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umtaq, 20. c,tember 1952 13reiiä 30 rfrheii, 3afnreelbeguqdqebÜhr 15.— 0 3. nrano. urnrner 38 ___ -.---- 2lutoberfefjr iit (1er Ferligstellug (irr Tlelielfs- brücke zu Kohlhofen und dci' A.u?scliat- terung des Straßenstückes Üb r die Bad- rel' Au bis zum Bodner Wahl, können run wieder Personenkraitwa gen und leichtere Lastkraftfalirzeuge (bis 3 to) verkehren. Die BesdhrönRucg für den Lastenverkehr gilt nur für las Weg- stück von der Mühle unterhalb Beith 1 is zum Gasthof Reinaehen. cMirung nter it3büeler 23ürqer Am Sonntag, 14. September, veran: stall ete das Katholische Frauenwerk Kitzbühel für alle über SO Jahre alten Bürger dci' Stadt im Hotel 110 1 z n e r einen gemütlichen Nachmittag. Dem Beisammensein im Hotel ging ine kur- ze kirchliche Andaclit voraus. hei der Gcistl. Ii at StadLpfu'rer •Taseph Schmid eine ei'bauliclie A nspraelie hielt. Heuei' konnten 76 Leute eingeladen werden, gegenüber 63 im vergangenen Jahre, was bedeutet, daß das Leben in unserer Stadt für unsere .Eltern und Großeltern. unsere alten verdienten 3ürger. recht günstig ist; die Zeit ver- rinnt in fleißiger Arbeit und hii politi- schen Frieden. Möge es immer so blei- ben. Der älteste rf,iiilchiilleI. war Alt- bürgermeister Ehrenbürger Franz Stil z. der im 91. Lebensjahre steht. Die gastfreundliche Art des Hauses IIo]zner und die reiulilcbe Be\virlung dui'eli (las Fi'auenwerk brachte eine ungezwungene, frohe Stimmung hervor. Gern wurde von den längst vergange- nen Zeiten, den damaligen Fi'euden und Sorgen gesprochen. Im Namen aller Anwesenden dankte A.11y'rt P u' i in ii s Stadtpfarrer Schmid. dem Franeiwerk und dci' Familie Holzuer für den sriiö- uen Abend. Öffentlicher Dank. Allen ver- ehrten Gönnern und Wohltihtern, die in so edler.großzügiger Weise zum Ge- lingen der Feier anläßlich dar Elii'ang unserer alten Leute durch Spenden bei- getragen haben. sei der beste und wärmste Dank ausgesprochen. Kath. Frauenwerk Kitzbühel, Alfons Petzold erbhckte am 21. Sep- (ein ler 1 82 in einem iirml ichni i Wiener Vorstadthause das Lieht dci' Welt. Seine Eltcrn. die wolilh abenden (temselifl 11an1vcrkerfarnilien entstammten, hat- ten in) Lehen viel Unglück auch Miß- eckige gehalt und waren mit ihren hetzt an Groschen na cli Osterinieli ga- korneien, Leider konnten sie aura hier iiii'(' \Vi1 ts('haftlft'he Lage iicht hess' 511 und so wuchs Ahfumns Petzold in Not und Armut auf, Dazu kirn, daß er ein schwacher. kränklichem' Knabe W(1F. (her nur (iui'eh die liebevolle Pflege seim er '\fnttei' hochgebracht wrrdn kamin In. Trotzdem 1 11 neha cm sich schon in (hei' Vol kssehulzerl durch einen fanatisch cmi Wissens- und Bil dnngsdr ing ans, Der Inhalt seiner Schulbücher konnte ihn nicht unehu' be! ried ig n und so stü 'z e ei' sieh mit Leide ascii aft iii jede Ei eh, auf jede Zeitung und uf jc(ie gedruckte Z; 'i le, die in seine 1-Ui nle fiel un er kannte keinen und ecu' n Wuwsch. als auch einni'd Sehrift.stnlln' zu werd n Ne m'hdcni er die Volks- und Büi'gei'- schule