
Beim Fest wurde u.a. die Jubiläumsharfe präsentiert. Im Bild: Peter und Gabriele Mürnseer, Helmut und Ruth Unger-Oberhauser sowie Bürgermeister Gerhard Obermüller und Christina Brunner vom WK-Bezirkssausschuss.
Mürnseer feierte 70-Jahr-Jubiläum
Seit 70 Jahren steht der Name Mürnseer für Musikinstrumente mit besonderem Klang. Grund genug für eine Jubiläumsfeier in den Räumlichkeiten in Kirchdorf. Seit 2025 ist aus der Firma Mürnseer e.U. die Mürnseer Musikinstrumentenbau KG geworden. Für Helmut Unger-Oberhauser ist die Übernahme weit mehr als ein beruflicher Schritt. Er ist seit seiner Jugend mit dem Betrieb verbunden.Was zunächst aus Neugier begann, wurde bald zur Leidenschaft.
Holz, Metall, Saiten und Klang – diese besondere Verbindung faszinierte ihn von Anfang an. Die Geschichte des Betriebes reicht bis in die 1950-er Jahre zurück. Benedikt Mürnseer begann damals in Kitzbühel. 1964 wurde die erste Harfe gebaut. Heute sind Harfen das Hauptprodukt des Unternehmens. Rund 100 neue Instrumente entstehen pro Jahr in der Werkstatt, dazu kommen Hackbretter und Zithern. Der aktuelle Standort, an den der Betrieb im Februar 2019 übersiedelte, bietet dafür deutlich mehr Platz als die früheren Räumlichkeiten in Kitzbühel.
Mit dem Chef und seiner Frau Ruth zusammen – sie kümmert sich um Kundenbetreuung und Marketing – besteht Mürnseer aus einem achtköpfigen Team. So groß war die Belegschaft in der Firmengeschichte noch nie. Trotz moderner Hilfsmittel bleibt die Arbeit stark vom Handwerk geprägt. Jede Harfe wird auf Bestellung gefertigt und individuell abgestimmt. „Es gibt kein fertiges Instrument, das einfach aus dem Lager geholt wird“, betont Helmut Unger-Oberhauser.
Harfen sind nach wie vor sehr gefragt
Am Anfang steht immer die Auswahl des passenden Modells. Kunden kommen in die Werkstatt, probieren verschiedene Harfen aus und hören genau hin. Drei Holzarten stehen im Mittelpunkt: Ahorn, Fichte und Kirsche. Jedes Holz klingt anders, jedes schwingt anders. Stück für Stück entsteht ein Instrument, das klanglich und optisch zur jeweiligen Person passt. Auch beim Holz zählt Erfahrung. Geeignetes Klangholz muss langsam und gleichmäßig gewachsen sein. Es soll möglichst spannungsfrei sein und in der Saftruhe geschlagen werden. Die fertige Harfe ist kein kurzlebiges Produkt. Sie will gepflegt und serviciert werden. Dafür sind die Instrumente langlebig und wertbeständig. Um Familien den Einstieg zu erleichtern, bietet Mürnseer auch Leihinstrumente an. Sie ermöglichen es Kindern und Eltern auszuprobieren, ob das Instrument wirklich passt.
Dass die Harfe als Instrument nach wie vor gefragt ist, spürt Unger-Oberhauser deutlich. Besonders im Alpenraum, aber auch in Vorarlberg, Südtirol, Wien, Graz, Kempten und in der Bodenseeregion gibt es viele Spieler. Der Betrieb ist regelmäßig unterwegs, um Instrumente bei Musikschulen und Seminaren zu servicieren. Diese Nähe zu den Kunden ist ein wichtiger Teil der Firmenphilosophie. Denn eine Harfe ist nicht nur ein Produkt, sondern ein Begleiter über viele Jahre.
Zum 70-jährigen Bestehen blickt Mürnseer damit auf eine lange Handwerkstradition zurück – und zugleich nach vorne. Bei einem Jubiläumsfest am vergangenen Wochenende standen die Kunden und Freunde des Hauses im Mittelpunkt. Die Wirtschaftskammer Kitzbühel stellt sich mit einer Urkunde ein, Bürgermeister Gerhard Obermüller überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Kirchdorf.