14.02.2017
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Zukunft des Stausees ist ungewiss

Am Montagabend informierten die Verantwortlichen der TIWAG den Kirchdorfer Gemeinderat über die Zukunft des unrentabel gewordenen Kleinkraftwerks. Unter anderem steht ein Verkauf oder der Rückbau der Anlagen im Raum. Die TIWAG will jedoch gemeinsam mit der Gemeinde eine Lösung suchen, da der Stausee u.a. beim Hochwasserschutz eine wichtige Rolle spielt.

Kirchdorf | Der idyllisch gelegene Stausee in Gasteig und das dazugehörige Kleinkraftwerk in der ehemaligen Angemühle lassen derzeit die Gerüchteküche in Kirchdorf brodeln – ist doch vor allem der See ein beliebtes Ausflugs­ziel von Einheimischen und Touristen und gehört zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten in der Kaisergemeinde.

Am Montagabend lud daher Bürgermeister Gerhard Obermüller die Verantwortlichen der TIWAG zur Gemeinderatssitzung, um über die Zukunft der Anlagen zu diskutieren, da diese für die Besitzer nicht mehr rentabel sind und daher aufgelassen werden sollen. See, Staumauer und das Kraftwerk in der ehemaligen Angermühle wurden bereits im Jahre 1901 von Josef Hofinger errichtet. 54 Jahre später – im Jahre 1955 – übernahm die TIWAG das Kraftwerk. Inzwischen sei das Kraftwerk veraltet, wie Andreas Mederer, der zuständige Mitarbeiter der TIWAG, den Mandataren erklärte. Vor allem die beiden Obergeschosse des Gebäudes an Angerfeld seien schwer desolat, auch wenn das Werk noch gut in Schuss ist.

See verlandet zusehends

Problem für die TIWAG sei überdies auch, dass es aus behördlichen Gründen nicht mehr möglich ist, Stauraumspülungen durchzuführen. Das heißt, dass der Stausee nicht mehr abgelassen und von Geschiebe befreit werden kann. Das letzte Mal sei das Anfang der 2000er-Jahre gewesen, wie Mederer ausführte. Der See verlandet daher zusehends und wird sei damals immer kleiner. Damit sei immer weniger Wasser vorhanden, um genügend Strom zu produzieren. Grund für das Verbot seien damals auch Probleme mit den an der Luigam gelegenen Fischwässern gemacht worden. Das sogenannte Wasserrecht – also jenes Recht, Wasser aus der Lui­gam zu entnehmen und damit Strom zu produzieren – gelte in jedem Fall noch bis 31. Dezember 2027. Die Entscheidung des Unternehmens steht fest: „Entweder müssen wir sämtliche Anlagen zurückbauen oder wir verkaufen diese“, erklärte Mederer. Zum Verkauf stünde im Übrigen alles – Stausee, Staumauer und Kraftwerk. Waldflächen gehören auch dazu.  Es gäbe auch bereits zwei Kaufinteressenten. „Die Gespräche sind da jedoch am Anfang“, wie Mederer betonte.

Arbeitsgruppe soll Projekt erstellen

Wie Bürgermeister Obermüller erklärte, seien inzwischen schon etliche Gespräche auch mit Experten geführt worden. Er lobte vor allem die gute Zusammenarbeit mit der TIWAG, die eng mit der Gemeinde kooperiere. Für die Kirchdorfer steht immerhin einiges auf dem Spiel, denn im Bereich des Hochwasserschutzes kommt dem Stausee eine wichtige Rolle zu. Sorgt er vor allem auch dafür, dass das Geschiebe im See bleibt und damit das Übertreten der Luigam verhindert. „Wir hoffen natürlich auf eine gemeinsame Lösung“, erklärte Obermüller. Er wünscht sich, dass sich eine Arbeitsgruppe findet, die ein Projekt ausarbeitet. Einige Mandatare regten auch an, hier Experten, von der Wildbachverbauung etwa, hinzuzuziehen, da es ja auch um die Sicherheit gehe. Auch touristisch wäre das idyllisch gelegene Gewässer nutzbar. Ein Kauf durch die Gemeinde läge ebenfalls im Bereich des Möglichen. Von den Mandataren nach einem Kaufpreis gefragt, wollte sich Andreas Mederer allerdings nicht festlegen: „Sie können jedoch von einem sehr geringen Kaufpreis ausgehen.“ Müsste die TIWAG alle Anlagen rückbauen, wäre das auch für das Wasserkraftunternehmen eine erhebliche Investition und vor allem auch ein riesen Aufwand. Es wäre also in ihrem Sinne die Anlagen im Gesamten zu verkaufen oder eben mit der Gemeinde ein Projekt zu erstellen. Der Dorfchef will dafür im Übrigen auch den Leaderverein an Bord holen.

Allerdings bleibt den Kirchdorfern wenig Zeit. „Der Zeithorizont ist sehr knapp“, stellte Mederer klar. Bürgermeister Gerhard Obermüller hofft jedoch bis Ende des Jahres ein bei der Behörde einreichfähiges Projekt vorlegen zu können. Margret Klausner

Bild: Die ehemalige Angermühle, in der sich das Kraftwerk befindet, ist vor allem in den oberen Etagen schwer desolat, auch wenn das von außen nicht zu sehen ist. Foto: Klausner

 
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