absolviert halte, waren keinerlei Geh mittel vou'hianden. die ihm ein wei- ccci Studium ermügl icht kitte i uni so nun 3te ci' sieh um einen Am'bei!splatz um iahien In seinem (tutu1) ing cmpl: iscli nn Boa a mi‚‚Das i'auhie Lebei 1'• schildert er ic it 1 iei ße ndemi 1111-1110), (lt n wechsel - vollaui Schicksale und Ahent euer. die ihni iii den vcrsclnedensh'n B''m'ulen wi- dei'fuhre-ii : als Lii uifbui'sehe uund Ibh'ker- lch :iingr. als Schuster und Kellner, als SeI neesehaufle.r und Femist 'rpuil Zar, als Eiseuid'ehmr und Ci ipsfigcirensehlnifei', 11)11a(21, wieder war es sein z'irt-n' Ge- suiidhi eitazustand, welcher ihn zwang, seine bisherige Beschäftigung aufzug'- her und sieh um eine neue z.n he\verhen. Doch ungebrochen blieb sein El- chur gec rang. ungebi'ochen sein dtehtei'i- schier Wille. Nach anstrengender. mühe- voller Tagesa.rl}elt. 'besuchte er n (heil A.bendst'inden Kurse, des Volksbildung's- vereimes und zininaertn des nac' it cmi seinen ersten Werk- ui Durch viele Jah- re führte er dieses unstete. ungesunde Leben, bis eines Tages ilimi jene fürch- terliche Krankheit niederwarf, die uni die 'Ia.hl'hlllidiei'tW'eflde in Wien Huaka- toniben von Toten forderte, die insbe- sonc ccc aus (heIl Eiencisvierteln der Gi'olist adt haufenweise ihre Opfer holte die Lungentuberkulose. Zu seinem Glück 1iat.te Petzold (ha- maIs bereits sein erstes Gedichtbänd- chen vollendet und nun horchte die Öf- fentl ichikeit auf. Immer wieder sickerte (hie Nachricht durch, daß ein junger Arheiterdichter, lei' zu den größten Ta- leuten Österreichs zähle, hoffnungslos lungen ki'ank in ii'gemicleineri Spital lie- ge. Seine Gedichte, bisher nur in Ar- beit:erheimcmi bekamimit. wurden überall und iii dciii hesteti Ki' eisen vorgelesen. Bald fanden sich Schriftsteller, Schau- spieler und hochherzige GärTner. die sich des jungen Dichters annahmen und schließlich seine Aufnahme in die be- rühmte Lungenheilanstalt in Alland durchsetzten 1-her entrann Petzold zum ersten Male dem' ungesunden Luft der Großstadt. hier lernte er zum ersten Male (hie Schönheit des Bergwaldes und die Pracht (hei' glitzernden Schneegefil - dc kennen. Ines fand er nach vielen .3 a.hm'e ci (hie kaum mehr erhoffte (',e- Die so erweckte Liebe zur Natur führi.e iii n im Jahre 1917 mit seiner jungen Gattin nach KitzbiheL wo ei' znem'st in der Villa Bali uni Schättberge. später im ltcischhiofe und schließlich in der jetzigen Villa Petzold wohnte. die ihm sein großer Gönner Dr. Stefan Licht zur Verfügung gestellt hatte. Hier verbrachte er die ruhigster, die schön- sten Tage seines Lebens, ines schuf er seine letzten, seine reifsten 'Werke. Sechs Jahre waren ihn. noch vorn Schieksaiö zugezählt. Dann aber mel- dete dci' Tod neuerlich seine Ansprüche an. In den letzten Jahren dci' sehwei'en Kämpfe hatte Petz.olds gebrechlicher Körper jede Widerstandskraft verloren Alfons Petzold Ein Gedenkblatt anlälihieh der Wiederkehr seines 70. Geburtstages. Von Dr. Canihhlo Busehnian.
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