
Mit Flickflack und Salto zum großen Erfolg
Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl – all das braucht es in der Sportaerobic. Eine Sportart, die hierzulande noch wenig bekannt ist, die junge Westendorferin Lucie Horngacher aber längst in ihren Bann gezogen hat. Die Nachwuchssportlerin gehört dem österreichischen Nationalkader an und konnte heuer bereits internationale Wettkampfluft schnuppern.
Dabei begann ihre sportliche Laufbahn ursprünglich mit dem Tanzen. Als dies während der Corona-Pandemie nicht mehr möglich war, entdeckte sie die Sportaerobic für sich. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut hat. Mittlerweile startet Lucie in der Altersklasse der 12- bis 14-Jährigen und investiert viel Zeit in ihre Leidenschaft.
Training erfordert viel Einsatz
Denn die Sportaerobic ist weit mehr als eine Kombination aus Tanz und Gymnastik. Anspruchsvolle akrobatische Elemente wie Flickflacks und Saltos verlangen den Athleten einiges ab. Neben Kraft und Beweglichkeit sind vor allem Körperbeherrschung, Koordination und Ausdauer gefragt. Die Übungen werden zu Musik präsentiert und erfordern höchste Präzision.

Trainiert wird beim Verein Aerobicgymnastics Tirol, der über mehrere Standorte in Tirol verfügt. Lucies Trainingsstätte befindet sich in Kundl – von ihrem Heimatort Westendorf rund 25 Autominuten entfernt. Eine Strecke, die sie für ihren Sport regelmäßig auf sich nimmt. Normalerweise stehen zwei Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm. Vor wichtigen Wettkämpfen wird das Pensum allerdings deutlich erhöht. Dann trainiert die junge Westendorferin bis zu viermal wöchentlich. In den Sommerferien wurde sogar täglich an den Übungen gefeilt.
Großer Auftritt bei der Weltmeisterschaft
Der Trainingsfleiß hat sich bereits ausgezahlt. Mit ihrer Danceformation gelang Lucie heuer bei einem Wettkampf in Prag die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, die Anfang September im spanischen Pamplona ausgetragen wurde. Auch wenn der Einzug unter die besten acht Formationen nicht gelang, war die Teilnahme für die junge Sportlerin ein besonderes Erlebnis. Sich mit den besten Nachwuchsathleten der Welt messen zu dürfen, ist schließlich alles andere als selbstverständlich.
Die internationale Konkurrenz ist groß. Während Sportaerobic in Österreich zu den Randsportarten zählt, genießt sie insbesondere in osteuropäischen Ländern einen deutlich höheren Stellenwert. Nationen wie die Ukraine, Ungarn, Bulgarien oder Rumänien sind bei internationalen Wettkämpfen mit zahlreichen Athleten vertreten. Umso bemerkenswerter ist die Teilnahme der jungen Tirolerin an einer Weltmeisterschaft.

Große Ziele für die Zukunft
Lucie tritt hauptsächlich in der Einzeldisziplin an. Daneben gibt es in der Sportaerobic auch Bewerbe für Paare, Dreier- und Fünfergruppen sowie Mixed Pairs und Teams. Gerade der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft spielt für die junge Westendorferin eine wichtige Rolle. Trotz des individuellen Wettkampfcharakters stehen Teamgeist und gegenseitige Unterstützung im Vordergrund.
Für die kommenden Jahre hat sich Lucie bereits einiges vorgenommen. Ihr nächstes großes Ziel ist die Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Jahr – diesmal in ihrer bevorzugten Einzeldisziplin. Langfristig möchte sie auch als Einzelathletin bei einer Weltmeisterschaft an den Start gehen.
