Kitzbüheler Anzeiger
05.02.2024
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Der Ruf nach Flurwächter wird laut

Gerissene Rehe durch freilaufende Hunde lassen neuerlich den Wunsch nach mehr Kontrollen am Schwarzsee aufflammen. Für Stadtrat Alexander Gamper und Seereferent Rudi Widmoser besteht Handlungsbedarf.  

Kitzbühel | Die Spazierwege rund um den Schwarzsee und in dessen mittelbarer Nähe sind beliebte Routen zum Gassigehen, doch nicht alle Hundebesitzer halten sich an die von der Stadtgemeinde Kitzbühel verordnete Leinenpflicht. Diese wurde im Jahr 2010 eingeführt; Tafeln rund um den See weisen seither darauf hin und die Bergwacht führt vor Ort Kontrollen durch. Ende des Vorjahres kam das Thema freilaufende Hunde am Schwarzsee neuerlich im Gemeinderat zur Sprache. Auslöser war ein Reh, das direkt am See von einem Hund gerissen worden war. Nicht das einzige, wie von mehreren Seiten bestätigt wurde. Schon Wochen davor soll sich ein ähnlicher Zwischenfall ereignet haben. Insgesamt war von jährlich zehn Tieren die Rede, die von nicht angeleinten Hunden angegriffen worden sein sollen – und das zumeist in der Dämmerung. Die Stadtführung hat mehr Kontrollen durch die Stadtpolizei zu stark frequentierten Zeiten – etwa über die Weihnachtsfeiertage und zu den Wochenenden – angekündigt, insgesamt sei man aber an die Grenzen gestoßen, erklärt Sicherheitsstadtrat Alexander Gamper.  

Installierung eines neuen Kontrollorgans
Aus Sicht von Seereferent Rudi Widmoser ist Gamper als Sicherheitsstadtrat gefordert, „eine Lösung für effektive Kontrollen“ am Schwarzsee zustande zu bringen. Nicht nur wegen der gerissenen Rehe: „Es gibt ja auch Menschen, die panische Angst vor freilaufenden Hunden haben.“

Allein im Vorjahr gab es am See 24 Anzeigen aufgrund von Verstößen gegen die Leinenpflicht, bestätigt Gamper. Er hat einen Lösungsvorschlag parat. Ein Flurwächter, ähnlich wie er etwa in Kirchdorf bereits im Einsatz ist, soll im Auftrag der Stadtgemeinde und in Absprache mit Bergwacht und Stadtpolizei seinen Dienst aufnehmen – auf Basis eines Werkvertrages, wie Gamper vorschlägt. Das Aufgabengebiet eines Flurwächters sei umfangreich: Kontrolliert werden soll nicht nur die Leinenpflicht, sondern auch die Entsorgung von Hundekot und Müll. Ausgestattet werden soll das Kontrollorgan nicht nur mit den Befugnissen der Gemeinde, sondern auch mit einer Bodycam, welche Amtshandlungen protokolliert. Gamper: „Eingehobene Strafgelder sollen dann der Stadtgemeinde zufließen.“  

Zu 100 Prozent sei das Problem nicht in den Griff zu kriegen, räumt Gamper ein. „Viele Hundehalter sind kooperativ, aber einige schwarze Schafe wird es wohl immer geben.“ Seinen Vorschlag will er zeitnah dem Stadt- und Gemeinderat vorlegen. Angepeiltes Ziel: Schon im  Frühling soll ein Flurwächter den Dienst aufnehmen. Alexandra Fusser

Bild: Lokalaugenschein am Schwarzsee mit Sicherheitsreferent Stadtrat Alexander Gamper, Seereferent GR Rudi Widmoser und Bademeister Tomas Sailer: In dem Gebiet herrscht Leinenzwang sowie die Pflicht zur Entsorgung von Hundekot, doch nicht alle Hundebesitzer halten sich daran. Foto: Fusser

 
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