26.08.2020
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„Zeitungskrieg“ wurde abgewendet

Im Jahr 1932 kam es zu einem Schlagabtausch zwischen zwei Druckereien, die Lokalzeitungen herausgaben und ihren Einfluss vergrößern wollten. Die Fronten waren hart, aber ein „Presse- und Rachefeldzug Kufsteins gegen Kitzbühel“ ist es nicht geworden.

Zu Beginn des 62. Jahrgangs berichtete der Tiroler Grenzbote, eine deutsch- freiheitliche Wochenzeitung und die älteste Provinzzeitung Tirols, (Verlag Eduard Lippott, Kufstein) von der Modernisierung des technischen Betriebes  und der Vergrößerung der Druckereiräume.
Der Kampf gegen die Erscheinungen der Not wird mit dem Sieg des Wiederaufstiegs enden.

Kitzbüheler Zeitung auch für Wörgl
Die Druckerei Hugo Beimpold in Kitzbühel hatte die Kitzbüheler Nachrichten um Wörgler Nachrichten erweitert und im Jänner 1932 im Markt Wörgl, Brixentaler Straße 6, eine Geschäftsstelle eröffnet.
Sie versprach alle Drucksorten in geschmackvoller Ausstattung, preiswert und in kürzester Lieferfrist. Im Juni 1932 empfahl sie sich für Drucksachen für den Fremdenverkehr. Den Druckauftrag für eine Sonntagszeitung Unterland  mit Verlagsort Kufstein hatte sie allerdings nach kurzer Zeit verloren.
Eduard Lippott  hatte nach der Einstellung  der deutsch- freiheitlichen Zeitung Kitzbüheler Bote aus dem Verlag Martin Ritzer (Dezember 1913) den Titel gekauft.

Kufsteiner Druckerei bemüht sich um Kitzbühel
In der Nr. 99 am 10. Dezember 1932 kündigte der Tiroler Grenzbote an: Ab 1. Jänner  1933 erscheint wieder die heimattreue Wochenschrift Kitzbüheler Bote mit der Tiefdruck- Bilderbeilage „Zeitgeschehen“.
Unabhängig und frei vom politischen Getriebe, doch im Dienst der großen Sache der deutschen Volksgemeinschaft, zum Schutze und zur Fürsorge der engeren tirolischen Heimat, ersucht der Verlag um werktätige Förderung und Unterstützung des Kitzbüheler Boten. Probeblätter kostenlos.
Vierteljährlicher Bezugspreis mit Postzustellung Schilling 3,50. Verschleißstellen und Anzeigenannahme: Tabak Hauptverlag Johann Tscholl, Buchhandlung Karl Haertel, Buchdruckerei Martin Ritzer.
In der Nr. 101 am 17 Dezember 1932 wurden als zusätzliche Verschleißstellen auch die Bahnhof-Buchhandlung, die Tabak Trafik Viktoria Kogler in der Jochbergerstraße und der Zeitungsverschleiß L. Hahn in St. Johann angegeben.

Rachefeldzug herbeigeschrieben
Am gleichen Tag antworteten die Kitzbüheler Nachrichten. Auf der Titelseite stand  groß:
Wir bauen unerschrocken weiter im Dienste der Heimat. Die Kitzbüheler Nachrichten erreichen mit Jahresschluss den 10. Jahrgang und erscheinen nunmehr wöchentlich zweimal (Mittwoch und Samstag).
Die Kitzbüheler Nachrichten sind auch in Zukunft das billigste und bestverbreitetste Heimatblatt, die führende Zeitung des Bezirks. Wirklich unparteiisch und unabhängig wählen die Kitzbüheler Nachrichten einen geraden Weg, der auch eine eigene Meinung ermöglicht. Wer den Unfrieden liebt und sein persönliches Geltungsbedürfnis nicht dem Allgemeinwohl unterordnen kann, wer geglaubt hat, ein Heimatblatt sei der Tummelplatz privater Interessen – den haben wir enttäuscht- der soll einen anderen Weg gehen.
Dieser Ankündigung folgte eine überraschende Mitteilung über einen großen Presse- und Rachefeldzug Kufsteins gegen Kitzbühel.
Der Rachefeldzug war die Reaktion des Kufsteiner Verlags Eduard Lippott  auf die Expansion der Kitzbüheler Druckerei Hugo Beimpolds Witwe in den Raum Wörgl einschließlich der publizistischen Unterstützung der dortigen Bemühungen, der um sich greifenden wirtschaftlichen Not mit dem „Wörgler Freigeld“ zu begegnen. Von Hans Wirtenberger

Den ganzen Artikel zu diesem Thema finden sie in der aktuellen Printausgabe "Kitzbüheler Heimatblättern" des Kitzbüheler Anzeigers oder als Online-Ausgabe unter www.kitzanzeiger.at.

Foto: Kämpferische Antwort der „Kitzbüheler Nachrichten“ am 17. Dezember 1932.

 
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