12.11.2018
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Die Ortstaxe wird ab Mai erhöht

2,80 Euro muss der Gast ab Mai 2019 pro Nacht im Pillerseetal zahlen. Das Pillerseetal weist damit die höchste Ortstaxe im Bezirk auf.

Fieberbrunn | Der Andrang zur Vollversammlung des Tourismusverbandes Pillerseetal letzte Woche in Fieberbrunn war groß – galt es doch Zukunftsfragen zu klären. Wie berichtet, will der Verband in den nächsten Jahren verstärkt in die Infrastruktur investieren. Das dafür benötigte Geld soll aus den Mehreinnahmen der Ortstaxe stammen. Die Mitglieder stimmten der Erhöhung der Ortstaxe von 1,50 Euro in Hochfilzen, St. Jakob, St. Ulrich bzw. von 2,50 Euro in Fieberbrunn auf einheitlich 2,80 Euro zu.

Die Abstimmung, die nach Stimmpunkten ausgewertet wurde, zeichnete ein klares Bild: „Es stehen 1.126 Ja-Stimmen 379 Nein-Stimmen gegenüber. Das ergibt eine Zustimmung von rund 75 Prozent“, verkündete Martin Kofler vom Land Tirol das Auszählungsergebnis.

Indexierung verhindert

Zu der Erhöhung gab es auch kritische Stimmen. So wies TVB-Aufsichtsrat Alexander Nothegger darauf hin, dass der Beschluss für die Ortstaxe-Erhöhung im Aufsichtsrat keineswegs einstimmig erfolgte. Er vermisst einen vergleichbaren Mehrwert für die Gäste und beantragte eine niedrigere Erhöhung. „2,50 Euro Ortstaxe hätte, auch in Hinblick auf die Bettenentwicklung, in den nächsten Jahren gereicht. Dass man Lifte unterstützt, ist verständlich. Jedoch muss auch klar sein, dass kein privater Investor eine Bergbahn übernimmt ohne einen persönlichen Vorteil zu sehen.

Die finanzielle Unterstützung für das Projekt ‚Öfenschlucht‘ beurteile ich als extrem wettbewerbsverzerrend für die bestehenden Freizeiteinrichtungen, die keine Unterstützung erhalten“, erklärt Nothegger gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger.  Der TVB-Aufsichtsrat setzte sich auch dafür ein, dass die Indexierung aus den Förderverträgen gestrichen wird. „Meiner Beeinspruchung beim Land Tirol wurde schlussendlich Recht gegeben“, so Nothegger.

Eine Ungerechtigkeit für andere Betriebe ortet auch Familienland-Betreiber Josef Berger: „Ich investiere, wie viele andere Betriebe, regelmäßig, aber mir hat der TVB noch nie Geld angeboten.“

Buchensteinwand und Öfenschlucht

Mit den Finanzmitteln aus der Erhöhung der Ortstaxe wird der TVB in den nächsten 17 Jahren die Pletzer Gruppe bei der Attraktivierung der Buchensteinwand mit zusätzlich 88.000 jährlich unterstützen (insgesamt rund 1,5 Mio. Euro). Zudem werden in den nächsten 17 Jahren insgesamt  rund 1,32 Mio. Euro in  das Projekt „Naturarena Öfenschlucht“ fließen (der Kitzbüheler Anzeiger berichtete bereits). „Neben diesen Projekten werden wir das Marketingbudget aufstocken und außerdem gibt es noch Spielraum für weitere Projekte, die noch nicht fixiert sind“, veranschaulicht Obfrau Bettina Geisl. So könnten auch das Familienland oder andere Projekte in den Genuss von finanzieller Unterstützung kommen, wie Geisl erklärt.

GF Kuen: „Innovation und Investition“

TVB GF Armin Kuen freut sich, dass die Mitglieder die finanziellen Weichen für die Zukunft gestellt haben: „Mit Weitblick in die Zukunft, ist unser Leitspruch. Die Marschrichtung lautet Innovation und Investition. Unsere Hauptzielgruppe sind Familien.“

In den nächsten fünf Jahren soll bereits viel umgesetzt werden. Wie in einem Puzzle sollen die verschiedenen Komponenten Urlauber in die Region locken, veranschaulicht Kuen: „Mobilität, Digitalisierung, Elektronische Gästekarte, Verbesserung und Ausbau der Infrastruktur sowie gezieltes Marketing sind nur einige der Komponenten, die am Ende den Erfolg bringen werden.“

Saisonen sollen verlängert werden

So wie das Budget des Tourismusverbandes, sollen auch die Nächtigungen im Pillerseetal steigen. „Der Bau der Naturarena Öfenschlucht bedeutet für uns eine Nacht mehr“, sagt Kuen. Hauptziel sei auch die Saisonenverlängerung, die mit dem „Bergsommer Opening“ im Mai, dem „Familienherbst“ bis Ende Oktober und dem „Magischen Advent“ Anfang Dezember angekurbelt werden soll. Zudem will man sich auch den Zukunftsmärkten Dänemark und Tschechien verstärkt widmen.
Johanna Monitzer

Bild: Der TVB Pillerseetal erhöht ab Mai 2019 die Ortstaxe. Das Geld fließt vor allem in die Infrastruktur. Symbolfoto: Fotolia

Daten & Fakten
TVB bleibt schuldenfrei
Pillerseetal | Seit 2013 ist der Tourismusverband Pillerseetal schuldenfrei – und das soll auch so bleiben, wie TVB-Obfrau Bettina Geisl betont. Um das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung 2017 positiv zu halten, mussten jedoch Finanzrücklagen in der Höhe von 815.208,58  Euro aufgelöst werden. „Wir mussten u.a. das Marketingbudget für den Biathlon aufwerten“, erklärt Geisl. Der Verband kann das Jahr 2017 Dank der Rücklagen nun mit einem Gewinn von 23.088,67 Euro Überschuss abschließen.

Wirtschaftsprüfer Josef Pöll stellt dem TVB ein gutes Zeugnis aus. „Alle Kennzahlen des Landes Tirol werden positiv bewertet“, veranschaulicht Pöll. Aufsichtsratvorsitzende Sabine Unterlechner resümiert: „Der Verband steht finanziell auf soliden Beinen und mit der Erhöhung der Ortstaxe werden wir nun wettbewerbsfähiger.“ jomo

 
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