellt: „Da die drei Gemeinden stark im Wachstum begriffen sind, muss auch die Kläranlage mitwachsen.“ Grund dafür sind die immer größer werdenden Gemeinden, aber auch eine expandierende Gastro sowie die Präsenz große Industriebetriebe. Außerdem steht eine weitere Novelle bei der Reinigung an, die in Bayern bereits umgesetzt wurde. In Tirol wird diese in den nächsten Jahren folgen. „Es steht eine vierte Reinigungsstufe an“, erklärt Seiwald und ergänzt, dass derzeit das Wasser mit einer 1-prozentigen Verschmutzung zurück in die Großache geleitet wird. Mit dem vierten Nachklärbecken, das auf dem neuen Grundstück geplant ist, sollen nun auch die neuen Vorschriften umgesetzt werden und somit auch Hormone und Reinigungsmittel aus dem Wasser herausgefiltert werden. „Die Fläche ist richtungsweisend“, sagt Geschäftsführer Seiwald.

Großteil des Grundes bereits verplant
Insgesamt sind von Seiten des Abwasserverbandes bereits 40.000 m2 der Fläche mit Projekten verplant, danach sind noch 5.000 m2 vom Grundstück frei. „Dadurch haben wir viel Platz für die neuen technischen Herausforderungen“, erklärt Seiwald.
Konkrete Anfragen zum Preis lässt Bürgermeister Gerhard Obermüller noch offen, da er dies zuerst mit seinen Amtskollegen in Oberndorf und St. Johann dies besprechen will. „Es ist kein Schnäppchen, aber langfristig sinnvoll“, sagt der Bürgermeister und ergänzt, dass die Grundstückseigentümerinnen bereits einen Optionsvertrag unterzeichnet haben.

Projekt für Jahrzehnte
Einig waren sich die Gemeinderäte über die Wichtigkeit der Erweiterung. „Ein großes Entwicklungspotential“ ortet Josef Wörgötter und Vizebürgermeister Gerald Embacher spricht von einem staatsmännischen Denken, da bei diesem Projekt nicht bis zur nächsten Wahl sondern über Jahrzehnte vorgedacht wird.
Da sich die Flächen unmittelbar neben der Großache befinden und dort auch die Retentionsflächen Hagertal gebraucht werden, fragt GR Johann Oberleitner dem Stand der Planungen nach: „Was Fix ist, dass weniger Grund gebraucht wird“, erklärt der Bürgermeister.

Grüner Strom durch Speisereste
Eine wesentliche Entscheidung war auch vor einigen Jahren der Entschluss zur Verwertung von Speiseresten, die aus dem Bezirk nach Erpfendorf angeliefert werden. „Wir sind autonom und produzieren 130% Strom aus jährlich rund 5.000 Tonnen Speiseresten“, sagt Seiwald und will in Zukunft den grünen Strom noch mehr für die öffentlichen Bereiche nutzen.
Die Gemeinderäte stimmten für die Änderung des Raumordnungskonzeptes. Sichtlich erfreut zeigte sich Geschäftsfüher Seiwald über das einstimmige Votum: „Mit dieser Anlage sichern wir die Zukunft.“ Verena Mühlbacher

Bild: Die offizielle Eröffnung der Abwasserreinigungsanlage in Erpfendorf fand im Jahr 1990 statt. Seitdem ist viel passiert und die Anlage wurde immer wieder modernisiert. Nun gibt es weitere Projekte. Foto: Abwasserverband Großache Nord

 
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