Zum Inhalt springen
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
Kitzbüheler Anzeiger
Radltour_Freiwillige

Auch der Regen trübte die Stimmung bei den fleißigen Radlern, die in St. Johann starteten nicht.

„Zwei Lächeln auf großer Tour“ legte Stopp in Kitzbühel ein

Im Rahmen des „Jahres des Ehrenamts 2026“ ging vergangene Woche ein ganz besonderes Tiroler Projekt in Szene: Die beiden Freiwilligenkoordinatorinnen Simone Ortner-Trebo und Angelika Koidl starteten in Kufstein ihre zwölftägige Radtour „Zwei Lächeln auf großer Tour“. Die rund 500 Kilometer lange Strecke führt quer durch Tirol und Südtirol – auch durch den Bezirk Kitzbühel verlief eine Etappe.
Doch das Duo blieb dabei nicht allein: Die Koordinatorinnen des Freiwilligenzentrums Pillerseetal/Leukental, Melanie Hutter, sowie des FWZ Kitzbüheler Alpen, Michaela Kasper-Furtner, organisierten im Rahmen der Tour ebenfalls mehrere Programmpunkte.

Bereits die erste Etappe führte die beiden engagierten Frauen Richtung St. Johann. Ziel der Tour ist es, freiwilliges Engagement sichtbar zu machen und soziale Initiativen in den Regionen zu besuchen.
Noch vor dem offiziellen Start engagierten sich die beiden in Kufstein bei einem Projekt der Lebenshilfe und halfen beim Bepflanzen von Hochbeeten. Während der gesamten Tour packen sie täglich bei sozialen Projekten mit an – etwa in Pflegeheimen, Büchereien oder regionalen Einrichtungen.

22 Kilometer für das Ehrenamt
Besonders aktiv eingebunden war auch der Bezirk Kitzbühel: Interessierte hatten die Möglichkeit, ein Teilstück der Tour offiziell mitzuradeln. Trotz regnerischen Wetters ließen sich die Teilnehmer der Aktion „22 km Ehrenamt“ die gute Stimmung nicht nehmen, wie Organisatorin Melanie Hutter erzählt.

Die Etappe führte von St. Johann über Kitzbühel bis nach Brixen und machte sichtbar, wie vielfältig freiwilliges Engagement in der Region gelebt wird. „Ziel der Aktion ist es, Menschen miteinander zu verbinden und den oft stillen Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher vor den Vorhang zu holen“, betont Hutter.

Ein besonderer Höhepunkt war der Zwischenstopp im Kulturcafé KC750 in Kitzbühel. Dort fand ein Generationen-Speed-Dating statt, bei dem junge und ältere Menschen miteinander ins Gespräch kamen. Themen wie Schule, Beruf, persönliche Lebensgeschichten und gesellschaftliches Engagement sorgten für einen offenen und bereichernden Austausch zwischen den Generationen.
Allerdings gab es dabei auch einen Wermutstropfen: Ein solches Speed-Dating war wenige Wochen zuvor bereits erfolgreich in St. Johann veranstaltet worden. Während dort Tourismusschüler als Gesprächspartner fungierten, hätten es in Kitzbühel Schüler der Handelsakademie sein sollen. Allerdings untersagte Direktor Fritz Eller rund eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn die Teilnahme seiner Schüler.

Eller: Problem mit Kommunikation
Auf Nachfrage spricht Eller von „Kommunikationsproblemen“. Zum Zeitpunkt der Anfrage hätten an der Schule Kompensationsprüfungen stattgefunden. Deshalb habe er den Termin als Schulleiter nicht genehmigt. Für ihn sei die Angelegenheit damit erledigt gewesen. Wäre ein Alternativtermin vorgeschlagen worden, wäre eine Teilnahme selbstverständlich möglich gewesen, erklärt Eller.
Gleichzeitig verweist er auf ein neues Pilotprojekt, das im kommenden Schuljahr starten soll: „Das Projekt trägt den Titel #GemeinsamDigital. Wir werden intensiv mit Seniorinnen und Senioren in Kitzbühel arbeiten“, kündigt Eller an.

Berufsschülerinnen sprangen ein
„Unser großer Dank gilt den Schülerinnen der Berufsschule Kitzbühel, die kurzfristig eingesprungen sind und die Veranstaltung doch noch ermöglicht haben. Ihr spontaner Einsatz zeigte eindrucksvoll, wie unkompliziert und wertvoll freiwilliges Engagement sein kann“, freut sich Hutter.
Mit dabei waren übrigens auch Hildegard und Maria vom Zeitpolster-Team St. Johann sowie Sigrid Wörgötter vom Hospizteam Bezirk Kitzbühel, die ihre Erfahrungen und Perspektiven in die Gespräche einbrachten. Nach zahlreichen Begegnungen und Gesprächen führte die Tour weiter ins Brixental. In Brixen im Thale wurden die Teilnehmer herzlich vom Zeitpolster-Team sowie der Pfarre Brixen empfangen.
„Die Aktion ‚22 km Ehrenamt‘ zeigte einmal mehr, welchen wichtigen Beitrag freiwilliges Engagement für die Gesellschaft leistet. Ehrenamt schafft Begegnungen, stärkt den Zusammenhalt und macht die Gemeinden im Bezirk Kitzbühel lebenswerter“, ist Hutter überzeugt.

Nach ihrem Stopp im Bezirk Kitzbühel radelten Simone Ortner-Trebo und Angelika Koidl weiter Richtung Schwaz. „Mit der Radtour wollen wir zeigen, wie viel freiwilliges Engagement täglich in Tirol geleistet wird. Jeder Kilometer steht symbolisch für die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen“, betonen die beiden Initiatorinnen.

Weitere Artikel: