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Kitzbüheler Anzeiger
12.04.2021
News  
 

Bebauung zu hoch und zu massiv?

Bis zu fünf Geschosse hoch – der Entwurf für ein Wohnbauprojekt auf den Elbogen-Gründen in St. Johann ruft Anrainer auf den Plan.

St. Johann | Die Baufortschritte beim Kinderbetreuungszentrum schreiten stetig voran. Bis zum neuen Schuljahr soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein. Dann könnte aber gleich mit dem nächsten begonnen werden, denn die weitere Bebauung der sogenannten Elbogen-Gründe steht noch bevor.

Die Anrainer sagen, sie sind verwundert
Für Bedenken bei einer Gruppe von Anrainern sorgt nun ein Planungsentwurf, der im Internet ersichtlich ist. Das Wohnbauprojekt einer heimischen Unternehmensgruppe zeigt eine dichte Verbauung mit teils fünfgeschossigen Häusern. „Wir sind einerseits erstaunt, da uns von Alt-Bürgermeister Stefan Seiwald zugesichert wurde, dass wir vorab Einsicht in die Pläne nehmen dürfen und andererseits war doch einmal die Rede von einem Architektenwettbewerb“, wundert sich Anrainer-Sprecher Gerd Fritsche im Gespräch mit dem Kitzbüheler Anzeiger.

Fertigstellung bis 2023?
Durch Zufall haben die Anrainer die Visualisierung des Wohnbauprojektes im Internet entdeckt. In der Baubeschreibung ist zu lesen, dass 84 Wohnungen geplant sind. Die Fertigstellung wird für 2023 anvisiert. „Die Anordnung der Baukörper folgt den Anforderungen  der Raumplaner, die aus Gründen des Schallschutzes gegen den Verkehrslärm der Pass Thurn Bundesstraße eine geschlossene Bauweise vorschreiben. Weiters lässt sich aus der Anzahl der Module leicht die geplante Baumassendichte abschätzen. Diese übertrifft mit Werten über sechs bei weitem die Vorgabe der Raumplaner von 2,4“, veranschaulicht Fritsche, der sich eingehend mit dem Projekt befasst hat.

„Nicht gegen einen sozialen Wohnbau“  
Die Anrainer betonen, dass sie nach wie vor nicht gegen den Bau des Kinderbetreuungszentrums oder sozialen Wohnbau sind. Sie sprechen sich aber dagegen aus, dass zugunsten eines für die Gemeinde günstigen Grundstücksgeschäftes, die Immobilienbranche mit Hilfe einer hohen Baudichtenstufe zum Leidweisen der Anrainer möglichst gewinnbringend bauen darf. „Bis auf das Mächtlen-Gebäude  gibt es entlang der Bundesstraße kein langes Bauwerk mit mehr als zwei Obergeschossen. Deshalb sollte man zugunsten des Straßenbildes und der dahinter liegenden Anrainer-Siedlung  die Bauhöhen einfach reduzieren“, fordert Fritsche im Namen der Anrainer.

Irreführend sei auch, so Fritsche, die im Internet einsehbare Fotomontage: „Die Baukörper sind im viel zu kleinen Maßstab eingefügt. Die Größenverhältnisse stimmen zu den anderen Häusern in der Umgebung nicht.“

Noch kein Bebauungsplan
Inwieweit das Wohnbauprojekt spruchreif ist, war aus dem Gemeindeamt nicht zu erfahren. Bürgermeister Hubert Almberger (VP) teilte dem Kitzbüheler Anzeiger mit, dass man derzeit noch am entwickeln sei und verwies auf Bauamtsleiterin Hanna Dunkelberg. Diese bestätigte das Bauvorhaben der heimischen Unternehmergruppe. „Nähere Details kann ich dazu aber auch noch nicht sagen. Die Planungen laufen“, so Dunkelberg. Der Bebauungsplan wurde auf jeden Fall noch nicht vom Gemeinderat beschlossen.

Anrainer-Sprecher Gerd Fritsche bemüht sich indes um einen Termin im Gemeindeamt.
Johanna Monitzer

Bild: Das Projekt „Elbogen Höfe“ wird im Internet mit Fertigstellung 2023 präsentiert. Foto: Fritsche/Internet

Daten & Fakten
Elbogen-Deal von 2017
St. Johann | Drei Jahre dauerten die Verhandlungen der Gemeinde im Vorfeld, bis 2017 die Kauf- und Raumordnungsverträge sowie Widmungen für die Elbogen-Gründe unter Dach und Fach waren.

Drei Parzellen
Die rund 17.000 Quadratmeter große Wiese neben der Pass Thurn Bundesstraße wurde in drei Parzellen geteilt. Der private Grundeigentümer verkaufte rund 6.000 Quadratmeter zu einem Preis von 13 Euro pro Quadratmeter an die Gemeinde St. Johann. Auf dieser Fläche entsteht derzeit das Kinderbetreuungszentrum.

Gemischtes Wohngebiet
Die anderen zwei Parzellen verblieben im Privatbesitz, wobei dieser sich verpflichtete rund 5.000 Quadratmeter für sozialen Wohnbau zur Verfügung zu stellen. Die restlichen Flächen sind frei verkäuflich.  „Die Widmung lautet auf gemischtes Wohngebiet, so können neben Wohnungen auch Geschäfte oder Gewerbebetriebe entstehen“, erklärte der damalige Bauamtsleiter Harald Jäger 2017.

Der gesamte Gemeinderat sprach sich im November 2017 für diesen „Deal“ aus. jomo

 
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