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Kitzbüheler Anzeiger
FC Köln Kitzhof

Auch der deutsche Zweitligist Energie Cottbus absolvierte vergangene Woche ein Trainingslager in der Region und „residierte“ dazu im Hotel Penzinghof in Oberndorf.

Wo sich Profis auf die neue Saison vorbereiten

Wenn in diesen Tagen hunderte Fans in Trikots durch Kitzbühel, St. Johann oder das Brixental spazieren, dann hat das einen guten Grund: Die Region hat sich längst als einer der gefragtesten Standorte für Sommertrainingslager im internationalen Fußball etabliert.

Aktuell bereiten sich der 1. FC Köln und Hertha BSC in der Region auf die neue Saison vor. Bereits in den vergangenen Wochen schlugen unter anderem Energie Cottbus sowie Shabab Al Ahli aus Dubai ihre Zelte in den Kitzbüheler Alpen auf. Auch das Pillerseetal war heuer schon beliebter Treffpunkt.

Trainiert wurde auf den Anlagen in Hochfilzen, Waidring, Reith, Kirchberg, Westendorf, Hopfgarten, Kitzbühel und St. Johann.

Auch mehrere Testspiele standen auf dem Programm. Ein Höhepunkt war das Duell zwischen Köln und Hertha im Koasastadion. Bereits im Vorfeld waren mehr als 1.000 Eintrittskarten verkauft. Die Nachfrage war sogar noch deutlich größer, viele Fans gingen jedoch leer aus, weil die Kapazität des Stadions ausgeschöpft war.

BVB bleibt dem Brixental treu
Ein fester Bestandteil des Fußballsommers ist mittlerweile die Zusammenarbeit zwischen Borussia Dortmund und dem Tourismusverband Kitzbüheler Alpen – Brixental. Die langjährige Partnerschaft sorgt Jahr für Jahr für zahlreiche sportliche Höhepunkte.

Den Auftakt machte Anfang Juli die BVB-U19, es folgte das traditionelle BVB-Fanclubturnier in Kirchberg, bei dem Fanclubs aus Österreich und Deutschland um den Wanderpokal kämpften.

Auch die Frauenmannschaft von Borussia Dortmund schlug ihre Zelte in Westendorf auf. Neben intensiven Trainingseinheiten stand ein Testspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 in Hopfgarten auf dem Programm. Parallel bereitete sich die BVB U23 in Brixen auf die neue Saison vor.

Werbung weit über den Fußball hinaus
Die Trainingslager sind längst mehr als reine Sportveranstaltungen. Sie füllen Hotels und machen die Region weit über Österreich hinaus bekannt. Besonders deutlich zeigte sich das beim Trainingslager des 1. FC Köln. Hunderte Fans begleiteten ihren Verein und verbanden den Aufenthalt mit einem Urlaub. Rund 700 Anhänger kamen allein zum Fanfest nach St. Johann, wo sie ihre Spieler bei einem gemeinsamen Grillabend treffen, Autogramme sammeln und Erinnerungsfotos machen konnten.

fußball_cottbus_Enegie Cottbus

Der 1. FC Köln absolvierte seine Trainings im Koasastadion St. Johann. Als „Homebase“ für das Trainingscamp hat die deutsche Bundesliga-Mannschaft das Hotel Kitzhof ausgewählt.

Viel Arbeit hinter den Kulissen
Für die heimischen Vereine bedeuten Trainingslager namhafter Clubs zwar wichtige Einnahmen, gleichzeitig aber auch einen enormen organisatorischen Aufwand.

„Ein solches Trainingslager bedeutet für uns mindestens zwei Wochen Vorbereitung, für unsere Platzwarte sogar rund einen Monat, damit der Rasen in perfektem Zustand ist“, erklärt Matthias Wallner, sportlicher Leiter des FC Kitzbühel. Während dieser Zeit kann der eigene Platz kaum genutzt werden. Die Kampfmannschaft absolvierte deshalb ein Trainingslager in Osttirol und wich anschließend nach Reith aus, die zweite Mannschaft trainierte in Aurach.

Hinzu kommen zahlreiche Vorgaben der Profivereine. Das gesamte Stadion muss für öffentliche Trainings und Testspiele, die über die Sozialen Medien zigtausende Aufrufe erzielen, in den Vereinsfarben gebrandet werden. Auch Werbeflächen werden angepasst und während einzelne Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, sind andere bewusst für Fans geöffnet und ziehen zahlreiche Besucher an.

Dienstleister im Hintergrund
Koordiniert werden viele der Trainingslager von der Agentur Onside, die sich in den vergangenen Jahren als einer der wichtigsten Partner der deutschen Proficlubs etabliert hat. Das Unternehmen organisiert mittlerweile rund 135 Trainingslager und mehr als 250 Testspiele pro Jahr und arbeitet nach eigenen Angaben mit über 80 Prozent der Vereine der ersten und zweiten deutschen Bundesliga zusammen.

Geschäftsführer Henning Risselmann sieht mehrere Gründe, warum Österreich und speziell die Kitzbüheler Alpen so gefragt sind: die gute Erreichbarkeit über den Flughafen München, die hohe Qualität der Hotels, kurze Wege zwischen Unterkünften, Trainingsplätzen und Testspielen sowie die ausgezeichneten Sportanlagen.

„Die Vereine kommen nicht zum Urlaub, sondern zum Arbeiten. Unsere Aufgabe ist es, im Hintergrund dafür zu sorgen, dass alles reibungslos funktioniert. “, so Risselmann.

Zum Unternehmen gehört mittlerweile auch eine eigene Greenkeeper-Firma, die sich um die Qualität der Trainingsplätze kümmert. Gleichzeitig arbeitet Onside mit mehr als 140 Hotels und zahlreichen Vereinen zusammen. Diese erhalten pro Trainingslage eine Platzmiete. Abwicklung und Gesamtverantwortung für die Organisation übernimmt die Agentur.

Testspiel Köln Hertha

Über 1.000 Zuschauer waren im Koasastadion live mit dabei, als der 1. FC Köln und Hertha BSC am Freitag aufeinandertrafen.

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