Überdimensionale Werbeträger

Der eine ist 28 Meter hoch, der andere 20 Meter – und beide sind sie waschechte Tiroler: Die Christbäume, die dieser Tage nach Wien und Köln geliefert werden, werden in den kommenden Wochen die Großstädter erfreuen. Hell erleuchtet sind sie überdimensionale Werbeträger für ihre Herkunftsorte.
Das Prachtexemplar aus Kitzbühel wird nicht nur die Kölner erfreuen – so mancher Bewohner der Siedlung „Frieden“ freut sich wohl auch, wenn endlich wieder Licht in die Wohnung fällt.
Die Verantwortlichen der Siedlungsgenossenschaft haben jedenfalls ein Problem weniger, während die Kitzbüheler ihre edle Spende geschickt als Bühne nutzen: Vor dem weltberühmten Kölner Dom machen sie Werbung für die Gamsstadt. Während des Weihnachtsmarktes steht ein Kitzbühel-Standl in unmittelbarer Nähe – eine klassische Win-win-Situation. Wenn dann auch noch die Stadtmusik Tiroler Weihnachtsweisen erklingen lässt, kann es kaum eine bessere Werbung geben.
Auch für die Hopfgartner ist der Baum, den sie den Wienern gespendet haben, nicht nur eine Ehre, sondern zweifellos ein werblicher Gewinn. Wie das Wiener Stadtmarketing in der Rathauskorrespondenz schreibt – und viele Wiener Medien übernommen haben – stammt der Baum „aus Hopfgarten im Brixental, eingebettet in die imposante Bergwelt der Kitzbüheler Alpen in der Region Hohe Salve“. Eine bessere Werbung gibt es kaum. Und auch wenn der Transport kostenintensiv gewesen sein dürfte, wiegt die mediale Präsenz der Brixentaler Gemeinde diesen Aufwand sicher um ein Vielfaches auf.
Wenn Tirols Christbäume in den Metropolen erstrahlen, dann leuchten sie nicht nur für die Städte – sondern auch für die Heimat, die sie hervorbrachte.