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Seite 2 1 Kitzbüheier Anzeiger SanTstag, 4. Juli 1953 eher der Sportplätze, insbesondere aber auf die marktschreierische Musik der Vergnügungsparks. Schiffsschaukeln u. ähnlichere Tingel-Tangel. 23ie Das Brüllen der Kühe und das Lila- lee der Herdenglockon wird im Herbst, beim Alpsabtrieb wohl von allen Ein- wohnern unserer Stadt als alt-herge- 'rachtes, freudiges Ereignis gewertet.. Nicht ganz so ist es beim Alps-Auftrieb, der sieh bekanntlich durch Tage in den Morgenstunden vollzieht. Auch das Wie- hern und Poltern der Pferde kann auf die Umgebung störend wirken und man versteht nicht, wieso eine Hengsten- station innerhalb der Stadt errichtet werden mci ßte. "fltenfc[ Der letzte Störenfried ist der Mensch selbst, Untertags sind As wrolil meist nur die Schulkinder, welche zu Mittag pfeifend und schreiend durch die Stra- l?en ziehen. Viel lästiger und gefährli- cher aber sind jene erwachsenen Per- sonen. welche in (TeIl Morgenstunden heim Verlassen der Nachtlokale, zu Jo- deln beginnen und die endlich einge- schlafenen Bewohner der gequälten Vor- dei'stadt wieder aus dem ersten Schlafe wecken. \)cTeIln nun die Mittel erforscht -wer- den sollen, durch welche diese vielfa- chen Ursachen des Lärms bekämpft werden sollen, so ist in erster Linie zu nennen: der gute Wille eines jeden einzelnen. Wenn jeder Kraftfahrer, wenn jeder Jnh aber eines gewerblichen 'Betriebes, wenn jeder Kitzbüheler Einwohner die chrlche Absicht hat, bei der Bekämp- fung des Lärms mitzuwirken, da,-an ist bereits sehr viel getan, vielleicht eben- soviel wie mit Gesetzen, Verordnungen und Bestrefungen. Die Lenker von lraftwage.n brau- clien nur ihr Tempo zu vermindern und werden damit bereits den Straßenlärm erheblich verringern und sich manches unnötige Huppen ersparen. Den Motor- radfahrern aber muß ein für allemal gesagt werden, daß die Hauptstraße von Kitzbühel keine Rennbahn ist und nicht dazu dient, daß sie hier ihre neuen Maschinen ausprobieren. Dies kann viel besser in der Langau geschehen, aller- dings 'ohne Beifall der bewundernden Filmtheater Kitzbüh& 4. u. 5. Juli: Der Strom 6. u. 7.: Skandal im Mä.dchenpensionat 8. u. 9. Juli: Karneval in Texas Juli: Heidi Filmtheater Si Johann 1.T. 3-5. Juli: Die Teufehsbrigade 6. ii. 7. Juli: Maria Walewska Damenwelt. Es ist der Stadtverwaltung wohl bekannt, daß hier die Motorrad- Wildlinge ebenso wie in anderen Orten durch entsprechende Manipulationen an den Schalldämpfern ihre (heschwindig- keit zu erhöhen suchen. Derlei Machen- schaften müssen natürlich ohne Rück- sicht auf die Personen bestraft werden. Ein besonderes Kapitel stellt der Start der Motorräder nach Kino-Ende dar. Keiner von den Fahrern bemüht sich, sein Fahrzeug möglichst schnell in Schwung zu bringen und der geineinsa- mc Spektakel weckt unbarmherzig die gesamten Bewohner der Hinterstadt aus dem Schlafe. Auch hier sollte es das Bestreben jedes einzelnen sein, sein Fahrzeug raschestens in Gang zu set- zen und ehestens aus dem Stadtbereich herauszubringen. Was nun die Bauunternehmer und Gewerbebetriebe anbelangt, so können diese durch geschickte Arbeits- und Zeiteinteilung wesentlich zur Milderung des Lärmes beitragen, insbesondere wenn sie berücksichtigen, daß die mei- sten Fremden in der Zeit von 6--8 Uhr früh und von 13-15 Uhr nachmittags zu ruhen wünschen. Das Anfahren von lärmenden Traktoren, der Betrieb der Kompressoren und übrigen Maschinen sollte daher in den obgenannten Zeiten ausgeschaltet