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18.02.2021
News  
 

Den Platz für Flüchtlinge aufzeigen

Auf den ersten Blick haben Kössen und Moria in Griechenland nicht viel gemeinsam. Auf der einen Seite der Ort im Kaiserwinkl, auf der anderen Seite ist vor allem das Flüchlingslager bekannt. Walter Rafelsberger versucht, mit einem Videoprojekt nun Aufmerksamkeit zu erregen.

Kössen | Zu Tausenden leben Flüchtlinge auf den griechischen Inseln in Camps, aber nur vereinzelt schafft das Schicksal dieser Menschen über das Fernsehen den Weg in unsere Wohnzimmer. In Erinnerung blieben die aufgeweichten Zelte, die Schlammpfützen nach dem Regen oder die Rattenbisse bei den Kindern. Nichts zu tun, war für Dora Blanko unmöglich. Die Aktivistin reiste nach Lesbos und startete von dort aus den Aufruf im Internet, den Flüchtlingen einen Platz in Österreich zu geben.

Unterstützer in Videoprojekt gesucht
Diesen Ruf hat Walter Rafelsberger aus Kössen vernommen und wollte ebenso helfen. „Der Aufruf ist ins Leere gelaufen und so habe ich eine Anleitung ins Internet gestellt, wie man Videos dreht und anschließend an mich schickt.“ Innerhalb von zwei Wochen hat der Kössener sein Ziel erreicht und mehr als 60 Menschen gefunden, die sich für „Wir haben Platz“ ausgesprohen haben.
Die ursprüngliche Idee war denkbar einfach: „Wir wollten zeigen, dass auch Leute aus der Bevölkerung helfen können und nicht nur Prominente oder Politiker“, sagt Rafelsberger, dem für den Videoschnitt seine frühere Erfahrung in der Filmbranche durchaus entgegengekommen ist. „Ich hab ein bissl Erfahrung umgesetzt.“

Eindringliche und berührende Forderung
Rund fünf Sekunden äußern sich die Beteiligten und fordern den Platz für Flüchtlinge ein. Ein Zitat aus dem Film: „Mensch sein ist ein Geschenk. Mensch bleiben braucht Platz. Tirol hat Platz“, wird eindringlich erzählt. „Wir haben so viel Platz in Kitzbühel. Es ist so unmenschlich“, erklärt eine ältere Dame. Präsentiert wurde der Film Anfang Februar in Innsbruck beim wöchentlichen Protestcamp vor dem Landestheater, das seit dem vierten Adventsonntag jedes Wochenende stattfindet.

Österreichweit hat die Initiative Courage über 3.000 „sichere Plätze“ erfasst, in die Geflüchtete von den griechischen Inseln aufgenommen werden könnten. Somit können die Verantwortlichen definitiv behaupten: Wir haben Platz.
Bereits die Flüchtlingskrise 2015 nutzte Rafelsberger, um zu helfen. „Ich habe an der Grenze in Kufstein in den Zelten mitgeholfen“, erzählt der engagierte Kössener und ergänzt, dass er seit diesem Zeitpunkt die Flüchtlingsströme immer wieder verfolgt. Die Abschiebung der drei Wiener Flüchtlingskinder mitten in der Nacht war dann der ausschlaggebende Punkt für das Video.

Ziel ist Evakuierung der Flüchtlingslager
Einen Schritt zum Ziel hat man mit dem Video bereits erreicht – Empathie. „Wir haben gezeigt, was man machen kann und gleichzeitig ist unser Video ein Gegenpol zu den vielen Wutbürgern“, sagt der Kössener. Das große Ziel ist aber die  Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln. Des Weiteren fordert die Initiative, dass jegliche Zurückschiebungen durch Frontex beendet werden müssen. Mehr Infos unter: oesterreich.hat-platz.at. Verena Mühlbacher

Bild: Den katastrophalen Bedingungen in den griechischen Flüchtlingslagern, hier im Bild Moria, wollen Menschen in Österreich ein Ende setzen und zeigen, dass für Flüchtlinge Platz in Österreich ist. Foto: nordkirche.de
Mehr als 60 Statements sind in dem Film „Wir haben Platz“ zusammengefasst und regen zum Nachdenken an. Foto: youtube.com

 
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