Kitzbüheler Anzeiger
22.01.2024
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Wissenschaft für die Öffentlichkeit

Ende des Jahres wurde Ökonom Christian Keuschnigg nach mehr als 20 Jahren erfolgreicher Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität St. Gallen verabschiedet.

St. Johann | Christian Keuschnitt war es nicht in die Wiege gelegt eine internationale akademische Karriere mit Bravour hinzulegen. Der Mangelwirtschaft am heimatlichen Bauernhof wurde mit Gemeinschaftssinn und heiterem Gemüt begegnet. Scherzhaft führte Christian Keuschnigg an, dass das aber auch eine Motivation für die Beschäftigung mit der Ökonomie war. Damit folgte er der Tradition von Paul Samuelson, dem ersten Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, den die Not der Weltwirtschaftskrise dazu bewog von Elektrotechnik auf Volkswirtschaft umzusatteln, um herauszufinden, wie man eine solche Krise vermeiden könnte.

Über Auswirkungen von Österreichs EU-Beitritt
Er erkannte aber bald, dass ein überregionaler Erfolg in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung zusätzliche Grundlagenkenntnisse erfordert und drückte noch einmal die Schulbank an der Abteilung Ökonomie des Instituts für Höhere Studien in Wien.

Der Kontakt mit international renommierten Gastprofessoren wie beispielsweise dem Notenbankpräsidenten der USA und dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 2022, Ben Bernanke, öffnete Türen für sein Talent.

Es folgten Forschungsaufenthalte an den Universitäten Bonn und Princeton. Die Habilitation an der Universität Wien erfolgte unter Leitung von Alexander van der Bellen. Kurz darauf erreichten ihn Berufungen an die Universität Saarbrücken und schließlich an die Universität St. Gallen. In dieser Zeit entwickelte er auch seinen Forschungsschwerpunkt in der öffentlichen Finanzwirtschaft, insbesondere der Besteuerung von Unternehmensgewinnen.

Einen bleibenden Eindruck erzielte seine Arbeit mit Willi Kohler über die Auswirkungen des EU-Beitritts auf Österreich.

2012 zum Tiroler des Jahres gewählt
Professor Keuschnigg war nicht damit zufrieden, Exzellenz im Elfenbeinturm zu erreichen, sondern es war ihm ein Anliegen, seine Forschungsergebnisse zu wichtigen wirtschaftspolitischen Fragestellungen einer interessierten Öffentlichkeit nahezubringen. Daher kommt seine Wahl zum Tiroler des Jahres 2012 nicht überraschend. Dabei hat er nicht mit der Autorität des Universitätsprofessors „aus dem Bauch heraus“ doziert. Seine Ausführungen waren immer empirisch fundiert und analytisch untermauert.

In seiner Abschiedsvorlesung stellte er einen Plan zur Lösung der Klimakrise in sieben Punkten vor. KA

Bild: Professor Christian Keuschnigg. Foto: WPZ Wien/Foto Wilke  

Die Kindheit von Christian Keuschnigg am heimatlichen Bauernhof war von Mangelwirtschaft geprägt. Foto: Keuschnigg

Bild: Die Kindheit von Christian Keuschnigg am heimatlichen Bauernhof war von Mangelwirtschaft geprägt. Foto: Keuschnigg

 
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