werden. Die kleineren Ge- \verhetreihendien und Werkstättenbesit- zer könnten aber dadurch Rücksicht üben, daß sie die lärmerzeugende Tätig- keit nicht bei offenen Fenstern ausüben. Auch bei den Musikver anstaltun gen spielt die Frage der „offenen Fenster" eine entscheidende Rolle. Der Lokal- besitzer findet meist die Ausrede, daß nicht er, sondern die, Gäste selbst die Fenster geöffnet hätten. Trotzdem ver- bleibt es die Verpflichtung des Lokal- besitzers, für eine entsprechende Klima- Anlage zu sorgen und seine Angestell- ten zu belehren, daß sie den Gästen das Öffnen der Fenster sofort verbieten müssen. Was schließlich die Erziehung des Menschen selbst betrifft, so wird es leicht sein, auf lärmende Kinder durch die Lehrpersonen, durch die Eltern 'und letzten Endes durch die Sicherheits- organe einzuwirken. Bedeutend schwie- riger ist es, Fremdengäste, welrhe des Nachts auf der Straße singen und joh- len, zurechtzuweisen. Hier werden sich die Hüter der Ordnung eines besonde- ren Geschickes und Taktes befleißen müssen. Trotzdem müssen diese Unsit- ten unter allen Umständen schon des- halb abgestellt werden, weil sie an- steckend wirken. Wenn nämlich die Be- sucher einer Vergnügungsstätte sieh verpflichtet fühlen, beim Verlassen des Lokales ihre Künste im Joclehim aufzu- zeigen, so machen andere Straßen- benützer (las gleiche und zum Schluß entwickelt sich ein für die Bewohner der Vorderstadt recht unerfreulicher Sangeswettbewerb sämtlicher leichtbe- zechter Heimkehrer. Die angeführten Beispiele haben ge- zeigt. daß die Bewohner unseres so schön gepriesenen Stadtzentrums nicht allzusehr zu beneiden sind und insbe- sondere in den Sommermonaten vorn rrühien Morgen bis spät in die Nacht keine Ruhe finden können. Die Verpflichtung a ii e 1 ist es, die- sein Übel abzuhelfen. Wenn es schon nicht die Rücksichtnahme auf den Näch- steri ist, welche das Gewissen jedes ein- zelnen aufzurütteln vermag, so sdll es folgende Erwägung sein : Kitzbühel ist Freindenstadt. Das, was der überarbei- tete, nervenmüde Großstädter in erster Linie hei uns sucht, ist Ruhe und Er- holung. Diese kann er aber nur dann finden, wenn wir den bis zu unerträg- lichen Maßen angewachsenen Strahlen- lärm bekämpfen, eindämmen und ver- hindern und mit allen Mitteln trachten, zumindestens den Fernverkehr von der Hauptstraße abzulenken. 3Lat3!on3ert-3rogramme Wegen der Gründungsfeier des Män- nergesangvereines findet das Platzkon- zert am Sonntag. 5. Juli, 20,30 statt. Abschied der Gladiatoren". Marsch von Blankenburg. ‚.D'orfkinder". Walzer v. E. Kalnaii ..Bagatelle". Ouvertüre v. J. Rixner ‚.Ungarischer Tanz Nr. 6" v. Brahms ..Ball hei Ziehrer". Potp. v.Schneider ..Khevenhühler-Marsch" v. Friedrich M i lt wo c li, 8. Juli, 220, 30 Uhr: 1.,. Das Schwert Österreichs". Marsch von I. F. Wagner ‚.Die Geheimnisse der Etsch". Walzer von Carena. Ouvertüre zu „'Peter Schmoll" von C. M. Weber. ‚.Des Hirten Morgenlied". Cavatine für Flügelhornsolo von F. v. Suppe. „Lehariana". Potpourri v. Hruby. 99er Regimentsmarsch v.Hunyatschek S a m s t a g. ii. Juli, 20.30 Uhr: „Unter dem Siegesbanner". Marsch von Blon. Ouvert. zu ‚.Semiramis" v. Rossini. „Tanzen möcht ich". Walz.v.Kalman Entreakt und Barkarole aus ‚Hoff- manns Erzählungen" v. Offenbach. „ Öst. Marschper1en".Potp.v.Ber4.-Uhl „\Veidmannsheil". Jägermarsch von Reckling. Die Mittw'ochkonzerte entfallen bei schlechtem Wetter. Die Samstagkonzer- te werden dann auf Sonntag verschoben.
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