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10.07.2022
News  
 

Ein Bakterium nimmt Kampf gegen Plastik auf

Immer häufiger hört man von dem großen Problem „Mikroplastik“, aber was ist das eigentlich genau? Und vor allem, wie wird man es wieder los? Damit beschäftigten sich die Schüler der dritten Klassen der Handelsakademie Kitzbühel.

Kitzbühel | Mikroplastik ist ein Überbegriff für verschiedene Kunststoffteilchen, die kleiner als 5 mm sind. Fakt ist, diese sind sehr schädlich für viele verschiedene Lebewesen und vielleicht sogar für uns. Mikroplastik ist mittlerweile fast überall zu finden und das größte Problem dabei ist: Es ist in den meisten Fällen nicht mit freiem Auge erkennbar.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Mikroplastik: Primäres & sekundäres. Primäres wird gezielt von der Industrie hergestellt. Im Gegensatz dazu entsteht sekundäres Mikroplastik durch Zerfall und Abrieb größerer Plastikteile, wie zum Beispiel PET-Flaschen und Verpackungen. Primäres Mikroplastik ist in alltäglichen Köperpflegeprodukten, Kosmetika und Kleidung zu finden. Natürlich werden auch von der Lebensmittelindustrie häufig solche kleine Teilchen verwendet. In weiterer Folge gelangen sie in die Umwelt, wo sie als Teil der Nahrung von Lebewesen aufgenommen werden. Viele dieser Lebewesen, wie etwa Fisch, Rind, Schwein usw. werden dann von uns verzehrt, und so gelangt das Mikroplastik auch in unseren Körper. Laut Weltnaturschutzorganisation landen pro Jahr etwa 3,2 Mio. Tonnen Plastik in die Umwelt. Die Auswirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht, aber sie könnten sich sowohl für den Menschen als auch für die Natur als enorm schädlich herausstellen.

Schüler waren aktiv dabei
Forschung für die Zukunft – Schüler der HAK Kitzbühel waren dabei. Um für das Thema zu sensibilisieren, veranstaltete die Universität Innsbruck einen Workshop, an dem die dritten Klassen der Handelsakademie Kitzbühel teilnehmen konnten. Bei diesem wurde über Plastikkonsum, die Vermeidung von Kunststoffen im Alltag und die Auswirkungen des Mikroplastiks sowie über mögliche Lösungen gesprochen. Es wurde aber nicht nur Wissen vermittelt, die Schüler durften auch im Labor experimentieren und so den mikrobiellen Abbau von PET erforschen. Aus diesem sogenannten PET bestehen die allermeisten Plastikflaschen.  

Dafür wurden mehrere PET-Stücke mit dem Bakterium Ideonella sakaienis für sechs Wochen geschüttelt. Die Schüler konnten über diesen Zeitraum den Abbau des zugesetzten Plastiks verfolgen. Dabei werden Wachstum und Dichte gemessen, aber auch andere Parameter untersucht. Um festzustellen, ob das Bakterium die Zersetzung des Plastiks beschleunigt, wurde auch ein PET- Stück untersucht, das nicht in Berührung mit dem Bakterium gekommen ist.

Die beteiligten Schüler zeigten sich von dem Projekt positiv überrascht und konnten durch die praktischen Erkenntnisse viel Zusatzwissen für ihre weitere Zukunft mitnehmen. „Man hat durch diesen Workshop viel über alltägliche Fehler gelernt, die einem oft leider nicht bewusst sind und ich bin der Meinung, dass jeder von uns mit offeneren Augen durch seinen Alltag gehen sollte. Es braucht nicht viel Aufwand, um seine Flasche, seine Chipstüte oder was auch immer richtig zu entsorgen“, meint Helena Nikoli aus der 3 BK.

Abbau von Plastikmüll ist große Zukunftsfrage
Der letzte Termin, um das Endergebnis festzustellen, findet erst statt. Die große Frage ist: Kann das Bakterium in Zukunft dafür eingesetzt werden, Plastikmüll abzubauen? Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet. JulRe, LuSt

Bilder: 1) Wie viel Mikroplastik befindet sich im Abwasser? 2) Wasseranalysen zeigen, Mikroplastik kann nicht gefiltert werden. 3) Schülerinnen erhalten Einblick ins wissenschaftliche Arbeiten. Fotos: Daniela Zott, Magdalena Schlechter

 
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