10.07.2018
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Anrainer liefern neue Aspekte

Die Neue Heimat Tirol will in Reith eine Wohnanlage errichten. Die Nachbarn stemmen sich seit Jahren dagegen. Nun hat sich ein Anrainerehepaar beim Kitzbüheler Anzeiger gemeldet und liefert neue Aspekte.

Reith | Wie in der Ausgabe vom 21. Juni berichtet: Ein Bauvorhaben für Geduldige, hängt ein soziales Wohnbauprojekt in Reith seit Jahren in der Warteschleife. Die Neue Heimat Tirol (NHT) würde im Bichlachgebiet gerne rund 40 Miet- und Eigentumswohnungen errichten. Anrainer legen dagegen jedes mögliche Rechtsmittel ein. Bislang ohne Erfolg, jetzt steht nur noch der wasserrechtliche Bescheid für die Baugrube aus. Gutachten folgt auf Gutachten...

Der Bericht im Kitzbüheler Anzeiger veranlasste nun ein Anrainerehepaar (Name der Redaktion bekannt) dazu, neue Aspekte in die Causa einzubringen. Das Ehepaar hat sich dem Rechtsstreit nie angeschlossen:  „Wir sind auch nicht gegen leistbaren Wohnraum, deshalb haben wir uns da raus gehalten, jedoch bereitet uns das wasserrechtliche Verfahren, welches nun noch aussteht, Sorgen.“

Pipeline verläuft durch das Grundstück

Seit 1984 ist die Familie im Besitz einer Wohneinheit am Hang über der geplanten Wohnsiedlung. „Der damalige Bürgermeister hatte meiner Schwiegermutter erklärt, dass dieses Feld nie verbaut werden darf – und dafür gäbe es einen Grund: die Pipeline“, erzählt der Anrainer.

Die Pipeline der Transalpine Ölleitung Österreich GesmbH (kurz TAL) verläuft durch das Grundstück der NHT. Um bauen zu können, muss wie berichtet der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. „Wir kennen das Problem vor Ort, die Wiese ist nass und oft überschwemmt. Bei der wasserrechtlichen Verhandlung für die Baugrube wurde erklärt, dass der Grundwasserspiegel um 1,70 Meter abgesenkt werden müsste. Wir fragen uns nun, welche Auswirkungen hat das auf die Pipeline und auf den Hang? Könnte es vielleicht auch zu Vibrationen kommen, wie in der Michelawiese?“, so die Anrainer.

TAL hat Stellungnahme abgegeben

Das Protokoll der wasserrechtlichen Verhandlung zeigt auf, dass der TAL die genauen Ausführungen der Grundwasserabsenkung nicht bekannt waren und da es den Schutzstreifen der Pipeline betrifft, müsse dies erst von einem Geologen beurteilt werden. Auf Anfrage bei der TAL teilte man dem Kitzbüheler Anzeiger mit, dass eine Stellungnahme zur Absenkung des Grundwassers bereits abgegeben wurde. Ob diese Stellungnahme positiv oder negativ ausfiel bzw. ob die Grundwasserabsenkung technische Investitionen im Bereich der Pipeline mit sich bringt – dazu will sich die TAL nicht äußern.

Das Anrainerehepaar möchte sich auch nach wie vor an keinen rechtlichen Schritten gegen das Bauvorhaben beteiligen. „Heutzutage lässt sich ja fast alles technisch lösen, es kommt nur darauf an, ob jemand bereit ist, dafür die Kosten zu übernehmen“, so das Ehepaar.
Johanna Monitzer

Daten & Fakten
Wohnprojekt der NHT
Reith | Die Neue Heimat Tirol will auf dem 4.500 Quadratmeter großen Grundstück im Bichlach rund 40 Eigentums- und Mietwohnungen bauen. Geplant sind vier Baukörper in Passivhausqualität samt Tiefgarage.
Durch einen Grundstücksdeal hat sich die Gemeinde Reith die Fläche von einem privaten Grundbesitzer für das soziale Wohnbauprojekt gesichert. Es wurde auch bereits eine neue Zufahrtsstraße samt Brücke errichtet. Das gesamte Bauvorhaben wurde (bis auf das wasserrechtliche Verfahren für die Baugrube) bis in die höchsten Instanzen ausjudiziert.
Sollte das Bauvorhaben realisiert werden, obliegt die Vergabe der Wohnungen der Gemeinde.

 

 
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