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14.12.2021
News  
 

Anrainer fürchten Hochwasser

In einem Baubescheid wird auf eine erhöhte Hochwassergefahr hingewiesen. Die Bewohner des St. Johanner Oberhofenweges schlagen Alarm.

St. Johann | 2013 war es knapp, nur wenige Zentimeter haben gefehlt und das Wasser wäre in die Keller gelaufen. Auch im letzten Sommer stapelten die Bewohner vom Oberhofenweg Sandsäcke, als eine Starkregenfront auf St. Johann niederprasselte.

Bis zu zehn Zentimeter höherer Wasserstand
Ihren Augen konnten die Anrainer nun kaum trauen, als ihnen vor Kurzem der Bescheid für das benachbarte Bauvorhaben der Neuen Heimat Tirol (NHT) zugestellt wurde. „Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei einem eintretenden Hochwasserereignis durch die Erhöhung des HQ100-Wasserstandes um bis zu zehn Zentimeter im Nahebereich bestehender Objekte eine deutliche Verschlechterung der Hochwassersituation zu erwarten ist“, steht dort geschrieben.

Weiters wird im Baubescheid darauf hingewiesen, dass mit der Hochwassergefahr einhergehende zivilrechtliche Klagen der Geschädigten gegenüber dem Verursacher (NHT) anfallen könnten. „Als Gemeindebürger sollte man darauf vertrauen können, dass die Behörde bei der Bewilligung von Bauvorhaben den Schutz bestehender Objekte berücksichtigt und uns nicht noch einer höheren Gefahr aussetzt“, klagt Anrainer-Sprecherin Angela Krug.

Beschwerde eingelegt
Die Bewohner vom Oberhofenweg haben nun Beschwerde gegen die Baubewilligung eingelegt. „Es geht uns nicht darum, dass gebaut wird. Es standen ja schon vorher Häuser dort – nur die Hochwassergefahr bereitet uns Sorgen und wer dann für etwaige Schäden haftet. Extreme Wettereignisse nehmen ja immer mehr zu“, betont Krug.

Marktgemeinde als Baubehörde relativiert
In der Marktgemeinde St. Johann relativiert man das Hochwasser-Risiko, auf Nachfrage des Kitzbüheler Anzeigers. „Wir haben ein Gutachten, da steht klar drin, dass  großflächig von einer Erhöhung eines möglichen Hochwassers von bis zu drei Zentimetern auszugehen ist – das wird keine Rolle spielen“, erklärt Josef Harasser vom Bauamt. Vorrangig müsse die Gemeinde als Baubehörde beurteilen, ob ein Bauplatz geeignet ist – das sei hier gegeben: „Abflüsse ändern sich bei jedem Bauvorhaben. Beim Hochwasserschutz haben die Anrainer keine Parteistellung, deshalb wird auch eine Beschwerde gegen die Baubewilligung im Sande verlaufen. Es handelt sich hierbei um eine zivilrechtliche Angelegenheit“, sagt Harasser.

Ache wird weiter verbaut
Im Bauamt weist man darauf hin, dass die Großache weiter verbaut werden wird. „Das Projekt „Stufe Drei“ ist fix und fertig. Wenn das umgesetzt wird, geht das Hochwasserrisiko gegen Null“, so Harasser. Wann mit der Achenverbauung „Stufe Drei“ begonnen wird, ist allerdings noch offen. Die NHT war vor Redaktionsschluss für keine Stellungnahme erreichbar. Die Anrainer wollen weiter alles versuchen, um ihre Wohnbauten bestmöglich gegen Hochwasser zu schützen. Johanna Monitzer

Bilder:
Die Neue Heimat Tirol baut am Oberhofenweg eine Wohnanlage mit 32 Wohnungen samt Tiefgarage. Foto: Monitzer
Dieses Bild stammt vom Sommer, Sandsäcke wurden gestapelt. Foto: privat

 
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