
In den frühen Morgenstunden wurde der Hopfgartner Baum vor dem Rathaus in Wien aufgestellt. Foto: Wien Marketing/Lisa Leutner
Brixentaler Baum erfreut die Wiener
Er ist 50 Jahre alt, 28 Meter hoch und 4,6 Tonnen schwer – über die nächsten Wochen wird das Brixentaler Prachtexemplar, eine Fichte, die Wienerinnen und Wiener erfreuen. Erst zum siebten Mal stammt der Wiener Christbaum aus Tirol – für die Hopfgartner ist es eine besondere Ehre, dass sie heuer den Baum spenden dürfen, wie Bürgermeister Paul Sieberer erklärt. „Wir haben uns da nicht beworben. Landesforstdirektor a. D. Josef Fuchs ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir uns das vorstellen können“, freut er sich.
Ganz so einfach war die Suche nach dem passenden Baum jedoch nicht, wie Manuel Pichler, Leiter des Hopfgartner Forstdienstes, schildert: „Wir haben schon einmal den Baum für den Landhausplatz Tirol geliefert. Damals, vor zehn Jahren, war das noch recht unkompliziert – ein etwa 20 Meter hoher Baum wurde gefällt und geliefert. Heuer gestaltete sich die Suche deutlich schwieriger.“
Zufällig entdeckten die Forstverantwortlichen auf der Fahrt von der Kelchsau nach Hopfgarten, im Bereich Waldschenke, eine besonders schöne Fichte im Gemeindewald. Zunächst erschien sie nicht ideal – doch schnell war klar: „Wir finden keinen noch besseren Baum.“ Eine eigene Kommission mit dem Repräsentationschef des Landes Tirol, Thomas Sauerer, begutachtete den Baum, dann konnte die Arbeit beginnen.
Mit Hilfe einer Drohne vermessen
Mit einer Drohne wurden Höhe und Durchmesser exakt vermessen. Der Baum wurde anschließend mit größter Sorgfalt gefällt, verpackt und transportiert – „wie ein rohes Ei“, so Pichler. Gleich zweimal fiel den Beteiligten sprichwörtlich ein Stein vom Herzen: erst, als der Baum sicher verpackt war, und erneut, als der Transport erfolgreich verlief. „Erst beim Fällen wurde uns bewusst, was für ein großer Aufwand und welche Ehre es ist, den Wiener Baum zu liefern“, sagt Pichler. Der Baum durfte erst kurz vor dem Transport gebunden werden – innerhalb eines engen Zeitfensters von 24 Stunden zwischen Umschneiden und Aufstellen.
„Auch für uns war es eine ungewöhnliche Fracht. Wir brauchten einige Genehmigungen.“
Margot Fohringer, Fohringer Transporte
Für den Transport sorgte die Hopfgartner Firma Fohringer. Der Baum, mit einem Umfang von rund neun Metern, durfte während der Fahrt nicht mehr als 3,50 Meter breit und 4,20 Meter hoch sein. Deshalb musste jeder einzelne Ast vorsichtig an den Stamm gebunden werden, um Schäden zu vermeiden. Insgesamt waren acht Mitarbeiter des Forstteams im Einsatz.
Wie Margot Fohringer erklärt, war der Auftrag auch für ihr erfahrenes Team eine echte Herausforderung: Zahlreiche Genehmigungen waren notwendig, um die Fichte auf die Reise zu schicken. Der Transport führte über Bischofshofen und durfte nur nachts erfolgen.
Eine zusätzliche Schwierigkeit: Der Baum ragte rund zehn Meter über den Tiefbettsattel hinaus – auch die Kreisverkehre in Wien stellten das Transportteam vor Herausforderungen. „Der Lkw wurde von vier Begleitfahrzeugen eskortiert. Es war eine logistische Meisterleistung, und wir sind froh, dass alles so gut gelaufen ist“, freut sich Fohringer.
Delegation fährt zur Illuminierung nach Wien
Auch Bürgermeister Paul Sieberer zeigt sich erleichtert über den reibungslosen Ablauf. Am 15. November wird der Christbaum erstmals in seiner ganzen Pracht erleuchtet. „Wir werden mit einer Delegation nach Wien fahren“, kündigt er an. Neben dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig wird auch Landeshauptmann Anton Mattle bei der feierlichen Illumination mit dabei sein.