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Kitzbüheler Anzeiger
04.02.2024
News  
 

AK: Der Beratungsbedarf war groß

Die Arbeiterkammer Kitzbühel leistete im abgelaufenen Jahr 10.400 Beratungen. Schwerpunkte dabei waren das Arbeits- und das Sozialrecht.

Kitzbühel  | Christian Pletzer, Leiter der AK Kitzbühel, fasste die schwierigen Begleitumstände im vergangenen Jahr zusammen: „2023 war ein intensives Jahr für die Menschen. Sie hatten mit explodierenden Energie- und Wohnkosten sowie mit dem massiven Anstieg der Lebensmittelpreise zu kämpfen. Das sorgte dafür, dass in vielen Haushalten das Geld knapp geworden ist. Die Einkommen der Mitglieder blieben meist hinter der Inflation zurück. Verlierer waren vor allem Menschen mit geringem Einkommen.“

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass das Beratungs- und Serviceangebot der Bezirkskammer vermehrt von den Mitgliedern in Anspruch genommen worden ist. Egal ob persönlich, schriftlich oder telefonisch: In Summe stehen im abgelaufenen Jahr 10.400 Beratungen zu Buche. Die Zahl der persönlichen Beratungen stieg gegenüber dem Jahr 2022 um 16 Prozent an, insgesamt waren es 3.713.

Großteil entfällt auf Arbeitsrecht
Der Großteil der Beratungen entfiel auf den Bereich Arbeitsrecht (52,5 Prozent), gefolgt vom Sozialrecht (17,5 Prozent) und dem Steuerrecht (11,5 Prozent). Auch der Konsumentenschutz  ist eine feste Größe in der AK-Arbeit. 2023 betrug der Anteil an den Beratungen 10,5 Prozent.

In Summe setzte die AK Kitzbühel im abgelaufenen Jahr 1,776 Millionen Euro für ihre Mitglieder durch. „Der Großteil der Interventionen konnte zum Wohl der Mitglieder außergerichtlich bereinigt werden“, unterstreicht Pletzer. Wo keine gütliche Einigung möglich war, mussten die Ansprüche im Rahmen des AK-Rechtsschutzes auf gerichtlichem Weg durchgesetzt werden: „Dabei sind im Arbeits- und Sozialrecht im Jahr 2023 103 neue Rechtsschutzfälle entstanden.“

Schwerpunkte im Arbeitsrecht waren einmal mehr Problemstellungen bei Saisonarbeit,  aber auch Fragen zur Beendigung von Dienstverhältnissen, offene Überstunden oder Prüfung von Dienstverträgen. Im Sozialrecht waren die Themen Pensionen, Schwerarbeitszeiten oder auch Pflegegeld die Dauerbrenner. In diesem Bereich wurden insgesamt 68 Klagen eingereicht. Erhöhten Beratungsbedarf gab es auch bezüglich der Schreiben des Landesenergieversorgers TIWAG, wie Pletzer erläuterte. „Die gestiegenen Lebenshaltungskosten machen mittlerweile auch dem Mittelstand zu schaffen. Dementsprechend gibt es auch vermehrt Anfragen zu Sozial- und Unterstützungsleistungen“, so der AK-Leiter weiter.

Tirolweit wurden von der AK über 309.000 Beratungen geleistet, insgesamt konnten dabei für die betroffenen Mitglieder 61,6 Millionen Euro erkämpft werden.

Appell: Vom Wahlrecht Gebrauch machen
Derzeit findet in Tirol die Wahl zur Arbeiterkammer statt. Auch die rund 25.000 Mitglieder im Bezirk sind dazu aufgerufen, die aus 70 Kammerräten bestehende AK-Vollversammlung mit ihrem Votum zu bestimmen. „Wir hoffen, dass die Mitglieder anhand der Zahlen sehen, was ihnen eine starke AK bringt und sie sich die Zeit nehmen, um zu wählen“, so Pletzer abschließend.
Elisabeth Galehr

Bild: Derzeit findet in Tirol die Wahl zur Arbeiterkammer statt. Auch alle rund 25.000 Mitglieder im Bezirk sind dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Christian Pletzer, Leiter der AK Kitzbühel, verweist auf die Bedeutung einer starken Arbeitnehmervertretung. Foto: Galehr

 

 
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