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Kitzbüheler Anzeiger
05.04.2024
News  
 

Zahn der Zeit nagt an Schutzbauten

Hochwasser- und Vermurungsgefahren durch überbordende Wildbäche wurden in Kitzbühel im Laufe der Jahrzehnte durch aufwändige Verbauungen eingedämmt. Bei den älteren Bauwerken besteht Sanierungsbedarf.  

Kitzbühel | Kitzbühel kämpft seit jeher gegen Naturgewalten an, die oberhalb der Stadt lauern. Hochwasser und Vermurungen waren der Auslöser für umfangreiche Schutzbauten, die in den vergangenen Jahrzehnten in Angriff genommen und sukzessive weiterverfolgt wurden.

Einer laufenden Kontrolle unterliegen freilich auch die älteren Schutzbauwerke. Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung haben den Ehrenbach-, den Kögler- sowie den Pfarraubach genauer unter die Lupe genommen,  nachdem sie vom Kitzbüheler Stadtförster auf Schäden in Teilbereichen hingewiesen worden waren.

„Der Ehrenbachgraben ist der größte Brocken“
Nun liegt der Stadtgemeinde  das Untersuchungsergebnis vor – mit ernüchternden Erkenntnissen: „Es besteht Handlungsbedarf, vor allem beim Ehrenbach“, wie Stadtrat Hermann Huber erläutert, gleichzeitig jedoch festhält: Aktuell bestehe kein Grund zur Besorgnis, seitens der Wildbach- und Lawinenverbauung wolle man jedoch frühzeitig reagieren.

Konkret betrifft es den Bereich von der Ehrenbachkapelle talwärts und hier vor allem jene 17 Meter hohe Mauer, die in den 1960er-Jahren händisch gemauert worden war. Hier sind massive Schäden im Beton sichtbar geworden, die sich in sogenannten Aussinterungen zeigen, wie Huber aufklärt. „Es rinnt der Zement aus dem Beton, dadurch  wird das Fundament baufällig.“ Links und rechts der mächtigen Geschiebesperre drückt der Hang auf die Mauer. „Es entstanden Risse, weil das Gelände in Bewegung ist und daher gesichert werden muss, begründet Stadtrat Huber.

Pfarraubach bleibt unter Beobachtung
Weniger brisant stellt sich  die Situation am Köglerbach dar. Auch hier wurden Aussinterungen in den bestehenden Geschiebesperren im mittleren Bachverlauf festgestellt, die eine Sanierung erforderlich machen. Die Schäden sind hier aber deutlich geringer als beim Ehrenbach, hält Huber fest.  Der Köglerbach ist bekanntlich in seinem Ober- und Unterlauf aufwändig verbaut worden, der Kitzbüheler Anzeiger hat mehrfach berichtet.  

Der Pfarraubach, ebenfalls stark gezähmt, bleibt weiterhin unter Beobachtung, Sanierungsmaßnahmen seien laut Auskunft der Wildbach- und Lawinenverbauung derzeit nicht erforderlich.

Für die Sicherheit und die Finanzen der Stadtgemeinde haben die beiden Sanierungsvorhaben enorme Brisanz, bekräftigt Bgm. Klaus Winkler.

Investitionsvolumen: 12 Millionen Euro
Das Investitionsvolumen liege, grob geschätzt, bei 12 Millionen Euro, wobei auf den
Ehrenbach acht Millionen Euro und auf den Köglerbach vier Millionen Euro entfallen. Der Aufteilungsschlüssel für die öffentlichen Mittel steht noch nicht fest - die Beteiligung der Stadtgemeinde lag bisher bei 25 Prozent, so Winkler. Die Baumaßnahmen im Ehrenbachgraben sollen schon 2025 in Angriff  genommen und 2030 fertiggestellt werden. Baubeginn für die Sanierung der Geschiebesperren am Köglerbach ist für 2029 geplant. Alexandra Fusser

Bild: Mächtige Geschiebesperren zähmen den Ehrenbach. Im Mauerwerk sind massive Schäden festgestellt worden. Foto: Wildbach- und Lawinenverbauung

 
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