
Jeder dritte blinkt im Kreisverkehr falsch oder gar nicht
Viele Verkehrsteilnehmer setzen den Blinker im Kreisverkehr noch immer nicht richtig. Laut einer aktuellen Beobachtungsstudie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) blinken 33 Prozent der Autofahrer beim Verlassen eines Kreisverkehrs falsch oder gar nicht. Bei Radfahrern und E-Scooter-Lenkern verzichten sogar sieben von zehn auf das vorgeschriebene Handzeichen beziehungsweise Blinken.
Für die Untersuchung beobachtete das KFV österreichweit rund 18.500 Verkehrsteilnehmer. Besonders auffällig: Wer während der Fahrt durch Essen, Trinken, Rauchen oder die Nutzung des Mobiltelefons abgelenkt ist, verzichtet deutlich häufiger auf den Blinker. So blinkten 48 Prozent der essenden, trinkenden oder rauchenden Fahrzeuglenker beim Verlassen des Kreisverkehrs nicht, bei der unerlaubten Handynutzung waren es sogar 52 Prozent.
Das KFV weist darauf hin, dass ein weitverbreitetes Missverständnis besteht: Geblinkt wird erst beim Verlassen des Kreisverkehrs – nicht beim Einfahren. Das richtige Setzen des Blinkers erleichtere anderen Verkehrsteilnehmern das Einschätzen der Situation, verbessere den Verkehrsfluss und könne Unfälle verhindern.
Gerade bei Radfahrern und E-Scooter-Nutzern ist die Blink- beziehungsweise Handzeichenmoral besonders gering. Dabei zählen sie zu den am häufigsten Verletzten bei Unfällen in Kreisverkehren. Mehr als ein Viertel aller Verletzten war in den vergangenen Jahren mit einem Fahrrad oder E-Scooter unterwegs.
Insgesamt ereignen sich laut KFV in Österreich jährlich rund 1.000 Unfälle mit Verletzten oder Todesopfern auf Kreisverkehrsanlagen. Verglichen mit herkömmlichen Kreuzungen ist das zwar deutlich weniger, dennoch bleibt korrektes Blinkverhalten ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit und einen besseren Verkehrsfluss.